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Was wird aus der Villa Zanders?

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Für Bergisch Gladbach ist sie ein kultureller Leuchtturm. Die städtische Galerie Villa Zanders, die Kunst aus und auf Papier der Öffentlichkeit der einstigen und jetzigen Papier-Stadt Bergisch Gladbach präsentiert. Einst Wohnhaus der Papierhersteller-Familie Zanders, gilt sie vor allem auch in der Region und darüber hinaus als ein Haus wertvoller Sammlungen und beachtenswerter Ausstellungen.

Allerdings in Bergisch Gladbach haben Bürger sowie Repräsentanten der Kommune diesen Wert offenbar noch nicht erkannt.

In jedem Fall hat dieser Leuchtturm den kommunalen Kulturpoltikern offenbar noch nicht den richtigen Weg zum Erhalt dieses Kulturortes gezeigt.

Der jetzige Leiter und Museumsreferent  Dr. Wolfgang Vomm, seines Zeichens Kunsthistoriker und Kunstkenner mit profundem Wissen, wird demnächst aus Altersgründen aus seinem Amt ausscheiden. Ein gegebener Anlass für die Stadt, nicht nur Personal sondern auch Qualität einzusparen und den einstigen Leuchtturm in ein schwaches Leuchtfeuer zu verkleinern, das jederzeit verlöschen kann.

Seit Jahren werden die kulturellen Veranstaltungen sowie die Aufsicht während der Ausstellungen personell und finanziell maßgeblich vom Förderverein „Galerie & Schloss“ getragen. Bei der Finanzierung helfen durch den Verein eingeworbene Sponsoren. Der Eigentümer Stadt Bergisch Gladbach finanziert Personal- und Gebäudekosten.

Da die Stadt – wie alle Kommunen in Nordrhein-Westfalen – sparen muss, gibt es Überlegungen, die Villa dem Förderverein zu überlassen. Über die Bedingungen wird seit Monaten erfolglos verhandelt, zumal die Stadt auf Einnahmen aus der Vermietung der Erdgeschossräume nicht verzichten will. Diese Einnahmen wären aber für den Verein notwendig, wenn er die Villa so betreiben will, dass sie für kunstinteressierte Besucher attraktiv bleiben soll.

Zurzeit hüllt sich die Politik und Verwaltung der Stadt in Schweigen. Bürgermeister Lutz Urbach gibt weitgehend ausweichende Interviews und auf einen offenen Brief einer Gruppe, die sich im vergagenen Jahr damit für den Erhalt der Villa einsetzte, haben abgesehen von den „GRÜNEN“ weder die Fraktionen noch die Stadtverwaltung geantwortet.

Aber aus der politischen Gerüchteküche lässt sich vernehmen, man wolle die Villa „gegen die Wand fahren lassen“.

Alte Leuchttürme lassen sich – zumindestens an der Küste – gut als attraktive Wohnimmobilien verkaufen.

Aber Bergisch Gladbach ist ja keine Küstenstadt.

Weitere Informationen:

KFeldkamp

1943 in Lübeck geboren, wohnte lange in Frankenforst, lebt inzwischen in Wallefeld. Er arbeitet als selbständiger Supervisor und freier Autor, schreibt Gedichte, Geschichten, Kolumnen, Sachbeiträge, Rezensionen.

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2 Kommentare

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  1. Ich weiß nicht, wer diese Gerüchteküche gekocht hat, aber „vor die Wand fahren lassen“ will die Villa Zanders in diesem Stadtrat niemand. Im Gegenteil, es wird ja ein interfraktioneller Arbeitskreis gegründet, um nach Lösungen zu suchen. Den offenen Brief fand ich wenig hilfreich bei der Suche nach Lösungen.