Die Krüger-Immobilie am Markt in Bergisch Gladbach. Zieht hier Starbucks ein?

Aktualisierung 6.5.2015: Krüger dementiert

Die Information, dass Starbucks eine Filiale im ehemaligen Niedenhoff-Ladenlokal am Markt in Bergisch Gladbach eröffnen will hatte rasch Wellen geschlagen, war von einigen kritisiert und vielen begrüßt worden. Doch sie haben sich zu früh geärgert – oder gefreut.

Inzwischen hat sich Marc Krüger, Geschäftsführer der Krüger-Gruppe, gemeldet. Und er dementiert hart:

Leider muss ich Ihnen mitteilen, dass mir nichts über eine Starbucks Filiale in Gladbach bekannt ist und wir demnach auch selber nicht involviert sind.”

Diese Aussage, so Marc Krüger auf Nachfrage, gilt ausdrücklich auch für seinen Vater Willibert Krüger. Der hat zwar in einigen Immobilienprojekten in Bergisch Gladbach investiert und ihm gehört auch das Gebäude am Konrad-Adenauer-Platz. Aber auch er sei an einer Vermietung an den US-Kaffeekonzern nicht beteiligt. Wer in den ehemaligen Niedenhoff-Räumen einziehen wird, blieb offen.

Der ursprüngliche Beitrag vom 5.5.2015: Holt Krüger Starbucks nach BGL?

Die einen gehen, die anderen kommen. Gerade haben die Betreiber des Kaffee Haus Liederkranz an der Laurentiusstraße angekündigt, Ende Juni zu schließen. Die Forderungen der Vermieters seien einfach zu hoch. Und jetzt sieht es so aus, als ob der US-Konzern Starbucks nur 100 Meter weiter einen seiner populären Coffee-Shops eröffnet – nur 150 Meter vom Liederkranz, in einer Spitzenlage mit einem der schönsten Blicke der ganzen Stadt, über den Marktplatz hinweg.

Willibert Krüger, Seniorchef der Krüger-Gruppe und als Investor wie als Mäzen vielfältig in Bergisch Gladbach unterwegs, hatte bereits vor einiger Zeit das Eckhaus Paffrather Straße / Konrad-Adenauer-Platz direkt neben der Kamps-Niederlassung gekauft und stilsicher renoviert. Zum Jahreswechsel hatte der lang eingesessene Schreibwarenhandel Niedenhoff das Ladenlokal im Erdgeschoss aufgegeben; dort wird seither gründlich saniert.

Foto: Marco Paköeningrat/flickr

Und genau hier, so die Information aus Branchenkreisen, soll schon bald Starbucks einziehen. Die Quelle will anonym bleiben; das Unternehmen Krüger hat sich trotz Anfrage bislang nicht geäußert. Immerhin hatte Willibert Krüger schon 2012 auf die Frage, wann Starbucks mit einer Filiale nach Bergisch Gladbach komme erwidert, „noch” sei nichts konkret.

Aber sie würde aus mehreren Gründen Sinn machen. Zum einen zeigt die Ansiedlung der schwedischen Bekleidungskette H&M, dass Bergisch Gladbach durchaus das Umsatzpotenzial für Filialunternehmen dieser Art und mit dieser Zielgruppe hat. Starbucks ist immerhin mit weit mehr als 150 Cafés in Deutschland vertreten, alleine Frankfurt mit seinen 700.000 Einwohnern hat 16 Filialen.

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Allerdings gibt es durchaus Zweifel, ob Bergisch Gladbachs Innenstadt tatsächlich genügend Laufkundschaft bieten kann, die von morgens bis abends bereit ist, für einen Grand Caffè Latte Caramel 4,80 Euro auf die Theke zu legen. Bürgermeister Lutz Urbach hatte sich kürzlich persönlich ins Zeug gelegt, um eine Filiale der angesagten Kette Vapiano nach Bergisch Gladbach zu holen. Ohne Erfolg.

Marc Krüger, Willibert Krüger und die damalige Europa-Chefin von Starbucks, Michelle Gass

Eindeutig für eine Starbucks-Dependance in Bergisch Gladbach spricht die intensive Kooperation zwischen Krüger und dem US-Konzern. Seit drei Jahren produziert die Kaffee-Abteilung K-fee der Krüger-Gruppe die Kaffeekapseln, die Starbucks weltweit unter eigenem Namen vertreibt. Und Juniorchef Marc Krüger räumt im Gespräch auch ein, dass er persönlich die Starbucks-Kapseln der Eigenmarke vorzieht, die vor allem am anderen Ende der Preispalette vertrieben werden, über den Discounter Aldi.

Unter Umständen könnte Krüger eine Starbucks-Filiale in Bergisch Gladbach auch für die eigenen Produkte nutzen. Vielleicht in Form eines sogenannten „Flagship Store“, in dem die Produkte aus dem Hause Krüger in einem prominenten Umfeld präsentiert werden.

Marc Krüger selbst sieht in der großen Spannbreite, von Aldi bis Starbucks, kein Problem: „Eine Marke überzeugt doch über ihr Image – und damit kann Starbucks auch seine Preise durchsetzen”, sagte Krüger dem Bürgerportal vor zwei Jahren. Genau das könnte auch für eine Filiale des Trend-Unternehmens aus Seattle in Bergisch Gladbach sprechen. Warten wir es ab.

G. Watzlawek

Journalist, Volkswirt und Gründer des Bürgerportals. Mail: gwatzlawek@in-gl.de.

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