Was ist passiert? Die Fakten, soweit bekannt:

  • Am 5. Juni war in Bergisch Gladbachs Innenstadt, zwischen Bergischem Löwen und der Villa Zanders, eine 91-jährige Frau beraubt worden, bei ihrem Sturz verletzte sie sich lebensgefährlich. (Berichte: KSTABLZ)- Inzwischen hat sich die Frau zwar wieder etwas erholt, von den offenbar zwei Tätern fehlt aber trotz eines schnellen Großeinsatzes der Polizei jede Spur.
  • Nur wenige Tage später wurde ein 39-jähriger Mann am Forumpark von zwei Männern, die in einer Fünfergruppe Alkohol getrunken hatten, überfallen, geschlagen und beraubt. Ein Tatverdächtiger, ein 43-jähriger Bergisch Gladbacher, wurde kurz darauf festgenommen. (Berichte:  BLZKSTA). Einen Zusammenhang zwischen beiden Taten gibt es nach erster Einschätzung der Polizei nicht.
  • Bereits am 9. September 2012 war ein 29-jähriger Mann in den frühen Morgenstunden auf der Stationsstraße vor dem S-Bahnhof erstochen worden. Die Polizei ermittelte zwar einen 28-jährigen Bergisch Gladbacher als dringend Tatverdächtigen. Doch der war inzwischen offenbar ins Ausland geflüchtet, die Fahndung führte bislang zu keinem Ergebnis. (Berichte: iGL)

Schon  der Überfall auf die 91-Jährige hatte zu großer Empörung geführt, seit dem zweiten Überfall schlägt die Debatte hoch. Geschäftsleute im nahe gelegenen Laurentisviertel fühlen sich zum Teil “im Belagerungszustand”, bei Facebook werden Rufe nach einer Bürgerwehr, mehr Präsenz und härterem Eingreifen der Polizei laut. Dagegen versuchen Polizei und Stadtverwaltung zu beruhigen: zwar gebe es Problemzonen, die Polizeipräsenz seit jedoch bereits erhöht worden, von einem grundlegenden Anstieg der Kriminalität könne keine Rede sein.

Fakten zur Kriminalitätsentwicklung, laut Polizei:

  • In Bergisch Gladbachs “innerstädtische Problemlagen” (Fußgängerzone und Parks) ist die registrierte Kriminalität 2012 insgesamt deutlich geringer als 2008.
  • Im einzelnen wurde 2012 in der Innenstadt (S-Bahnhof eingeschlossen) registrierte: 95 Sachbeschädigungen, 87 einfache Körperverletzungen, 36 gefährliche Körperverletzungen, 20 Raubdelikte, 36 Bedrohungen.
  • gerade die Zahl der gefährlichen Körperverletzungen hat sich aber innerhalb von vier Jahren von 18 auf 36 verdoppelt.
  • im Zehnjahresvergleich ist die Gewaltkriminalität in Bergisch Gladbach gestiegen.
  • Im gesamten Rheinisch-Bergischen Kreis geht die Kriminalität zurück, auf je 100.000 Einwohner entfallen 138 Gewalttaten, der Landeschnitt ist doppelt so hoch. Die Aufklärungsquote im Kreis beträgt 81 Prozent. Die höchste Gewaltquote wird in Bergisch Gladbach 185 je 100.000 Einwohner errechnet.

Maßnahmen der Behörden:

  • Laut Stadt gibt es eine enge Zusammenarbeit mit der Polizei, zweimal pro Woche gebe es gemeinsame Streifengänge von Stadtwächtern und Polizei.
  • Die Polizei kündigt für den Sommer mehr Präsenz in der Innenstadt an. Wachdienst, Bezirksdienst, Einsatztrupps  und Diensthundeführer seien bereits häufiger auf Kontrollgang.
  •  Die Polizei setzt nach eigenen Angaben pro Jahr 3000 Personalstunden für die Überwachung der Innenstadt ein.
  • 2011 und 2012 wurden von der Polizei insgesamt rund 1000 Platzverweise erteilt.

Die Debatte: Was tun?

In der Bevölkerung hat sich eine breite Debatte entwickelt, ob diese Maßnahmen grundsätzlich richtig und ausreichend sind. Die Alternativvorschläge reichen von der Einrichtung einer Bürgerwehr, über Videoüberwachung, einem Lager- und Alkoholverbot, oder einem “Überwachungsmarathon”  bis hin zu Vorschlägen, die Innenstadt und vor allem den Bereich zwischen Paas, Bergischem Löwen, Forumpark und Villa Zanders attraktiver und damit belebter zu machen, etwas durch mehr Gastronomie, einem Spielplatz, mehr Sitzmöglichkeiten.

Jetzt sind Sie dran!

Wie stehen Sie zu der Debatte, fühlen Sie sich in der Innenstadt noch sicher, was wären die richtigen Maßnahmen? Beteiligen Sie sich an den Abstimmungen und nutzen Sie das Kommentarfeld unten für weitere Anmerkungen und Vorschläge.

Wie immer gilt: bitte beachten Sie die Regeln des guten Anstands. Beschimpfungen, Beleidigungen oder gar rassistsische Äußerungen werden nicht toleriert.

Diese Umfrage haben wir bereits im Herbst 2012, nach dem Totschlag am Bahnhof gestartet:

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Welche Vorschläge halten Sie für sinnvoll. Mehrfachnennungen sind möglich. Für weitere Vorschläge gibt es unten das Kommentarfeld.

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Weitere Debatten und Informationen:

Redaktion

des Bürgerportals. Kontakt: info@in-gl.de

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3 Kommentare

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  1. Die Polizei ist witzig! 8760 Stunden hat das Jahr, 3000 davon überwacht die Polizei die Innenstadt … Ich finde das ist ein Witz !

  2. Ich persönlich fühle mich schon lange nicht mehr sicher in Gladbach.Das mag jetzt hart klingen, gerade da ich zarte 16 Jahre alt bin, allerdings gerade in diesem Alter bekommt man Jugendkriminalität,organisierte Banden etc. mit! Ich erlebe nicht nur Nachts das junge Erwachsene (Anfang 20) in Gruppen mit der Bahn anreisen und dann am Busbahnhof an den sogenannten ,,Pennerbänken” auf ihre potenziellen Opfer warten. Oft genug habe ich die Polizei gerufen, die dann allerdings nichts wirkliches gemacht haben, wobei ich die Rechtslage auch nicht genau kenne. Es kam sogar mal soweit, dass ich selbst eingeschritten bin, als ich sah, dass diese Banden dort saßen und eine Mutter samt Kind anpöbelten und der eine das Messer gezückt hatte! Ich denke es sollte dringend was gemacht werden und die bekanntgegebene Streifenfahrt am Busbahnhof beläuft sich lediglich auf einmal in 2 Stunden. Vielleicht sollte man wirklich potenziell gefährliche Gebiete attraktiver machen allerdings mangels dort wahrscheinlich an Wirtschaft und Geld seitens der Stadt. Das Geld ist überall knapp, deshalb werden Aufschreie nach mehr Streifenfahrten bzw. mehr Angestellten außer Kosten nicht viel bringen.Es muss eine kostengünstige und effektive Lösung her…Vor kurzem las ich eine Studie über ein Gerät welches ein Ton von sich gibt welchen nur junge Erwachsene bzw. Jugendliche hören können. Mit solchen Geräten könnte man zumindestderartige Plätze von Dauer-,,chillern” befreien. Was man allerdings gegen Täter wie oben beschrieben mit 38 Jahren tun kann ist fraglich.

  3. Die Frage, ob ich mich sicher fühle ist ganz klar zu beantworten: Ohne Hund nicht.
    Auch tagsüber fühle ich mich in der Innestadt belästigt von Bettlern die mich aktiv ansprechen. Ich mag das nicht. Für mich fällt das unter Grenzüberschreitung, wenn Leute auf mich zukommen, vor mir stehen bleiben und mich um Spenden anquatschen. Mein individueller Sicherheitsabstand wird in der Fußgängerzone ca. 2 bis 3 mal unterschritten, wenn ich durch die Stadt gehe.

    Nachts gilt für mich die Devise: Wo ich ohne Hund nicht hingehen kann, bleib ich weg. Veranstaltungen, Besuche bei Freunden – wenn ich anschließend ohne Hund zum Bus gehen muss, um nach Hause zu kommen, geh ich erst gar nicht hin.

    Was man dagegen tun kann, weiß ich ehrlich gesagt nicht wirklich. Ich bin kein Rassist der jetzt arme Ausländer verteufeln will und Obdachlose müssen auch irgendwo hin. Sowohl am Tag, als auch in der Nacht. Es gibt leider Armut und Not auch in Bergisch Gladbach. ich kann gut damit umgehen, wenn irgendwo ein Bettler mit einer Sammeldose sitz. Wenn ich kann geb ich was, wenn ich nicht kann, geh ich vorbei. Davon fühle ich mich nicht belästigt.

    Aber wogegen man. m.e. etwas tun könnte, sind organisierte Bettelbanden, die per Luxuslimusine von irgendwelchen Drückern in der Stadt abgeladen werden um dort auf ihre aufdringliche Weise die Passanten anzubetteln, bis sie am Abend wieder eingsammelt werden. Ich bin sicher, dass die Polizei weiß, ob dort einheimische Arme betteln, oder ob das organisierte Banden sind. Wie weit die Polizei aber befugt ist, diese Menschen zu vertreiben, weiß ich nicht.