Philipp Zimmermann (smart parking) Peter Widdenhöfer; Annika Hansen (Yellowbrick), Projektkoordinator Hans-Georg Wolf

Mit dem Monatsanfang sind in Bergisch Gladbach neue Zeiten für Cityparker angebrochen: Auf allen bewirtschafteten öffentlichen Parkplätzen ist jetzt das Handyparken möglich. Die Parkkunden müssen nicht mehr zwingend ihr Kleingeld zücken, um die Automaten zu füttern, sondern können das Smartphone zur Hand nehmen und online ihr Ticket buchen.

Die Stadt Bergisch Gladbach hat für diesen Service eine Kooperation mit smartparking geschlossen, einer in Hamburg ansässigen Plattform für digitale Parkraumbewirtschaftung. Unter dem Dach dieser als Verein geführten Einrichtung haben insgesamt fünf zertifizierte Anbieter ihr Interesse bekundet, in Bergisch Gladbach aktiv zu werden; ein sechstes Unternehmen wird kurzfristig hinzukommen. Diese stehen den Autofahrern künftig bei unterschiedlichen Konditionen zur freien Auswahl. Der Stadt Bergisch Gladbach erspart dies die Ausschreibung und langfristige Festlegung auf einen bestimmten Betreiber.

So funktioniert das Handyparken:

Die Autofahrer müssen sich für einen der Kooperationspartner der Stadt entscheiden. Das sind bislang EasyPark, ParkNow, Mobile City,Trafficpass und Yellowbrick. Das Prinzip ist bei allen digitalen Diensten gleich: Nach dem Abstellen des Wagens startet der Fahrer den Parkvorgang per App, Anruf oder SMS. Er löst damit einen digitalen Parkschein ohne Bargeld. Die Parkzeit kann er nach Bedarf stoppen oder verlängern. Zuviel gezahlte Gebühren oder Verwarngelder wegen abgelaufener Tickets dürften daher selten werden. Für diesen Komfort addieren die Anbieter unterschiedliche Zuschläge auf die kommunalen Parkgebühren.

Eine Handyparken-Vignette hinter der Windschutzscheibe ist in Bergisch Gladbach unnötig. Ob ein geparktes Auto ein digitales Ticket hat, erkennen die Mitarbeiter des Ordnungsamts, sobald sie das Kennzeichen mit einem zentralen System abgleichen. Praktisch für die Bürger: Sie können nicht nur in Bergisch Gladbach bargeldlos parken, sondern in vielen weiteren Städten, zum Beispiel in Köln, Berlin und Hamburg. Eine Übersicht gibt es hier.

Wie man einen der fünf Anbieter nutzt, steht auf jedem Parkautomaten. Die Unterschiede liegen im Preis – und in der Technik: ParkNow setzt beispielsweise auf eine kostenfreie App, die dem Autofahrer neben dem bargeldlosen Parken am Straßenrand auch eine ticketlose Ein- und Ausfahrt in Parkhäuser ermöglicht. Die Anwendung ist auch ohne Registrierung sofort nutzbar. EasyPark läuft ebenfalls über eine kostenlose App. Diese stellt neben einer Start-, Verlängern- und Beenden-Funktion weitere komfortable Features bereit – etwa die Anzeige nahegelegener Parkzonen. 

Die Idee des ticketlosen Parkens mit Hilfe des Mobiltelefons wurde bereits im Jahre 2008 geboren; damals steckten viele Systeme aber noch in den Kinderschuhen. Mittlerweile sind die Angebote ausgereift und laufen in vielen Städten schon erfolgreich. Für Bergisch Gladbach wurde in der Ratssitzung am 12. März 2015 der einstimmige Beschluss gefasst, das Handyparken einzuführen.

Besonderes Augenmerk richtete die Bürgervertretung dabei auf den Datenschutz und bestimmte, dass mit den Anbietern vertraglich zu vereinbaren sei, keine Daten an ausländische Stellen weiterzugeben und auch an inländische nur per Gerichtsbeschluss. Seitdem wurden Verhandlungen mit Betreibern geführt, Softwares getestet und Schnittstellen programmiert. Jetzt läuft die Sache rund, und das Angebot kann an den Start gehen.

Zeitersparnis: Der Weg zum Automaten entfällt

Fachbereichsleiter Peter Widdenhöfer sieht darin eine erhebliche Verbesserung des Service und lobt auch die Erleichterung für die Kunden, an ihren Parkschein zu gelangen: „Bargeldlos zahlen liegt im Trend, und ein Smartphone hat heute fast jeder in der Tasche. Mit Handyparken entfällt der lästige Weg zum Parkautomaten, und wer es sehr eilig hat, kann sein Ticket auch buchen, während er schon zur Verabredung spurtet.“

Geldersparnis: Minutengenaue Abrechnung

Ein weiterer Vorteil sei die minutengenaue Abrechnung im Online-System: „Fünfzig Minuten Parken heißt hier auch fünfzig Minuten zahlen. Und das Ticket läuft nicht ab, solange die Parkzeit nicht per Smartphone gestoppt wird,“ erläutert Widdenhöfer.

Für die städtischen Ordnungskräfte bedeutet die Erweiterung des Bezahlservice keine große Umstellung: Seit zwei Jahren ist das Handy auch wichtigstes Werkzeug der Mitarbeiter im Außendienst; für die neue Funktion muss lediglich das Kennzeichen eingegeben werden, um zu erfahren, ob bezahlt wurde – oder vielleicht doch wieder das gute alte Knöllchen fällig wird.

Zwei Tarifzonen, die ersten 15 Minuten sind umsonst

In Bergisch Gladbach gibt es rund 1.600 von der Stadt bewirtschaftete öffentliche Parkplätze und 69 Parkscheinautomaten. Die Parkgebührenordnung weist zwei Tarifzonen aus: Zentrumsnahe Stellplätze in der Stadtmitte, in Bensberg und Refrath kosten 50 Cent pro 20 Minuten, ansonsten 50 Cent pro 30 Minuten. Wer nur 15 Minuten parkt, kann ein kostenloses Ticket ziehen.

Es besteht die Möglichkeit des Bezahlens nach Beendigung der Parkzeit. Bisher konnte nur mit Münzen gezahlt werden; die Geldkartenfunktion hatte sich nicht durchgesetzt.

Pressestelle Stadt BGL

Hier werden offizielle Pressemitteilungen der Stadtverwaltung veröffentlicht. Sie geben nicht die Meinung des unabhängigen Bürgerportals iGL wieder.

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2 Kommentare

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  1. Die Straßenparken-Apps sind echt nützlich. Außerdem nutze ich seit Juli die Parkkarte von cleverPARKEN in Bergisch Gladbach. Damit parke ich bargeldlos in der RheinBerg Galerie und kann sogar noch Parkgebühren sparen.

  2. In Andenach habe ich das System von TraviPay, das (noch) nicht aufgeführt ist, genutzt. Eine sehr praktische Sache, wenn man nicht genau weiß, wann man zurück am Fahrzeug ist (z.B. beim Arztbesuch) oder sich einfach “verplappert” hat. Den geringen Zuschlag nehme ich dafür gerne in Kauf.