Ein ungewöhnliches Thema –  Haftausgang von Gefangenen, die kurz vor der Entlassung stehen in Begleitung ehrenamtlicher Betreuung: „Da erwartet man einen dieser betulichen, sozialfürsorglich eingehenden Langweilerfilme, die bei Fördergremien so beliebt sind. Aber dann entpuppt sich der Sechzigminüter als ungemein witzige, schauspielerisch brillante, improvisatorisch funkelnde Komödie, die von Helfern erzählt, deren Helfersyndrom eine dringendere Betreuung nötig hat als die in ihrer Obhut befindlichen Häftlinge“, schreibt die Süddeutsche Zeitung.

Drei Mitglieder des Film-Teams von “Dreimaldraussen” kommen zum Kultkino-Talk

In drei tragikomischen Episoden erzählt der Film von ungleichen Paarungen: So bekommt es der Student Gregor mit dem schwererziehbaren Dennis zu tun. Der möchte an seinem freien Tag wieder Anschluss an seine Familie finden. Aber das stellt sich als schwieriger heraus als erwartet und stellt auch Gregors Geduld gehörig auf die Probe.

Die Weltverbesserin Claudia hat ihren Schützling Bruno nach mehreren Jahren Betreuung zum ersten Mal zu sich nach Hause eingeladen. Sie hat sich vorgenommen, Bruno einen Tag lang das Gefühl von Normalität zu geben. Also wird geredet, gekocht und „Schiffe versenken“ gespielt. Doch während sich Claudia um Brunos leibliches und seelisches Wohl kümmert und er sich seinerseits zu revanchieren versucht, müssen die beiden erkennen, dass sie unterschiedliche Vorstellungen von ihrer Beziehung haben. Von Stunde zu Stunde wird Claudias Wohnung enger und eine Konfrontation mit dem Problem unausweichlich.

Dem Betrüger Wolfgang wird bei einem Besuch in einem Wohnheim für bedürftige Männer zum ersten Mal vor Augen geführt, welche Zukunft auf ihn wartet. Nicht nur, dass der luxuriöse Lebensstandard, den er einst gewohnt war, in weite Ferne gerückt ist – sein Betreuer, der frühere Lehrer Joachim, scheint wohl der letzte Mensch zu sein, der sich noch für Wolfgang interessiert.

Menschen, die sich sonst nie kennen gelernt hätten, finden sich in Situationen wieder, welche die Schwierigkeit und gelegentliche Absurdität ihrer Lage augenscheinlich werden lässt. Mit viel Situationskomik erzählt der Film von einem ernsten Thema.

Die Geschichten beruhen auf realen Begebenheiten. Die Figuren sind keine klassischen Leinwandhelden, sondern einfache Menschen mit alltäglichen Problemen.
Thorsten Harms, 1978 in Bergisch Gladbach geboren, ist Kamerastudent an der Hochschule für Fernsehen und Film München. Nicht nur die Thematik des Films, auch die besondere Herangehens-Weise beim Drehen werden in dem anschließenden „Werkstattgespräch“, bei dem auch beide Regisseure anwesend sein werden, mit Moderatorin Doro Dietsch besprochen – Informationen über den Film und das Filmemachen gibt es also gratis dazu.

Kultkinobesucher vom letzten Filmabend („Descendants“) haben freien Eintritt.

Kultkino ist eine Veranstaltungsreihe von von Franzz, dem Bürgerhaus Bergischer Löwe und Brunotte Filmtheater.
Bürgerhaus Bergischer Löwe, Dienstag, 26. Juni 2012, 19:30 Uhr, Eintritt 3,-Euro.

W. Schmitz-Dietsch

Verleger seit 1980 (Freizeitbörse, Bergische Illustrierte, Live! Magazin) Heute Franzz, Kultur- und Stadtmagazin im Rheinisch-Bergischen Kreis. Mitbegründer des iGL Bürgerportal Bergisch Gladbach. In Sand geboren und wohnend. Verheiratet, drei Töchter.

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