Trendsport Jazztanz. In den 70 Jahren bei der TS 79

Trendy muss sein, wer im Gesundheitsmarkt RheinBerg bestehen will. Das gilt auch für das Jahr 2016. Die Menschen wollen sich längst nicht mehr einfach nur bewegen. Sie wollen gesund alt werden und vor allem dort Sport treiben, wo es „angesagt“ ist. Kein Wunder also, dass immer neue Sportarten entstehen.

Gerade zum Jahresbeginn sind die Zeitschriften wieder voll mit Anzeigen von Sportangeboten, bei denen man dünner, hübscher und fitter wird. Doch müssen Sportvereine heute jedem noch so verrückten Trend hinterherhecheln? Oder zählen doch eher wieder die traditionellen Werte?

Die TS 79 Bergisch Gladbach begab sich auf Spurensuche. Schnell wurde klar: Man muss das eine tun und darf das andere nicht lassen.

Coretraining, Krav Maga, MBSR, Functional-Training oder Stand-UP Paddle. Anglizismen, Abkürzungen und Wortneuschöpfungen (oder ein Mix aus alledem) sind wichtig, will man heute einen Sportkurs an den Start bringen. Aber sind die Inhalte wirklich neu oder doch eher wieder nur „neuer Wein in alten Schläuchen“?

Ein Blick in die Vergangenheit

Turnerriege der TS im Jahr 1955

Wagen wir einen Blick zurück: Über die Jahrzehnte hinweg haben ganze Generationen von Sportlern bei der TS 79 um Platzierungen, Urkunden und Pokale gekämpft. Miteinander trainieren, als Team zusammenhalten und gemeinsam besser sein als die Konkurrenten.

Alles das sind Tugenden, die auch heute noch für einen Sportverein gelten. Gewinnen ist das Ziel, allerdings weniger aus sportlicher, sondern eher aus wirtschaftlicher Sicht.

Denn die Dichte an Sportanbietern ist groß und der Weg zum nächsten Rundum-Wohlfühl-Wellness-Tempel nicht weit. Mehr denn je geht es in diesen Tagen darum, sich mit der starken Konkurrenz zu messen. Der Kampf um die Gunst der Kunden ist längst entfacht. Die Werbebotschaften der Fitnessbranche sind so einfach wie eindeutig. Nur wer fit, schön und leistungsfähig ist, der fühlt sich jung und lebt ewig. Mindestens!

Generationentraining

Glaubt man den zahlreichen Kursheften der Sportvereine in Bergisch Gladbach, so haben alle eines gemeinsam: sie bieten ihren Mitgliedern ein modernes, vielfältiges Angebot mit einem hochqualifiziertem Team an. Das gilt, wie könnte es anders sein, natürlich auch für die TS 79. Denn welcher Verein wird sich schon damit rühmen, leicht verstaubt, provinziell oder piefig zu sein? Soweit die Theorie.

Was genau ist nun besser bei der TS? „Wir haben eigene Sportstätten, in denen wir schalten und walten können, so wie wir das wollen“, erklärt Geschäftsführer Ernst Hengemühle. So sei man nicht von den Schulferien abhängig. Außerdem könne man je nach Bedarf die Belegung der Hallen sehr flexibel gestalten und so auch aktuelle Trends aufgreifen.

Mutige Pioniere mit innovativen Ideen

Zum anderen setze die TS 79 seit Jahrzehnten auf Qualität. Was heute vielleicht etwas abgedroschen klingt, gilt für den größten Sportverein in Rhein-Berg spätestens seit den 80er-Jahren: Nur wirklich hoch qualifizierte Übungsleiter und Trainer kommen hier zum (Klimm-) Zug.

So hat der ehemalige Vorsitzende Manfred Rasim schnell erkannt, dass er an der Kölner Sporthochschule hervorragend ausgebildete Sportlehrer für seinen Verein gewinnen kann. Viele der Studenten haben beruflich Station am Langemarckweg gemacht, einige sind bis heute geblieben. Barbara Beste, Jowa Bacher, Britta Schmitz, Ernst Hengemühle, Claudia Abrahams, Martina Löffelsend – alles Kinder der SpoHo. Die Liste ließe sich noch lange fortführen.

Eine der vielen Trendsportarten: Parkour

Qualität und Vielfalt zahlen sich aus

Diese Personalpolitik zahlt sich aus, denn viele der Teilnehmer schätzen bei der TS ganz besonders die professionelle Betreuung in den Sportgruppen. Ein Pfund, mit dem man wuchern kann. Ganz offensichtlich ist auch die Vielzahl der ausgeschriebenen Angebote. Wer sich die Zeit nimmt, die Broschüren der TS zu studieren, wird erstaunt sein, welche breite Palette von Sportkursen hier angeboten werden.

Dabei fällt auf, dass sich der Verein gerade in der letzten Zeit sehr modern aufstellt hat: ansprechendes Design, nette Fotos, ansprechende Texte. Ein Blick in die Turnhallen zeigt aber auch, dass viele der Kurse nicht nur „gehübscht“ wurden, sondern tatsächlich hervorragend besucht werden.

Kombination aus Altem und Neuem zählt!

Handballer der TS im Jahr 1947

Doch wie schafft der Verein den mitunter wackeligen Balanceakt zwischen Nostalgie und Moderne? Seit Jahren übt die TS 79 sich im Spagat. Für einen Sportverein nicht weiter ungewöhnlich, noch dazu, wenn er vor fast 140 Jahren aus der Turnerbewegung entstanden ist.

Doch wie „dehnfähig“ muss ein Sportverein in der heutigen Zeit sein? Müssen sich die Verantwortlichen um jeden Preis verbiegen und mit den Zielgruppen kuscheln, nur um immer neue Mitglieder zu werben? Wollen wir wirklich, dass die Trainer auf Biegen und Brechen jedem noch so verrückten Trend hinterherhecheln (und am Ende die Alteingesessenen davonlaufen)?

Veränderungen hat es im Verein immer gegeben und die wird es immer geben. Alles bewegt sich fort, nichts bleibt, gerade auch im Sport. Letztlich wird es aber darauf ankommen, gelebte Traditionen zu wahren und dennoch für neue Entwicklungen offen zu sein. „Auf die Kombination kommt es an“, so Hengemühle. Dabei könne man getrost auf die Trainer und Übungsleiter vertrauen. Denn diese hätten ein gutes Gespür dafür, was ihren Sportlern gut tut. Im wahrsten Sinne des Wortes.

In diesem Sinne: „Panta rhei“ (alles im Fluss).

Zumba-Nacht bei der TS

Zbick

PR-Berater (Deutsche Akademie für Public Relations)

Reden Sie mit, geben Sie einen Kommentar ab

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.