Beim Klimaschutz zielen viele Bemühungen auf Neubauten ab, doch der Schlüssel liegt eigentlich bei den Altbauten, argumentiert die Landesbausparkasse. Daher hat sie ausrechnen lassen, wieviel in einzelnen Städten eingespart werden könnte. Die Zahlen für Bergisch Gladbach, die LBS- Gebietsleiter Frank Rütten präsentiert, sind eindrucksvoll.

Thermografie zeigt, wo Altbaut Wärme entweichen lassen

Thermografie zeigt, wo Altbaut Wärme entweichen lassen. Wikipdia

Nach Angaben des Mikrozensus wurden 87 Prozent der Häuser in Bergisch Gladbach vor 1995 gebaut. Damit geht die LBS von 15.400 Wohngebäuden aus, die Modernisierungsbedarf haben (wofür die LBS und andere Banken gerne Kredite vergeben).

Diese nicht sanierten älteren Gebäude verfeuern laut Deutscher Energieagentur umgerechnet 24 Liter Heizöl pro Quadratmeter und Jahr, bei modernen Niedrigenergiehäuser sind schon seit 1995 nur maximal sieben Liter erlaubt.

Würden nun alle alten Häuser in Bergisch Gladbach wenigstens auf diesen Energiestandard von 1995 gebracht, dann könnten „allein in Bergisch Gladbach 50,7 Millionen Liter Heizöl pro Jahr gespart werden”, sagt Rütten. Das entspricht der Ladung von 1689 großen Tanklastzügen. Gleichzeitig würde Bergisch Gladbach mit einem solchen Schritt jährlich 138.000 Tonnen weniger vom Klimagift CO2 produzieren.

Die LBS selbst leistet immerhin einen kleinen Beitrag zum Klimaschutz in Bergisch Gladbach. Im LBS Kunden-Center in der Hauptstraße will Rütten im nächsten Jahr Strom aus Wasserkraft einsetzen.

Sonderaktion des Rheinisch-Bergischen Kreises

Bei der Frage, wie groß das Einsparpotenzial des eigenen Hauses ist, hilft unter anderem der Rheinisch-Bergisch Kreis. Auch im kommenden Winter bietet eine Thermografie-Sonderaktion an. Damit lassen sich Temperaturmessungen flächenförmig darstellen, man erhält ein genaues Bild über mögliche Wärmeverluste.

Ziel der Sonderaktion ist, den Haus- bzw. Wohnungseigentümern durch die Bündelung von Aufträgen die Dienstleistung des Thermografen Rabatte zu gewähren. Neben den Thermografieaufnahmen der Gebäude erhalten die Teilnehmer ein Gutachten mit Handlungsempfehlungen.Partner bei der Sonderaktion ist das Büro Nattmann Bauthermografie in Bergisch Gladbach.

Anmelden kann man sich bis zum 31.1.2014 auf der Website der RBK, dort gibt es auch ausführliche weitere Informationen.


So hat die LBS im Detail gerechnet

Modernisierungsbedarf in Bergisch Gladbach

  • 22.000 Zahl der Wohngebäude vor 1995
  • 6.600 – 30% Sanierungsquote
  • 15.400 Zahl Gebäude mit Modernisierungsbedarf

Einsparpotenzial

  • 2.964.000 qm Modernisierungsbedürftige Wohnfläche (15.400 Gebäude x 192qm Durchschnitts-Wohnfläche)
  • 171 kWh Einsparpotenzial pro qm (alt: 241 kWh, neu 70 kWh)
  • 506.770.000 kWh Gesamteinsparung

Veranschaulichung des Einsparpotenzials

  • 50,7 Millionen Liter Heizol (Umrechnung kWh in Heizöl)
  • 1.689 Tanklaster (bei 30.000l pro Heizöl-Laster)
  • 138.000 Tonnen (Umrechnung kWh in CO2)

Quellen:

  • Gebäude/Wohnflächen: Landesamt für Statistik NRW
  • Sanierungsquote: Marktforschung LBS West
  • Einsparpotenzial: Modellrechnung Deutsche Energieagentur
  • Umrechnung kWh in CO2: Bundesumweltamt (Faktoren)/Statistisches Bundesamt (Häufigkeit)

des Bürgerportals. Kontakt: info@in-gl.de

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