Bono Erdbeben allgemein_JAN 2016 (89)

Ein aktuelles Bild aus Kathmandu: Viele Erdbebenopfer sind in die Städte geflüchtet

Am 25. April 2015 traf das erste von einer Serie heftiger Erdbeben Nepal, gut zwei Wochen später fand im Bergisch Löwen eine prominent besetzte Benefiz-Gala statt, die 126.500 Euro für die in Nepal aktive Bono Direkthilfe mobilisierte.

Nur zwei Tage vor dem Erdbeben war im Ratssaal Bensberg die Stiftung Bono-Direkthilfe gegründet worden; die Vereinsmitglieder sind zum größten Teil Bergisch Gladbacher. Jetzt berichtete Bono-Vorstand Gereon Wagener, was mit dem Geld aus Bergisch Gladbach geschehen ist – und worauf sich der Verein in Zukunft (wieder) konzentrieren will. Wagener leitet Verein und Stiftung gemeinsam mit Michael Müller-Offermann.

Die Gala unter dem Motto „Bergisch Gladbach zeigt Herz“ hatte 72.000 Euro Spenden eingespielt. Hinzu kamen 50.000 Euro von der Bethe-Stiftung und 4.500 Euro des  Junge Unternehmer Clubs (JUC), der einen Teilerlös seines Benefiz-Konzertes im Juni 2015 beisteuerte.

Bürgermeister Lutz Urbach, Konsul Ram Pratap Thapa, Gereon Wagener

Wagener und Nepals Honorarkonsul Ram Pratap Thapa bedankten sich jetzt für die schnelle und überaus großzügige Spendenbereitschaft der Bergisch Gladbacher sowie bei Bürgermeister Lutz Urbach, der die Initiative für die Gala übernommen hatte.

Bono hatte die Gelder zu 100 Prozent an drei Hilfsorganisationen vor Ort weitergegeben, alle Mitarbeiter des Vereins arbeiten ehrenamtlich. Unter anderem wurden die Sanierung einer Schule, der Kauf von Schlafsäcken, von Medikamenten und von Materialien für provisorische Unterkünfte finanziert. Rund 70.000 Euro fehlen noch, um die Sanierung der Schule (die dann auch erdbebenfest sein soll) abschließen zu können – aber Wagener gab sich zuversichtlich, dass dafür genug Mittel zusammenkommen werden.

Die Details dokumentieren wir weiter unten.

Gegen Mädchenhandel und Zwangsprostitution

Viel wichtiger als der Blick zurück ist Bono jedoch der Blick nach vorne. Denn eigentlich ist der Verein nicht in der Krisenhilfe tätig, sondern hat sich dem nachhaltigen Kampf gegen Mädchenhandel und Zwangsprostitution verschrieben. Zwei Übel, die in Nepal weit verbreitet sind.

Eine Mitarbeiterin von Maiti stoppt Fahrzeuge, in denen entführte Mädchen sitzen könnten

Bono arbeitet vor Ort vor mit lokalen Organisationen wie SOS Bahini oder Maiti zusammen. Mitarbeiter von Maiti kontrollieren an den Hauptrouten des Mädchenhandels, stoppen Fahrzeuge und durchsuchen Busse (mittlerweile mit Unterstützung der Polizei).

Rund 30.000 zum Teil sehr junge Mädchen konnte Maiti bisher befreien und so vor dem Schicksal jahrelanger Zwangsprostitution im benachbarten Indien retten. Allein seit dem Erdbeben hat Maiti 200 Mädchen aufgegriffen, die aus besonders schwer von den Beben getroffen Gebieten kamen.

Lesen Sie mehr:
Nepal nach dem Beben: Leichte Beute für Menschenhändler, Simone Utler/SpOn
Nepal: Die Vergessenen von Chuchepati, Simone Utler, Deutsche Welle

Diese Arbeit kann man durch Spenden oder eine Mitgliedschaft bei Bono unterstützen. Der Verein finanziert sich über seine derzeit 208 Mitglieder, zukünftig soll auch die vor einem Jahr gegründete Stiftung für zusätzliche Mittel sorgen.

Sehr wichtig ist aber auch, das betonte Wagener ausdrücklich, dass wieder Trekking-Touristen nach Nepal reisen und das Land auf diesem Weg unterstützten. Die Trekking-Gebiete seien vom Erdbeben gar nicht betroffen gewesen und gut zu bereisen.

Wer sich für die Arbeit von Bono und die Verhältnisse in Nepal interessiert kann sich am 4. Juni um 18 Uhr den Dokumentarfilm „Urmila – die Freiheit” im Bensberger Kino anschauen. Im Film geht es um eine ehemalige Kindersklavin, die sich nach ihrer Befreiung für ein gerechteres Nepal einsetzt. Nach der Vorführung werden Hauptdarstellerin und Regisseurin für Gespräch zur Verfügung stehen. Mehr Infos 

Mehr Informationen:
Website Bono e.V., Website Stiftung, Facebook
Spendenkonto: Bono Direkthilfe e.V.
Kreissparkasse Köln, IBAN: DE71370502990373002353

G. Watzlawek

Journalist, Volkswirt und Gründer des Bürgerportals. Mail: gwatzlawek@in-gl.de.

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