Foto: Wikipedia

Von Beginn an haben informierte,  engagierte und sachkundige Bürger die Stadtverwaltung auf  erhebliche Mängel im Artenschutzgutachten des Bauantrages zum geplanten Kletterpark Diepeschrath aufmerksam gemacht. Die Verwaltung schien jedoch mit der Oberflächlichkeit des Gutachtens zufrieden, denn dieses Gutachten lieferte die Basis für eine erforderliche Sondergenehmigung aus Sicht des Landschaftsschutzes.

Doch nun holt die Realität auch die Stadt Bergisch Gladbach ein. Aufmerksame Spaziergänger können im geplanten Baubereich den Grauspecht hören und sehen.

Der Grauspecht ist eine Tierart, die vom Aussterben bedroht ist und auf der sogenannten Roten Liste steht. Der Arbeitskreis Bergischer Ornithologen bestätigt, dass das Gebiet rund um die Diepeschrather Mühle als Brutgebiet des Grauspechtes bekannt ist.

Einige Details zur Sicherung des Bestandes von Grauspechten:

  • Der Grauspecht ist in der Roten Liste NRBU (Niederrheinische Bucht)  mit 1S (NRW 2S) aufgeführt. Das heißt, er ist unmittelbar vom Aussterben bedroht und nur noch auf Grund von Schutzmaßnahmen (S) in geringen Beständen vorhanden. Die Einstufung 1 bedeutet, dass das Überleben der Art in  dieser Region auch durch Schutzmaßnahmen nicht gesichert ist. Der Bestand in ganz NRW liegt bei ca. 1000 Brutpaaren.
  • Der Grauspecht ist nach Begriffsbestimmung §7 Abs. 2 Nr. 14 des Bundesnaturschutzgesetzes  streng geschützt. Das ist die höchste Schutzkategorie. Er gehört  außerdem zu den 174 in der europäischen Vogelschutzrichtline  aufgeführten Arten. Für sie sind besondere Schutzgebiete einzurichten.
  • In jedem Fall gehört der Grauspecht zu den nach Behördendefinition  “planungsrelevanten” Arten, die “jede bauliche oder sich negativ auswirkende Maßnahme generell ausschließen”.
[poll id=”59″]

Die Stadt Bergisch Gladbach hat nun die Chance zu lernen. Sie kann lernen, auf sachkundige Bürger dieser Stadt frühzeitig zu hören und deren Wissen in Genehmigungsverfahren einzubringen. Sie kann speziell in diesem Fall demonstrieren, dass die Stadt nicht ignorant ist und gleichzeitig möglichen Klagen von Verbänden vorbeugen.

Bürgermeister Lutz Urbach und die Fraktionschefs der Ratsparteien in GL wurden bereits über die Grauspechtentdeckung und deren absoluten Schutz in den Bergischen Heideterassen/ Diepeschrather Wald verständigt und sind jetzt am Zug.

In einem ähnlichen Fall hatte vor Jahren ein Kiesgrubenbetreiber eine Erweiterung in einem Gebiet in unmittelbärer Nähe zum Diepeschrather Wald in der Nähe von Köln-Dellbrück erbeten. Da kam eine eine von Naturfreunden entdeckte, vom Aussterben bedrohte Krötenart dem Geschäftsmann ins Gehege. Der Kiesabbau wurde geschlossen und nach Pulheim verlegt.

Weitere Informationen und Kontakt

Dirk Kästel

Journalist, Initiator Kunst hilft geben, Beirat Förderkreis rechtsrheinisches Köln

Reden Sie mit, geben Sie einen Kommentar ab

3 Kommentare

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

  1. Komisch das der Grauspecht einen Tag vor dem Beschwerdeausschuss gesichtet wurde!
    Ich glaube nicht das so etwas von der Politik abgekauft wird, es sei den die wollen Wahlkampf damit machen. Die Politik, die an dem Allgemeinwohl der Mitmenschen interessiert ist, wird am Ende die Mehrheit haben. Die Mehrheit der GL Leute ist nun einmal für den Kletterwald laut der Online-Abstimmung in Zeitung!
    Die dahin geworfene Aussage kurz vor dem Beschwerdeausschuss mit dem Grauspecht macht die Proteste noch unglaubwürdiger. Hier werden alle Mittel probiert, dass Projekt zu verzögern.
    Demnächst soll die Diepeschrather Mühle und das neu erbaute Hotel auch noch umziehen, weil dort ein Grauspecht gesichtet wurde.

  2. Sorry Stefan, es waren Fachleute, die den Grauspecht hörten und sahen. Außerdem hat der Arbeitskreis Bergischer Ornithologen dies bestätigt. Ich selbst bin wie viele andere nur Spaziergänger, aber die Beobachtung der Fachleute sollten Sie und die Stadt nicht auf die leichte Schulter nehmen und abtun, das wurde viel zu lange so praktiziert.

  3. Mittlerweile sind Spaziergänger Artenschutzexperten.
    Am Besten die Stadt schliesst den kompletten Spielplatz!