Werksfoto Ford

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Es macht immer wieder Freude, mit einem wunderschönen Auto zu fahren. Und wenn dieses Fahrzeug dann noch eine gute Straßenlage hat, machen Straßen mit vielen Kurven besonders viel Spaß. Dabei wirken allerdings einige physikalische Kräfte, die nicht zu verachten sind.

Zunächst wirken diese Kräfte auf die unmittelbare Verbindung zwischen Straße und Fahrzeug ein, die Reifen. Daher kann man bei allen Entscheidungen rund ums Rad viel richtig und auch viel falsch machen.

Wichtig zunächst ist die richtige Reifenwahl. Es gibt zahllose Reifenhersteller und noch mehr Möglichkeiten, das eigene Auto mit Reifen auszustatten. Einen guten Überblick über Stärken und Schwächen einzelner Reifen geben neutrale Tester wie der ADAC oder Stiftung Warentest.

Drei Millimeter sind das Minimum

Markus Lüttgen

Aber auch bei diesen Tests darf man gerne einmal genauer hinschauen. So haben wir schon erlebt, dass ein Reifen, der im Vorjahr Testsieger gewesen ist, es im aktuellen Jahr nur auf die hinteren Plätze im Ranking geschafft hat.

Beim Erwerb eines Fahrzeuges hat der Käufer in der Regel keinen oder wenig Einfluss auf die Reifenmarke. Die Fahrzeughersteller haben Abkommen mit den großen Reifenproduzenten und statten ihre Neuwagen im Rahmen von Abnahmekontingenten aus.

Auch bei einem Gebrauchtwagen sind die Reifen montiert. Aber hier gilt es, die Aufmerksamkeit auf das Reifenprofil zu richten. Der Gesetzgeber definiert zwar nur eine niedrige Mindestprofiltiefe, aber unsere Empfehlung ist es, kein Fahrzeug zu erwerben, das weniger als 3 mm Reifenprofil aufweist.

Ebenfalls wichtig ist das Alter des „Gummis“. Denn diese werden mit der Zeit porös oder hart, sind dann anfälliger gegen Beschädigungen und verlieren an Traktionsfähigkeit.

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Genauso wichtig ist die Wahl des richtigen Reifentyps. Ich persönlich neige immer dazu, Sommerräder mit dem Fahrzeug zu bestellen und in der kalten Jahreszeit auf Winterräder zu wechseln. Nur dann ist immer die optimale Traktion gewährleistet.

Die meisten Autofahrer bewegen sich zwar beim Anfahren oder bei Kurvenfahrten nicht am physikalischen Limit –  beim Bremsen ist das allerdings häufiger der Fall. Gute Reifen können den Bremsweg um mehrere Meter verkürzen. Das bedeutet in jedem Fall, dass Unfälle verhindert werden können und möglicherweise sogar Menschenleben geschützt werden.

Nur echte Winterreifen „können” Winter richtig

Aus diesem Grund mag ich keine Ganzjahres- oder Allwetter-Bereifung, weil diese zwar alle Straßenverhältnisse einigermaßen, aber dann doch nicht ganz richtig „können“. Insbesondere bei Vielfahrern rate ich immer davon ab. Interessant sind sie aus meiner Sicht nur dann, wenn man sein Auto wenig und in der näheren Umgebung fährt und es bei wirklich viel Schneefall auch einmal stehen lassen könnte.

In diesem Zusammenhang noch ein Hinweis: Winterreifen sind nicht gleich Winterreifen. Der Gesetzgeber verlangt für wintertaugliche Reifen die Kennzeichnung „M+S“ (Matsch + Schnee). Wenn man im Winter einmal nicht von der Stelle kommt und den Verkehr behindert oder im schlimmsten Fall sogar einmal in einen Unfall verwickelt ist, hat man damit zumindest wegen der Reifen keine Verwarnung zu befürchten. Auch der Versicherer wird nicht über Fahrlässigkeit wegen falscher Bereifung nachdenken.

Die Reifenhersteller bringen allerdings für „richtige“ Winterreifen ein anderes Kennzeichen an: Eine Schneeflocke. Nur mit diesem Symbol hat man die Sicherheit, wirklich wintertaugliche Pneus zu erhalten.

Die beste Lösung: einen Satz aufziehen, einen Satz einlagern

Ideal ist also aus meiner Sicht die Situation zwei komplette Radsätze jeweils für den Sommer und Winter vorzuhalten. Die meisten Werkstätten bieten wie wir auch den Service, den nicht genutzten Satz einzulagern, wenn am eigenen Stellplatz kein Platz dafür ist. Das bietet den zusätzlichen Vorteil, dass wir die Reifen für Sie auf Profiltiefe, Alter und Schäden prüfen und Ihnen gegebenenfalls eine Alternative vorschlagen können.

Auch das Thema Montage ist dann in guten Händen, denn – insbesondere nach einem Winter, in dem viel Salz verwendet wurde – die Räder sind oft nur mit viel Zeit und Mühe zu wechseln.

… und dann noch das Reifendruck-Kontrollsystem

Aber auch in dieser Idealsituation gibt es Fußangeln. So hat der Gesetzgeber seit einiger Zeit vorgeschrieben, dass Fahrzeuge ab einem bestimmten Baudatum mit einem Reifendruck-Kontrollsystemen ausgestattet sein müssen.

Technisch gibt es auch dort mehrere Lösungen. Oftmals werden im Rad auf dem Ventil Drucksensoren verbaut, die mit dem Fahrzeug korrespondieren und über falschen Reifendruck informieren.

Diese Sensoren müssen sowohl in den Sommer- als auch den Winterrädern verbaut sein und auch mit dem Fahrzeug sprechen können. Ist dies nicht der Fall, wird im Fahrzeug in der Regel eine Fehlermeldung angezeigt. Wenn man mit diesem Fahrzeug dann auch noch zur Hauptuntersuchung muss, wird diese in der Regel nicht bestanden und das Fahrzeug bekommt keinen „TÜV“.

Es gibt also viele Entscheidungen zu treffen, damit man mit der Bereifung alles richtig macht. Sicherheit und Fahrfreude hängen davon ab.

Bis zum nächsten Mal, Ihr Markus Lüttgen

Das Autohaus Lüttgen wurde 1928 vom Bergisch Gladbacher Huf- und Wagenschmied Jean Lüttgen als einer der ersten zehn Fordhändler in Deutschland gegründet. Heute führen seine Enkel Markus und Michael Lüttgen das Unternehmen mit knapp 40 Mitarbeitern. Vor 87 Jahren ging das Unternehmen die mutige Verpflichtung ein, mindestens vier „Motorwagen“ im Jahr abzunehmen. Derzeit verkauft Lüttgen mehr als 800 Neu- und Gebrauchtwagen jedes Jahr.

Odenthaler Str. 153, 51465 Bergisch Gladbach
Website, Facebook, Mail: service@luettgen.de

Markus Lüttgen

geboren 1968, hat in Köln Betriebswirtschaftslehre studiert und ist verheiratet. Seit 1994 arbeitet er im Familienunternehmen Autohaus Lüttgen, seit 1998 in verantwortlicher Position. Sein Auto ist ein Ford Mustang, rot.

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