Da ich, abgesehen von Ausbildungsangeboten in der Rettungshilfe, kein Engagement sehe, unsere Flüchtlinge so auszubilden, dass sie ihrer jeweiligen Heimat zu neuen Perspektiven verhelfen können, möchte ich hier heute mal gesamtpolitisch werden.

Ein großes Problem sehe ich darin, dass wir ein Wirtschaftssystem aufgebürdet bekommen, wo in einem begrenzten Raum immer weiter Gewinnsteigerung erreicht werden muss. Dies ist vergleichbar mit einem Luftballon der immer weiter aufgeblasen wird. Dieser wird nicht unendlich groß, sondern irgendwann platzen. Von daher bleibt für diesen Wachstumsirrsinn doch nur ein Wort übrig: “Selbstzerstörerisch”. Was dies für jeden Einzelnen von uns bedeutet, sehen wir schon beim täglichen Einkauf.

Was die Angelegenheit nicht verbessert, sind diese ganzen Steuervorteile für Konzerne – welche eben nicht zu Investitionen und mehr Arbeitsplätzen führen, sondern zu einem höheren Reingewinn – stets zum Nachteil von Arbeitnehmern und Konsumenten. Was wir benötigen sind also tatsächliche Alternativen, welche aber nicht von Parteien ausgehen können, die Alternativen versprechen, die Gesamtlage jedoch verschlimmern werden, denn genau betrachtet arbeiten auch sie jenen Kräften zu, denen wir dieses ganze Dilemma zu verdanken haben.

Immer wieder höre ich die Aussage: “Daran können wir eh nix ändern!” Aber stimmt das? Ich behaupte nein, denn auch in Bergisch Gladbach gibt es viele kreative Menschen, welche zu wirklichen Alternativen beitragen können. Andere Gemeinden haben schon bewiesen, was entschlossene Bürger leisten können (siehe Links am Anschluss des Artikels).

Warum nicht auch Bergisch Gladbach? Haben wir nicht alle die Nase gestrichen voll von Geldverschwendung und Vetternwirtschaft? Dann müssen wir etwas dagegen unternehmen – uns von jener Kaste der Eigennützigen distanzieren, die uns letztendlich alles nehmen. Dies vorab, aber eigentlich geht es jetzt erst einmal um unsere Flüchtlinge.

Es ist mehr als traurig, wenn Menschen ihre Heimat verlassen müssen, weil es dort aufgrund von Kriegen und/oder professionellem Ressourcendiebstahl keine Perspektive mehr gibt. Ich gebe zu Bedenken, dass wir die nächsten mit diesem Schicksal sein werden, wenn wir nicht anfangen uns zu erheben.

Unsere Flüchtlinge sollen hier in den Arbeitsmarkt integriert werden. Dies wird unter anderem damit begründet, dass wir in Zukunft neue Rententräger bräuchten. Einmal genau nachgedacht, könnten wir anders Vorsorge tragen – es müssten neue Wege beschritten werden. Stattdessen sollen noch mehr Menschen in mehr oder weniger prekäre Arbeitsverhältnisse überführt werden. Schon jetzt benötigen viele Menschen Sozialleistungen, weil der Vollzeitjob nicht ausreicht die eigene Versorgung zu finanzieren. Dies soll nun weiter forciert werden? Ich sehe darin keinen Sinn, außer einigen Wenigen noch mehr Geld in den Rachen zu schmeißen, während der durchschnittliche Bürger immer abhängiger von irgendwelchen Almosen wird. Unsere Flüchtlinge sind hier letztendlich genau so Opfer, wie der Einheimische.

Ich frage mich, warum ich nichts von Ausbildungswegen höre, die unsere Flüchtlinge darauf vorbereiten in ihrer jeweiligen Heimat Aufbauarbeit zu leisten. Liegt es möglicherweise daran, dass es mittlerweile genügend westliche Konzerne gibt, die daran bestens verdienen (siehe Halliburton und andere)? Warum wird es offensichtlich erst gar nicht angedacht, dass unsere Flüchtlinge hier zwar Schutz suchen, aber nicht als mies bezahlte, von (zusätzlichen) Transferleistungen abhängige HiWis assimiliert werden möchten? Sollte unsere ganze Kraft nicht darin liegen dafür einzutreten, dass der Brandherd Naher Osten tatsächlich befriedet wird und die Brandschatzer dort entfernt?

Die Heimatländer der Geflüchteten werden in Zukunft Fachleute zum Wiederaufbau benötigen – sei es in der Landwirtschaft, im Straßen- oder Hochbau oder auch für die Wasserversorgung. Hier können wir wirklich helfen. Wir haben durch direkte Teilnahme oder Unterlassen dazu beigetragen den Menschen jede Perspektive zu rauben. Nun ist es an uns dies so gut, wie nur möglich, wieder in Ordnung zu bringen. Wir Bergisch Gladbacher könnten hier Vorreiter und ein gutes Besispiel für andere Gemeinden sein.

Letztendlich bewohnen wir alle den gleichen Planeten, für den wir alle Verantwortung tragen. Damit müssen wir hier und jetzt beginnen. Was ich mir wünschen würde, wäre beispielsweise eine Bürgerkooperative, welche unsere Flüchtlinge dabei unterstützt ihre jeweilige Heimat zurück zu gewinnen – sei es durch sinnvolle Ausbildungsangebote oder einem Engagement für Frieden und gegen Ausbeutung. Dies käme uns allen zugute.

Autarke Gemeinden:
http://www.zeit.de/zeit-wissen/2013/02/Autarkes-Dorf-Energiewende
http://futurecity.hypotheses.org/45

Was tun andere:
http://www.giessener-allgemeine.de/Home/Kreis/Staedte-und-Gemeinden/Laubach/Artikel,-Friedenskooperative-Laubach-Vorrang-fuer-Fluechtlingshilfe-_arid,558341_regid,1_puid,1_pageid,46.html
http://www.friedenskooperative.de/

Gelungene Nachhilfe – wie unser Abgabensystem funktioniert:
https://www.youtube.com/watch?v=mkFz1iT5Pxg

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11 Kommentare

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  1. Neben der individuellen Kategorie, ist der nicht zuletzt eine Frage der Bildung; je mehr humaner Geist im umfassenden Sinne auf erfolgsgetrimmt verengtes Hecheln reduziert wird, desto weniger tief durchatmende „Charaktere“ wird es geben …

    Sehr richtig! Also weg mit G8 und Bachelor. Wir brauchen wieder Raum uns mit dem was wir lernen auseinander zu setzen. Richtige Bildung findet heute nur noch zu Hause statt – oder eben gar nicht. Unsere Bildungseinrichtungen scheinen nur noch der Verblödung zu dienen – bzw. dem Formen unkritischer Konsumenten.

    Und was den Optimismus betrifft: Ich meine auch hier gilt das Solidaritätsprinzip – die kraftvoll Optimistischen lassen die Melancholiker gerne partizipieren. ;)

  2. @C.Olsen, Sie scheinen eine grundveranlagte Optimistin mit Hang zum Positiven ;), „Besser geht’s nicht“ …
    Qua Analyse ist das mit dem Sich-Ärgern inkl. negativer Anschlusseffekte etc. alles kristallen klar, nur sind die Wege zur praktischen Umsetzung eben und je nach Naturell näher oder weiter (aber wenn man´s schon ´mal und wenigstens weiß … Für den Rest gibt´s einen Melancholiker-Rabatt …)

    @J.H. Schröters / C.Olsen, einen kurvigen Diskurs (samt Bergetappen) zu Begriff und Konzept „Alllgemeinwohl“ ´mal beiseite gelassen – an „die Politik“ wegdelegieren oder outsourcen lässt sich das zumal heute nicht mehr; Demokratie ist sozusagen ernst geworden und wird uns beim Wort nehmen;
    unsere Entscheidung, was wir draus und wie machen; nichts muss, alles kann, und „Alternativlosigkeiten“ gibt es nicht, ökonomische schon gar nicht, „finanzökonomische“ erst recht nicht, nur jeweilige Konsequenzen;
    und was „Charakter“ angeht – Neben der individuellen Kategorie, ist der nicht zuletzt eine Frage der Bildung; je mehr humaner Geist im umfassenden Sinne auf erfolgsgetrimmt verengtes Hecheln reduziert wird, desto weniger tief durchatmende „Charaktere“ wird es geben …

  3. Hohe Kunst wird´s, wenn man ganz im Gegenteil mies drauf, satt sauer, richtig negativ „geladen“ ist … Zwar wirkt auch dann das Durchbrechen der eigenen Negativspannung befreiend, ist aber, je nach Grundnaturell, gar nicht so leicht aus der Hütte zu kriegen …

    Wenn ich mies drauf bin, frage ich mich, warum mich gerade etwas so runter bringt. Die nächste Frage lautet “ändert es die Situation zum Guten, wenn ich nicht mehr aufhören will, mich aufzuregen?” Ich empfinde solche Gedankengänge als befreiend und wenn ich erst einmal so weit bin, ist auch der Blick für Problemlösungen viel weiter. Außerdem muss ich immer wieder feststellen, dass negative Situationen zumeist auch eine gute Seite haben … und wenn es nur eine lehrreiche Erfahrung bedeutet. ;)

  4. Was überhaupt ist das Allgemeinwohl. Wie und wann ist es erreicht. Kann es überhaupt erreicht und von bestand sein?

    Ich denke das wäre durchaus machbar, wenn wir bei unserem Tun mehr auf unser Umfeld achteten – gewisse ästhetische Ansprüche bei der Stadtgestaltung und ganz wichtig – stets im Einklang mit der Natur. Damit meine ich nicht nur Flora und Fauna, sondern ebenso die natürlichen Bedürfnisse des Menschen – z.B. nach Ruhe. Auch wenn man sich daran gewöhnen kann neben der Startbahn eines Flughafens zu schlafen – von Ruhen kann nicht die Rede sein, wenn die Ohren dauernd Input bekommen. Allgemeinwohl bedeutet für mich, alles zu unterlassen, was der Biologie schadet. Politik sollte etwas ganzheitliches sein. Wenn das nicht so ist, passieren so Dinge, dass Produkte auf den Markt kommen dürfen, die wirtschaftlich betrachtet (erst einmal) von Vorteil, während sie für die Gesundheit der Menschen schädlich sind. Das blöde ist nur – seit der Einführung des Bachelor Studiums wird das Fachidiotentum auch noch gefördert.

  5. “…als sich für das Wohl der Allgemeinheit einzusetzen. Diese Leute müssten wir los werden doch dazu müsste man die Parteien in Massen mit charakterfesten Leuten unterwandern. Aber, wie findet man die?”

    Meinen Sie wirklich Charakterfest? Oder vielmehr Charaktere die sich bedingungslos dem vermeintlichen “Allgemeinwohl” unterordnen? Was überhaupt ist das Allgemeinwohl. Wie und wann ist es erreicht. Kann es überhaupt erreicht und von bestand sein?
    Nehmen sie ein aktuelles Beispiel aus der Kommunalpolitik, die Bahndammstraße. Waren die Anlieger noch Jung wollten sie ein schnelles dynamisches Leben, eines das ihnen alle Möglichkeiten eröffnete um ihre Lebensvorstellung zu verwirklichen. Nun sind sie älter, wollen ihre Ruhe und den erreichten Status quo wahren. Das „Allgemeinwohl „ ist also nichts anderes als eine politische Fiktion um zu polemisieren und Wählerstimmen zu Generieren. Keine Politik, kein Politiker kann ihnen ihr Wohlsein geben bzw. garantieren. Das können sie nur selbst für sich erreichen. Was die Politik, Politiker aber sehr wohl tun kann. Sie kann für ihr Unwohlsein sorgen. :-))

    Zur Metaphysischen Betrachtung von Ökonomie und deren Zusammenhängen hab ich dann hier auch mal einen link zur Hand.
    http://www.oekonomenstimme.org/artikel/2016/04/axiome-in-der-oekonomik/

    Noch ne schönen Tag allseits.

  6. Stimmt schon, C. Olsen, also das mit der Energie … Alles ist Energie, keine Energie geht verloren, nur ihre Verteilung bleibt im Fluss bzw. ihre Zustände, Gestaltungen verändern sich …

    Und das mit dem positiven Energie-Input, gerade im Alltag – Auch richtig, kann man im Eigenversuch testen: Helligkeit im Sinn und Leichtigkeit im Gang nehmen zu, wenn man in sozusagen strahlender Stimmung ist und die freigiebig abstrahlen lässt … Energetische Fremd- und Selbstaufladung in positiver Wechselspannung …

    Hohe Kunst wird´s, wenn man ganz im Gegenteil mies drauf, satt sauer, richtig negativ „geladen“ ist … Zwar wirkt auch dann das Durchbrechen der eigenen Negativspannung befreiend, ist aber, je nach Grundnaturell, gar nicht so leicht aus der Hütte zu kriegen …

    Zu dem Thema, also überhaupt Umgang miteinander, habe ich vorhin im Fassbock einen Post gesehen, Olaf K. Marx hatte ihn geteilt, der Text ging in etwa so:

    „Nicht nur viele Tierarten sind heute bedroht, sondern auch Intelligenz und Höflichkeit, Respekt, Treue, Vertrauen, Ehrlichkeit und Zusammenhalt …“

    Ich denke, dieser Bedrohung ist nicht nur ganz entschieden entgegenzutreten, sondern indem das geschieht, kommen wir auch der Lösung vieler Probleme ein gutes Stück näher … Die Sonne bricht gerade durch, also draußen, „mehr Licht …“

  7. Die größere Gefahr allerdings ist, dass gerade dann auch Kräfte zum Spurt ansetzen, die im ewigen Spiel von Macht und Freiheit, der Macht zum Sieg verhelfen wollen …

    Das macht mir im Moment tatsächlich ein wenig Sorgen. Aber ich bin letztendlich davon überzeugt, dass alles gut werden wird. Und um auf die Physik zurück zu kommen – alles ist Energie – auch Gut und Böse. Und so kann auch die gute Energie eine Kettenreaktion hervorrufen. Im täglichen Leben bedeutet das zum Beispiel: einfach mehr lächeln und auch den Busfahrer freundlich grüßen, anstatt stumm an ihm vorbei in den Bus zu steigen. ;)

  8. Um exakt 0011 ein später Dank, C.Olsen, für die Ihrerseits interessanten Links …
    Ach, es gibt schon überall und querbeet gute Leute, richtige Einsichten, wegweisende Ideen … Das Paradoxe ist, dass sich trotz allem oft nichts oder wenn, es sich nur sehr schwergängig bewegt … Wahrscheinlich hat´s doch ´was mit Physik zu tun:
    Es muss eine kritische Masse erreicht sein, damit neue Bewegung richtig in Schwung kommt … Denn alle in die Jahre geratenen Systeme neigen aus sich heraus zu einer gewissen Verfestigung und gewissen Ermüdungserscheinungen …
    Die größere Gefahr allerdings ist, dass gerade dann auch Kräfte zum Spurt ansetzen, die im ewigen Spiel von Macht und Freiheit, der Macht zum Sieg verhelfen wollen …
    Soweit diese fast philosophischen Nachtgedanken …

  9. Guten Morgen, HG Ullmann :)

    Wer bringt es in der Politik am weitesten? Es sind leider meist die korrupten, denen mediale Aufmerksamkeit und Geld wichtiger sind, als sich für das Wohl der Allgemeinheit einzusetzen. Diese Leute müssten wir los werden doch dazu müsste man die Parteien in Massen mit charakterfesten Leuten unterwandern. Aber, wie findet man die?

    https://netzfrauen.org/2015/08/28/jose-mujica-politik-ist-nicht-dazu-da-geld-zu-verdienen/

    Viele gute Ideen gehen leider an der Eitelkeit und/oder Vorteilsnahme Einzelner zugrunde. Das vorerst gemeinsame Ziel wird vereinnahmt um Profilneurosen auszuleben. Wie man dem beikommen kann, weiß ich leider auch nicht.

    Hier ein Link zu einem Ruthe Cartoon, worin das ganz gut aufgegriffen wird. ;)

    https://www.facebook.com/ruthe.de/photos/a.290780444416.142730.289955244416/10154094259484417/?type=3&theater

    Danke für die interessanten Links.

    Einen schönen Mittwoch! :)

  10. Schöner Beitrag, C.Olsen!
    Das Problem ist immer wieder auch die summierte “Trägheit des Systems”,
    gegen das der Einzelne mit durchschnittlicher Energiereserve nur schwer ankommt …

    Bspw. hatte (oder habe) ich da eine Idee / ein mögliches Projekt im Horizont
    “Bildungsunterstützung / -begleitung” für Flüchtlinge / … sozusagen “on hold”
    (https://in-gl.de/2016/04/17/wissen-weist-wege-fluechtlingsprojekt-sucht-traeger/),

    muss aber offen zugeben, dass meine Energie, Geduld, “Demut” nicht ausreichen,
    um die “prosaischen” Barrieren (Vorbehalte, Revierrivalitäten, Konkurrenzen etc.)
    im Vorfeld der eigentlichen, ggf. notwendigen (… ?) Sache ausdauernd zu überwinden …

    Andererseits gibt es in GL bereits eine Vielzahl aktiver Gruppen, Initiativen, Vereine etc., deren stärkende logistische und operative Vernetzung im Sinne der Sache gefragt wäre
    (bei wohlgemerkt bleibender Eigenständigkeit!) … Zur Vielfalt siehe hier:
    https://in-gl.de/2016/04/08/bergisch-gladbach-133-000-euro-an-39-fluechtlingsprojekte-aus/

    So betrachtet, sind die Ideen, Anregungen, Perspektiven nun immerhin im Spiel
    und können frei für sinnvoll, dienlich, umsetzbar oder auch das Gegenteil erachtet werden …