Der alte Gohrsmühle-Schriftzug am Zanders-Werk

Der Untergang der Fa. Zanders scheint unausweichlich. Erst recht, seit den jüngsten Kölner Gerichtsurteilen, die Zanders zur Vollauszahlung der Betriebsrenten verpflichten. Das kann diese Firma vermutlich nicht stemmen. Es hilft nicht mehr weiter, der Firma und der Öffentlichkeit die Sache schön zu reden, wie es seit Monaten der Bürgermeister und die Firmenleitung tun.

Mein Vorschlag: Das Gelände im Zentrum der Stadt sollte ein Innovativzentrum werden für die Stärkung regionaler Produktion.

Dies sollte beinhalten nicht nur eine Bündelung von Produktionsstätten, deren Produkte ausschließlich auf den lokalen wie regionalen Absatzmarkt orientiert sind, sondern auch: ein Center für Tauschbörsen, lokalen Zukunftsdiskurs, entsprechende Forschung und (soweit wo von der Bodenbeschaffenheit her möglich) ein Zentralort für Public Gardening; dazu könnten geschaffen werden: alternative Bildungsangebote, selbstverwaltete Jugend- und Rentnerareale (Tür an Tür!) etc. pp.

Das Zanders-Gelände mitten in der Stadt. Foto: Stefan Krill/Bergisch Schön

Eine echte Keimzelle einer TTIP-freien Zone GL könnte so entstehen, ganz im Sinne des jüngst gefassten Stadtratsbeschlusses, eine Art Transition-Town, direkt neben der City, mit Pioniercharakter und somit Ausstrahlung weiter über BGL hinaus..

Das Motto könnte sein:

„Mehr Autonomie für die Region Bergisch Gladbach!
Das Zanders-Gelände für die regionale Selbstversorgung nutzen!“

Ich bin zutiefst überzeugt, dass ein so konzipiertes und gestaltetes Areal regionaler Innovation einen enormen Schwung bringen würde in die weitgehend erstarrte politische Normalbürgerschaft und den lokalen Raum. Zudem dürfte es zu einem hohen Output an regionlen Produkten kommen.

Die Bürgerinnen und Bürger der Stadt Bergisch Gladbach müssten diese grundlegende Innovation nur wollen. Es wäre eine zeitgemäße u. selbstbewusste Positionierung zur Entwicklung der Welt. Denn die ökonomischen wie politischen Risiken, auch die des Exports wachsen seit einigen Jahren immens.

Der alte Gohrsmühle-Schriftzug am Werk von Metsä Board Zanders

Daher sage ich: Nicht nur wegen Zanders: es ist höchste Zeit für einen “Plan B für die Stadt”. Es wäre gut, wenn die Redaktion des Bürgerportals dazu einen breiten öffentlichen Diskurs mitorganisieren würde.

Peter Schran

ist langjähriger Fernsehjournalist und Dokumentarfilm-Produzent für ARD und ZDF, seit 12 Jahren wohnhaft in Bergisch Gladbach; nicht parteipolitisch gebunden.

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6 Kommentare

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  1. Schließt denn das Eine immer das Andere aus?!
    Eine ebenso wünschenswerte wie erfreuliche Stabilisierung und Fortführung
    der traditionsreichen Papierherstellung würde sich doch hervorragend ergänzen
    mit einer neuen Entwicklung auf den großen, von Zanders nicht mehr genutzten Flächen,
    könnte Teil werden z.B. eines innerstädtischen “Gewerbe-/Dienstleistungs-Campus” o.Ä.
    Zudem bietet besagter “Finanzinvestor” ohnehin das gesamte Gelände bereits an
    – Hohe Zeit also, sich über ein Gesamtkonzept Gedanken zu machen, dessen Teil
    auch eine zukunftsfähige “Papierschmiede” sein kann und sollte! Wo liegt also das Problem?

  2. Sehr geehrter Herr Klinger, es handelt sich bei dem Kommentar von Peter Schran um einen Meinungsbeitrag, den man teilen kann oder nicht, der als Meinungsäußerung aber legitim ist. Selbst Mutares schreibt im aktuellen Geschäftsbericht, dass die Zukunft von Zanders vom Erfolg der Restrukturungsmaßnahmen abhängt, siehe die heutige Presseschau. Zudem sagt Schran nicht, dass Zanders die Betriebsrenten nicht zahlen kann, sondern vermutlich von der Vollauszahlung überfordert ist. Auch darüber kann man natürlich debattieren. Mit freundlichen Grüßen, die Redaktion

  3. Hat eigentlich jemand drüber nachgedacht das bei Zanders noch über 500 Mann arbeiten.
    Es entspricht nicht der Wahrheit das Zanders die Werksrenten nicht mehr zahlen kann.
    Da sollte ,bevor man einen Artikel veröffentlicht ,doch mal richtig recherchiert werden.
    Die Kürzung der WR ist lediglich ein Punkt auf der Sanierungsliste von Mutares um Zanders aus den roten Zahlen zu holen.
    Wie soll sich die Belegschaft fühlen wenn sie solch einen Schmarrn liest.
    Jetzt wo die Produktion immer stabiler läuft ,wo neue Sorten laufen und neue Verträge abgeschlossen werden ist es überhaupt nicht sinnvoll solche Artikel zu veröffentlichen.

  4. Wieder eine klug übergreifende, zeitgemäß zukunftsorientierte,
    nachhaltig sinnvolle Betrachtung!
    Jetzt müssen “bloß noch” Geist und Geld, Kompetenz und Kapital,
    Politik und Perspektive, Einfluss und Engagement in diesem Sinne zusammenkommen
    – Und schon wird aus der sich hinschleppenden Krise eine aufgehende Chance für Viele
    und die Stadt als Ganzes! – Zu naiv gedacht … ?

  5. Eine sehr schöne Idee! Ja, wir müssen die Dinge ändern und selbst in die Hand nehmen.