Armes Bergisch Gladbach! Familie, Bildung, ja sogar die Renovierung des Nicolaus-Cusanus-Gymnasiums hatte 2009 noch Priorität in den Wahlprogrammen der Parteien. Und was passiert, wenn es enger wird? Spardiktat auf Kosten der Bildung, auf Kosten unserer Kinder.

Verwaltung und Stadtspitze wollen – koste es was es wolle – das Gymnasium ins Kleefeld quetschen. Das NCG erfreut sich auch bei den aktuellen Anmeldungen zu weiterführenden Schulen wieder großer Beliebtheit. Wie im Vorjahr reichen die Anmeldungen für fünf fünfte Klassen.

Bürgermeister Urbach und das Schulamt erwägen offenbar allen Ernstes, den Elternwillen zu ignorieren und dem NCG eine strikte Vierzügigkeit zu verordnen. Nur damit der absurde Plan aufgeht, die gewachsene Schullandschaft im Norden der Stadt zu zerschlagen.

Dabei traut die Stadt ihren eigenen Prognosen nicht. Zwar wird öffentlich damit argumentiert, dass die Schülerzahlen in den einzelnen Stadtbezirken jeweils auf einen Schüler genau bekannt seien. Tatsächlich weisen die verfügbaren Bevölkerungsprognosen aber große Differenzen auf.

Auch bei den Kosten herrscht alles andere als Klarheit. Weder die 12 Millionen Euro, die angeblich für die Sanierung des NCG aufgewendet werden müssen, werden schlüssig dargelegt, noch jene drei Millionen Euro, die bei einem Umzug ins Schulzentrum Kleefeld investiert werden sollen.

Nach unseren Informationen zehrt der noch ausstehende Fenstertausch im Kleefeld den Großteil dieser Summe auf. Das hieße, ein umfassender Umbau des Kleefelds wird offenbar nicht einmal erwogen. Schon jetzt ist das Kleefeld für die Erfordernisse eines Gymnasium jedoch eindeutig zu klein. Ein ins Kleefeld umgezogenes NCG wäre aller Entwicklungsperspektiven beraubt:

  • Ganztag
  • Inklusion
  • Lehrerraumkonzept
  • Kleingruppenunterricht
  • Rückkehr zu einer neunjährigen Gymnasialzeit

Allein aus Platzmangel wären das Perspektiven ohne Raum.

Isoliert wäre das NCG auch in anderer Hinsicht. Die Stadtspitze plant eine flächige Einführung von Sekundarschulen, die für Mittel- und Oberstufe zwingend ein Gymnasium als Partnerschule brauchen. Lehrer und Eltern am NCG stehen einer solchen Kooperation sehr offen gegenüber.

Doch ein ins Gebäude Kleefeld umgezogenes NCG bräuchte erst gar nicht darüber nachdenken. Für eine sinnvolle Kooperation wären alle Sekundarschulen zu weit entfernt, das NCG innerhalb der Schullandschaft Bergisch Gladbachs isoliert.

Uns drängt sich der Eindruck auf, dass jeder Parkplatz unter dem Bergischen Löwen der Stadt mehr Engagement abverlangt als unser wichtigstes Zukunftskapital – die Bildung unserer Kinder. Armes Bergisch Gladbach!

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