Im laufenden Entscheidungsverfahren, ob Bergisch Gladbachs Innenstadt über den alten Bahndamm an die Autobahn angeschlossen werden soll, wurden in den letzten Monaten ein Umwelt- und ein Verkehrsgutachten vorgeleg – was eine intensive Neuauflage der Debatte über Sinn und Unsinn dieses Projektes ausgelöst hat.

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Die SPD am Ort gilt als starker Befürworter der Autobahnanbindung – vor allem aus wirtschaftlichen Gründen. Mit etwas Verspätung nehmen ihre Spitzenvertreter nun Stellung zum Verkehrsgutachten.

Klaus W. Waldschmidt, Fraktionsvorsitzender (SPD):

“Das Verkehrsgutachten des Landesbetriebs Straßen NRW belegt, dass der Autobahnzubringer über den Bahndamm die dicht besiedelten Durchgangsstraßen in Refrath, Bensberg und Heidkamp noch wesentlich deutlicher entlasten wird, als dies in den bisherigen Untersuchungen angenommen wurde.

Ohne Realisierung des Projektes Bahndamm wird es aufgrund der vom Gutachter prognostizierten Verkehrszuwächse mittelfristig zu einem Verkehrskollaps auf der Dolmanstraße und der Bensberger Straße kommen. Das ist weder gegenüber den Anwohnerinnen und Anwohnern, die schon heute unzumutbare Beeinträchtigungen durch den motorisierten Individualverkehr ertragen müssen, noch gegenüber Industrie, Handel und Gewerbe in der Bergisch Gladbacher Innenstadt, die erheblichen Wettbewerbsnachteilen ausgesetzt sind, und deren Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern zu verantworten.”

Helene Hammelrath, stellv. Bürgermeisterin (SPD):

“Verkehrsinfrastruktur ist der wichtigste Jobmotor. Arbeitsplätze schaffen Gewerbesteuer und Wohlstand fürBürgerinnen und Bürger, aber auch für unsere Stadt. Kindertagesstätten, Schulen, Kultur, Sportplätze, Schwimmbäder alles hängt davon ab. Und: Völlig überbelastete Straßen schaden der Gesundheit von Menschen und Umwelt.

Helene Hammelrath

Im Rahmen der Abwägung muss deutlich werden, ob eine Trasse durch das Naturschutzgebiet Schluchterheide oder in der Bahndammtrasse für die Anbindung an die A4vertretbar ist. Eines steht jedoch fest: Der Wohnbevölkerung an den völlig überlasteten Straßen muss geholfen werden und dauerhaft muss der Standort für die vorhandenen mittelständischen und großen Unternehmen, die auf das Verkehrsnetz angewiesen sind, gesichert werden.

Dass ohnehin die gesetzlichen Vorgaben für den Bau neuer Straßen strengstens einzuhalten sind und die Wohnbevölkerung an der Verkehrstrasse – soweit nur möglich – vom Verkehrslärm zu verschonen ist, steht für mich ebenso fest.

Wir sollten Partei übergreifend gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürger für eine bestmögliche Lösung kämpfen.

Scheren im Kopf verhindern das Denken.”

Redaktion

des Bürgerportals. Kontakt: info@in-gl.de

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