Eine Anleitung zu einer poetischen Wanderung (fast) mitten in Bergisch Gladbach. Naja, mitten in Bergisch Gladbach liegt Wüstenherscheid nicht, aber immerhin gehört dieser paradiesisch gelegene Weiler erstaunlicherweise noch zur Großstadt Bergisch Gladbach.

Und wieso poetisch? Weil die kurze Wanderung (eine gute Stunde) durch eine überraschend vielfältige und zugleich stille Landschaft führt, bei der man unter diesem endlich doch eingetroffenen Sommerhimmel seinen eigenen Gedanken nachhängen kann oder den Gedanken eines Gedichts (das Sie weiter unten finden).

Wenn man Bärbroich mit der Buslinie 453 erreicht hat und an der Haltestelle Am Rotbach aussteigt, folgt man dieser Straße, auf der nach etwa 200 Metern links ein Straßenschild nach „Wüstenherscheid“ weist. Wir befinden uns hier schon auf dem Wanderweg, der mit den Markierungen O und U gezeichnet ist.

Man folgt dieser (kaum befahrenen) Straße bis zu dem verwunschenen Weiler Wüstenherscheid, wo man links unerwartet ein uriges Reetdachhaus …

… und später ein schönes Fachwerkhaus erblickt.

Hinter dem Weiler geht man weiter auf dem Feldweg, der rechts einen Blick auf die ferne Bärbroicherstraße gestattet …

… und gelangt zu einem einsamen Haus auf einer Wiese, fast schon mitten im Wald.

Dort kann man rechts auf einer Bank in den Emailhimmel schauen oder dem Gesumm der Insekten zuhören.

Hier knickt der Wanderweg nach links ab und schlängelt sich bis zu dem Ort Oberselbach, einem weiteren einsamen Weiler am Rande unserer Stadt. Hinter Oberselbach wendet man sich auf der Straße mit den Alleebäumen nach rechts …

… und erreicht (nunmehr auf dem Wanderweg A7) nach etwa 300 Metern einen Waldweg, der sich rechts in die „Schluchten“ des Selbachs wendet. Vor diesem Waldweg konnte man rechts schon schwarze zottige Hochlandrinder sehen, die unter Bäumen Schatten suchen.

Ein Stück weiter dann einsame Fischteiche mit einem eingezäunten Rehgehege.

Nun muss man allerdings den angenehmen Bergabweg von Bärbroich bis Oberselbach mit einem anstrengenden Aufstieg bezahlen, durch die Buchenwälder, bis man schließlich wieder auf der Straße anlangt, an der die Wanderung begonnen hatte. Wer aber Lust und Muße hat, wird sicher auch manche Blüte und manches interessante Insekt betrachten können.

Und hier das versprochene Gedicht:

Engelbert M. Müller

ist pensionierter Lehrer, Mitglied von Wort und Kunst, Verfasser von "Der letzte Lehrer"

Reden Sie mit, geben Sie einen Kommentar ab

3 Kommentare

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

  1. Die Wanderung macht Lust auf Bergische Luft und Landschaft .
    Warum bin ich nur immer unten im Tal , in Heidkamp und die Bensberger Strasse dröhnt immerzu.
    Auf den Höhen ist es doch so grün und still – hinauf !

  2. Hallo Ihr
    Ein schöner Weg. Habe ihn oft mit Liesel und den Hunden erwandert. Lang ist es her, aber schöne Fotos haben mich animiert, mit Jan nochmal den Weg zu gehen. Gestern haben wir den Hardt Weg aus dem KöStA gemacht und dabei unseren Hans auf dem Friedhof in Bensberg besucht.
    Liebe Grüße
    Heide