Trainer Daniel Przybilla zusammen mit Frauke Kulike beim Training der Faszien

Gründe für Rückenschmerzen gibt es viele. Therapien auch. Die genauen Ursachen und Auslöser sind nicht immer eindeutig feststellbar. Selbst viele Erkrankungen des Skeletts und der Muskeln sind nicht unmittelbar für den Rückenschmerz verantwortlich. „Oft tappt man im Dunkeln. Jetzt rückt die Faszie (Bindegewebe) verstärkt in den Verdacht, bei Rückenschmerzen eine zentrale Rolle zu spielen“, erläutert Dipl.-Sportwissenschaftler Daniel Przybilla. Und er weiß: Schlechte Faszien können heftige Schmerzen verursachen.

Ein Ziehen oder Drücken im Rücken hat wohl jeder schon mal verspürt. Froh ist man dann, wenn der Schmerz wieder von alleine verschwindet. Doch oftmals bleibt der ungeliebte Schmerz im Kreuz. Beruf und Alltag werden mehr und mehr eingeschränkt, der Schmerz wird chronisch. Ist das Gefüge von Muskeln, Sehnen, Gelenken und Wirbelknochen gestört, so gilt ein erster Verdacht oft der Bandscheibe.

„Die Bandscheibe ist nur für eine geringe Anzahl von etwa 20 Prozent der Rückenschmerzen verantwortlich“, weiß Przybilla zu berichten. „Die Ursachen sind meist sehr vielfältig und haben viele Faktoren. Auslöser kann eine körperliche Veränderung sein. Auch an physische Belastungen oder seelische Anspannung muss gedacht werden.

Seit neuestem trifft das Bindegewebe, das in einem Netzwerk unseren Körper durchdringt und ihn formt, in den Fokus der Experten. Die Faszien sind das größte Sinnesorgan des Menschen. Die gesunde Faszie ist sehr elastisch und besteht aus Kollagenfasern. Diese haben eine geordnete Struktur aus verschiedenen kreuzenden Faserrichtungen, die in vielen Schichten aufeinander gleiten.

Probleme und Schmerzen entstehen meist dann, wenn diese Ordnungsstruktur chaotischer und der Gleitmechanismus gehemmt wird. Die Faszien verkleben, verfilzen und werden anfälliger für Risse. Diese immense Änderung der Faszienstruktur kann unterschiedliche Ursachen haben.

Vieles Sitzen, länger andauernde einseitige Körperhaltung und Bewegungsmangel hat auf die Faszien einen negativen Einfluss. Es fehlt der mechanische Reiz durch Krafttraining, Dehnübungen oder Massage, die durch einen Therapeuten oder mit Hartschaumrollen in Eigenregie bewirkt werden kann.

Ein weiterer Grund kann in der Überbeanspruchung der Faszien liegen. Wer verstärkt körperlich arbeitet, viele Lasten heben muss und lange in vorgebeugter Haltung verbringt, leiert seine Rückenfaszie aus.
Die Regenerationszeit bis zum nächsten Arbeitstag reicht meist nicht aus, damit die nötige Spannung im Bindegewebe wiederhergestellt wird.

Diese ungünstigen strukturellen Veränderungen begünstigen Mikrorisse in den Faszien und beschädigen die in den Faszien enthaltenen kleinen Sinnesfühler, die wiederum Fehlinformationen sowie Schmerzreize weiterleiten. Die neuromuskuläre Koordination wird behindert und es entstehen Fehlbewegungen. Viele meiden in diesem Zustand Bewegung und Sport. Ein Teufelskreislauf entsteht.

Doch soweit muss es nicht kommen. Die Reha Marienberg bietet im September spezielle Kurse zum Faszientraining an.

Am 14. September können die Teilnehmer ab 18.30 Uhr das neuartige Training auf der Rolle im großen Seminarraum des Marien-Krankenhauses Bergisch Gladbach kennenlernen.

Ein regelmäßiges Training wird ab dem 19. September von 18.00 bis 19.00 Uhr in der Physikalischen Therapie des MKH angeboten. Weitere Informationen unter der Rufnummer 0177 2759012.

PR-Berater (Deutsche Akademie für Public Relations)

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