Die Debatte über das geplante neue Gewerbegebiet zwischen der Straße Lustheide und der A4 in Refrath wird härter.

Nach einer Bürgerversammlung hat sich nun eine Bürgerinitiative gebildet, die in einem sehr detaillierten Offenen Brief  an Regierungspräsidentin Gisela Walsken, Bürgermeister Lutz Urbach und den zuständigen Mitarbeiter im Regierungspräsidium Joachim Diehl die Argumente gegen das Gewerbegebiet auflistet – und der Stadt Bergisch Gladbach unter anderem “Willkür” vorwirft. Als Sprecher der Initiative treten Ingrid Snijders, Erika Beardi-Özer, Carsten Krause und Petra Grabowski auf.

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Markus Stiefelhagen berichtet in seinem Stadtteil-Blog “Refrath Online” wie folgt über die Bürgerversammlung:
“Auf der Infoveranstaltung der Bürgerinitiative, war das Votum gegen das Gewerbegebiet. Über 100 Refrather wollten sich über die Pläne zum Gewerbegebiet informieren. Hierzu hatte eine Bürgerinitiative ins Vereinsheim des SV Refrath eingeladen. Die meisten Anwesenden lehnen das Gewerbegebiet in Lustheide ab. Die Gründe waren stets gleichlautend:

  • Refrath ist vornehmlich ein Wohnstandort. Auf dieser Basis haben sich die meisten auch für eine Immobilien in Refrath entschieden und waren bereit höhere Grundstückspreise zu zahlen.
  • Daneben dient der Wald in den Augen der Anwesenden auch als Ruhe- und Pufferzone.
  • Gleichzeitig wurde bezweifelt, ob überhaupt eine Nachfrage an einem weiteren Gewerbegebiet besteht. Hier war der grundsätzliche Tenor, dass bevor Waldflächen gerodet werden, auch sichergestellt sein muss, dass diese Flächen auch genutzt werden.”

Inzwischen hat die Bürgerinitiative eine eigene Website eingerichtet, auf der sie den Offenen Brief im Wortlaut dokumentiert, ihre Argumente auflistet und Unterschriftslisten zum Download anbietet.  Auch Refrath Online veröffentlichte den Offenen Brief im Wortlaut.

Es geht um die rot-schraffierte Fläche. Karte: Robert Ludes/Open Streetmap

Weitere Informationen:

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des Bürgerportals. Kontakt: info@in-gl.de

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  1. @ Herr Konermann.

    Ich kann an dieser Stelle nur noch mal versichern, dass wir in unserer Fraktion lange über das Thema gesprochen haben.

    Wie wir letztlich zu der Entscheidung gekommen sind uns im Planungsausschuss zu enthalten, habe ich versucht in einem Beitrag in diesem Forum darzustellen. Mein Betrag steht unter dem Eintrag von PeBäCo zum Thema Lustheide. Leider finde ich diesen Beitrag selber nicht mehr in diesem Forum.

    Daher kann ich Sie nur auf unsere Homepage http://www.gruene-bergischgladbach.de verweisen. Da finden Sie meinen Beitrag zu unserer Entscheidungsfindung.

    Dirk Steinbüchel

    Planungspolitischer Sprecher der Stadtratsfraktion Bündnis 90 Die Grünen

  2. Leider haben sich die Grünen bei der Entscheidung bzgl. des Planungsvorhabens Gewerbegebiet Lustheide enthalten und nicht eindeutig positioniert.

    Die “Grünen” begründen das wie folgt:
    “Mit unserer Enthaltung wollen wir dem Rechnung tragen, dass wir derzeit kein Gewerbeflächenkonzept vorliegen haben, also zu diesem Zeitpunkt keine sachliche Abwägung mit den Belangen des Natur- und Umweltschutzes durchführen können, die für eine Zustimmung oder eine Ablehnung eines solchen Planvorhabens jedoch notwendig ist.”

    Das verstehe ich nicht. Wenn jemand kein Konzept bzw. keinen Plan hat, sollte das Verfahren verhindert werden. Nur so sind Fehlentscheidungen und deren nicht revidierbaren Folgen zu vermeiden.

    Bitte unterstützen Sie die Forderungen der Bürgerinitiative Lustheide und verhindern nicht wiedergutzumachende Schäden an Umwelt und Lebensqualität.

    Thomas Konermann

  3. @Herr Konermann.
    Ein Business Plan zur Amortisierung des Gewerbegebiets vs. Natur reicht nicht aus. Viele Grundstücke werden im Wert fallen. Das wird man bei der CDU nicht berücksichtigen.
    Immer mehr erkenne ich, dass ich mich umso mehr auf die nächste Wahl freue!

    @Unsantastbar.
    Viele haben schon Grunderwerbsteuer gezahlt, genauso wie Grundsteuer jährlich. Wie kommen Sie darauf, dass man ein Stück Wald einfach so für ein Gewerbegebiet abroden kann. 20 Meter weiter ist das Naturschutzgebiet! Überlegen Sie mal, was in anderen Großstädten besser ist, als in Bergisch Gladbach – richtig: Gar nichts!

  4. In meinem Beitrag zum Thema Gewerbegebiet Lustheide, in welchem ich die Überlegungen der Grünen Stadtratsfraktion zu diesem Thema dargestellt habe, habe ich auch die Verkehrsprobleme angesprochen, die durch die derzeitige Lage der Gladbacher Gewerbegebiete entsteht.

    Gladbach hat eine Vielzahl kleiner und großer Gewerbegebiete im ganzen Stadtgebiet verteilt. Hierdurch muss der Wahrenverkehr ebenfalls zwangsläufig durch ganz Gladbach. Gewerbeflächen in der Nähe von Autobahnen oder mit Einsenbahnanschluss für Güterverkehr tragen ihren Teil dazu bei den Wahrenverkehr auf unseren Straßen zu reduzieren.

    Es soll nicht der Eindruck entstehen, dass wir Grünen vollständig gegen Gewerbe im Innenstadtbereich sind. In meinem Beitrag habe ich auch dargestellt, dass wir für Gladbach ein Konzept brauchen, wo wir in Zukunft mit dem Gewerbe hin wollen und welchen Gewerbe wir ansprechen und ansiedeln möchten.

    Gewerbe ist auch im Innenstadtbereich möglich.

    So gibt es z.B. mit den Flächen entlang der Jakobstraße und am Kopfteil der Bahngleise prima Bereich, an denen man Gewerbe ansiedeln kann, welches im EDV-Bereich tätig ist. Dieser Bereich erzeugt so gut wie keinen Wahrenverkehr auf der Straße und durch den super ÖPNV-Anschluss (Bus und S11) wird den Beschäftigten eine Möglichkeit geboten, auf das Auto bei der Fahrt zur Arbeit zu verzichten.

    Möglichkeiten gibt es viele, wir müssen uns nur einig werden wohin wir wollen.

    Eine Bebauung für Gewerbe und Wohnen im Bereich Jakobstraße und am Kopfteil der Bahngleise würde auf jeden Fall keinen hochwertigen Mischwald zerstören und trotzdem der Stadt Bergisch Gladbach Gewerbesteuer und Arbeitsplätze bescheren.

    Dirk Steinbüchel

    Planungspolitischer Sprecher der Stadtratsfraktion Bündnis 90 Die Grünen

  5. Was soll das? Im Namen des Wohlstandes soll schnell und unbürokratisch ein neues Gewerbegebiet an Stelle eines Teiles des Königsforstes treten. Wer von Ihnen glaubt, daß es der Stadt Bergisch Gladbach mit diesem Gewerbegebiet gelingt wesentliche neue Steuereinnahmen zu generieren? Was kostet die Erschließung des Gewerbegebietes und wie lange dauert es die Kosten zu amortisieren und Gewinne zu erwirtschaften? Ich bin nicht überzeugt von der wirtschaftlichen Kompetenz unserer Politiker und fordere Transparenz bzgl. der Finanzen und einen Businessplan.

    Wir sind mündige Bürger und verlangen Transparenz.

  6. Wenn der Prophet nicht zum Berg kommt, kommt der Berg eben zum Propheten: Mich irritiert, warum die Stadt glaubt, durch die Verlagerung der Gewerbebetriebe vom Stadtgebiet hin nach Refrath einen Anstieg der Gewerbesteuereinnahmen induzieren zu können.

    Wenn die Stadt sich stark genug fühlt, die Flächen zu vermarkten, die demnächst brachliegen werden, wenn deren Unternehmen in Refrath ansässig sein werden, dann hat sie eigentlich schon lange genug Gelegenheit dazu. Es gibt jede, jede Menge davon.

    Hier ist nur blinder Aktionismus zu erkennen. Ich vermisse einen Plan.

  7. mal ganz ehrlich: da sind wieder die leute am meckern, die den wohlstand wollen aber nichts beitragen ihn zu erreichen! ähnlich verhält sich das mit dem thema fluglärm! keiner will die flugzeuge sehen/ hören, aber am besten um 1h nachts richtung urlaub fliegen, damit man beim frühstück in alania am pool sitzt und einen vollen tag urlaub mehr hat!!!!