Nur ein einziges neues Gewerbegebiet hat Bergisch Gladbach einrichten können, in Obereschbach.

Der Mangel an Gewerbeflächen ist nicht nur in Bergisch Gladbach ein aktutes Thema, sondern treibt alle Kommunen und Wirtschaftsförderer im Rheinisch-Bergischen Kreis um. Daher haben sich die Bürgermeister der acht Städte und Gemeinden, der Rheinisch-Bergische Kreis und seine Wirtschaftsförderungsgesellschaft (RBW) sowie die IHK Köln an einen Tisch gesetzt.

Das (vorläufige) Ergebnis: Ein Gutachten zum Flächenbedarf, ein Gewerbeflächenkonzept für den gesamten Kreis und eine gemeinsame Erklärung aller Bürgermeister. Das Konzept wird am kommenden Mittwoch bei einer Kreiskonferenz vorgestellt, die Erklärung anschließend unterzeichnet.

Die Dokumente will der Kreis im Vorfeld noch nicht publizieren, doch hat die Stadt Bergisch Gladbach eine Kurzfassung bereits im Ratsinformationssystem veröffentlicht.

Demnach war das Büro Stadt- und Regionalplanung Dr. Jansen GmbH aus Köln, das auch die Brachflächenanalyse für Bergisch Gladbach erstellt hatte, damit beauftragt worden, ein Gutachten zu erstellen. Dazu hat das Büro Unternehmen befragt, den zukünftigen Flächenbedarf berechnet und die Flächenreserven erfasst.

Nach Angaben der Stadt Bergisch Gladbach haben die Unternehmer dabei die Verfügbarkeit von Flächen als einen entscheidenden Standortfaktor genannt. Ein Drittel der befragten Unternehmen hatte bereits mindestens einmal seinen Standort verlagern müssen, in mehr als der Hälfte der Fälle sei dafür Platzmangel der Grund gewesen.

Um die Mitarbeiter nicht zu verlieren haben sich aber 58 Prozent der Unternehmen im Umkreis von 20 Kilometer des alten Standortes neu angesiedelt. Aber wenn sich in diesem Radius keine geeignete Fläche findet, dann können auch Verlagerungen über Kreis- und Landesgrenzen hinweg, unter Umständen auch ins Ausland, vorkommen.

Den zusätzlichen Flächenbedarf hat das Büro Jansen mit 140 Hektar bis zum Jahr 2035 berechnet. Diese seien notwendig, um sowohl betehende Betriebe in Rhein-Berg zu halten als auch Neuansiedlungen und Neugründungen zu ermöglichen.

Diesem Bedarf stehen der Untersuchung zufolge Reserven von maximal 85 Hektar gegenüber. Ein Teil dieser Flächen sei jedoch mit Restriktionen (Umweltauflagen, fehlende Verkaufsbereitschaft, angrenzende Wohnbebauung) belegt, die nur zum Teil überwindbar seien.

Selbst wenn alle diese Restriktionen ausgeräumt werden könnten fehlen im Rheinisch-Bergischen Kreis also mindestens 55 Hektar Gewerbeflächen;  realistischerweise sind es auf Basis dieser Daten allerdings viel mehr.

Allein für Bergisch Gladbach weist die Stadtverwaltung im Vorentwurf für den Flächennutzungsplan neue Gewerbeflächen von 50 Hektar aus. Dieser Vorentwurf wird zwar erst nach einer gemeinsamen Sitzung der zuständigen Ratsausschüssen am 30. August veröffentlicht. Aber die Vorlage zu dieser Sitzung nennt diese zwei Globalzahlen:

„Um die prognostizierten Bedarfe für Wohnen und Gewerbe bis zum Jahr 2035 decken zu können, werden im Vorentwurf rund 180 ha zusätzliche Wohnbauflächen und rund 50 ha zusätzliche Gewerbeflächen, nach Betrachtung der städtebaulichen Eignung und Bewertung der Umweltschutzgüter, dargestellt.”

Die eigentliche Bürgerbeteiligung beginnt am 9. September.

Dokumentation: Die Unterlagen für die gemeinsame Sitzung des Flächennutzungsplanausschusses, des Ausschusses für Umwelt, Klimaschutz, Infrastruktur und Verkehr und des Stadtentwicklungsund Planungsausschusses

Redaktion

des Bürgerportals. Kontakt: info@in-gl.de

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