Neulich wurde ein Stolperstein für Gertrude Stockhausen in Bärbroich verlegt. Das iGL Bürgerportal berichtete und zeigte eine Karte, auf der weitere Stolpersteine in der Stadt markiert sind und einige biographische Angaben aufgeführt sind für die Menschen, die von den Nationalsozialisten verfolgt und oft getötet worden waren.

Diese Stolpersteine wollte ich finden, also habe ich mich mit dem BamBam auf die Suche begeben, denn die meisten liegen ziemlich dicht beieinander um das Industriegebiet an der Zinkhütte herum.

Vom Busbahnhof aus haben wir einen Bus Richtung Bensberg genommen. Derer gibt es viele, sie fahren unterschiedliche Strecken, man steigt am besten an einer Haltestelle nahe der Heidkamper Kirche aus. Man geht dann ein Stück an der Bensberger Straße entlang Richtung Bensberg und biegt nach rechts in die Hüttenstraße ein. Denn der erste Stolperstein liegt dort vor der Hausnummer 40, mitten im Industriegebiet, in unmittelbarer Nähe der Fa. Krüger, umgeben von Kakaoduft.

Stolperstein in der Hüttenstraße 40
Das Haus in dem Harry Freymuth damals wohnte, steht nicht mehr. Heute ist dort dieses Gebäude der Fleischerei Wischrath.
Gegenüber die Baustelle der Fa. Krüger. Hier das Bauschild.
So wird sie aussehen, die neue Kaffeerösterei. Da wird es wohl bald zum Kakaoduft auch Kaffeeduft geben.

Wir mussten nun zurück gehen, denn der nächste Stein, liegt an der Bensberger Straße. Wir sind auf dem Weg hierher eigentlich schon dran vorbeigegangen. Auf der anderen Seite der Hüttenstraße fand ich aber ein Schild „Baumgarten“, das fast zugewuchert war und ich hab dummerweise kein Foto davon gemacht.

Der Baumgarten hat mich interessiert. Es ging ein schmaler Pfad von der Hüttenstraße ab, dem wir folgten. Hier waren wir noch nie und ich war gespannt, wohin der Weg uns führte. Wir gelangten in einen kleinen Urwald, zwischen Heidkamp und Lückerath. Es führen einige Pfade durch dieses Wäldchen, aber wir bogen weder rechts noch links ab und gelangten so wieder auf die Bensberger Straße.

 

And der Straße entlang marschierten wir zurück. Die Wanderung macht nicht nur düstere und traurige Gedanken. Man sieht auch das eine oder andere Nette und Lustige unterwegs.

Weiter Richtung Bergisch Gladbach, bis zur Hausnummer 188. Das Haus steht an der Einmündung Ecke Scheidtbachstraße.

Und hier fanden wir gleich zwei Stolpersteine nebeneinander.

Unser nächstes Ziel liegt im Ahornweg. Mussten wir also die Richard-Zanders-Straße entlang, Richtung Gronau. Links abbiegen in die Sennefelder Straße, rechts abbiegen Am Birkenbusch und dann wieder links abbiegend dem Ahornweg folgen. Vorbei an der Gesamtschule und durch die Siedlung, bis zur Hausnummer 9.

Der Ahornweg mündet dann auf den Refrather Weg. Für unser nächstes Ziel mussten wir uns wieder rechts halten, am Kaufland vorbei, an der Kreuzung geradeaus in die Cederstraße, rechts abbiegen in die Heidkamper Straße und dann noch einmal rechts abbiegen in die Straße An der Tent. Das Haus Nummer 2 liegt dann auf der linken Seite.

Dort liegen wiederum 2 Steine nebeneinander.

Von hier sind wir dann auch wieder zurück gegangen zur Richard Zanders Straße. Nahe McDonalds ist eine Bushaltestelle an der unter der Woche fast alle 10 Minuten ein Bus kommt, der zum Busbahnhof fährt.

Mir hat am meisten das Alter der Menschen zu schaffen gemacht, derer mit diesen Steinen gedacht wird. Sie waren alle um die 50 oder 60, einer sogar 84 Jahre alt. Ich bin 65 und habe bisher keinen Krieg erleben müssen und niemand hat bisher mein Leben in dem Maße bedroht, wie es diesen Menschen geschehen ist. Ich hoffe, dass das bis zu meinem Lebensende so bleibt und bin froh und dankbar, dass ich diese Zeit nicht erleben musste.

Ein weiterer Stolperstein liegt noch an der Altenberger Dom Straße. Den wollten wir ein anderes Mal suchen, weil er zu dieser Route gar nicht passte.  An Weiberfastnacht haben wir das nachgeholt und waren in Schildgen. Der Stein liegt hier, an der Einfahrt zwischen Haus Rheindorf und der Kreissparkasse, ein bisschen rechts von BamBam.

Und das ist er:

Vielleicht konnten das BamBam und ich mit dieser Wanderung einen Anreiz schaffen, die Stadt auf der Suche nach Stolpersteinen zu erkunden. Viel Spaß dabei.

Evelyn Barth

(Frau Wirrkopf) Seit 1980 bin ich Bürger dieser Stadt, das ist fast mein halbes Leben. Nach 6 Jahren Hartz IV genieße ich nun seit Herbst 2012 meine wohlverdiente Rente. Ich lebe gerne hier. Daran, dass ich mehr Zeit als Geld habe, hat sich aber auch mit der Rente nichts geändert. Darum bin ich mit...

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1 Kommentar

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  1. Liebe Frau Wirrkopf, ich gratuliere zu diesem schönen und nachdenklich machenden Artikel. Er sticht vor allem wieder durch viele gute Fotos und Ihren persönlichen Ton hervor, mit dem Sie auch offen Ihre Gefühle zu dem Dargestellten äußern. Gut finde ich auch, dass bei Ihnen Betroffenheit neben munterer Entdeckerfreude und Hoffnung und Dankbarkeit stehen kann.
    Viele Grüße, Engelbert Manfred Müller