Fotos: AMG

Mit einer Revue aus Musik, Tanz und Literatur hat der Projektkurs „Lost Generation“ des Albertus-Magnus-Gymnasiums sein Publikum auf eine Reise durch das Berlin und Paris der 1920er und frühen 1930er Jahre geführt.

Wir veröffentlichen einen Bericht Vom Albertus-Magnus-Gymnasium

Die erste Nummer hatte noch nicht begonnen, als das Thema im Atrium des Albertus-Magnus-Gymnasiums bereits deutlich sichtbar war. Flapper-Kleider, Federboas, Glitzerwesten und Zigarettenspitzen prägten das Bild. Begleitet von den Klängen eines Swing-Trios entstand eine Kulisse, die an ein Varieté der Goldenen Zwanziger erinnerte.

Eröffnet wurde der Abend mit dem Titel „Cabaret“ aus dem gleichnamigen Musical. Zwei Siebtklässlerinnen setzten damit den musikalischen Auftakt zu einem Programm, das zwei Stunden lang Musik, Tanz und Literatur miteinander verband.

Das Publikum verfolgte die Darbietungen an weiß gedeckten Tischen, das Licht der Tischlampen gedämpft, im Glas alkoholfreien Sekt, während sich die Aula in eine Bühne der schillernden 20er zu verwandeln schien.

Den tänzerischen Teil des Abends leitete eine Stepptanznummere zu Irving Berlins „Puttin’ on the Ritz“ ein. Weitere Tanzbeiträge griffen den Stil der Epoche auf, darunter ein Charleston-Tanzduo, das sich in einer Filmaufnahme im Stil der 20er Jahre präsentierte, mit Anklängen an die Stummfilm-Ästhetik dieser Zeit.


Weitere Tanznummern sorgten für Rhythmus und eine ausgelassene Stimmung, darunter eine Stepptanzdarbietung zu „Singin’ in the Rain“. Den Abschluss des tänzerischen Programms bildete „Mein Herr“, eine Sequenz aus dem Musical Cabaret.

Neben den schwungvollen Beiträgen gab es auch ruhigere Momente. Das Chanson „La vie en rose“, dargeboten in einer mehrsprachigen Interpretation auf Englisch und Französisch, setzte einen kontrastierenden Akzent im Programm.

Literarische Beiträge ergänzten den Abend. Eine Szene aus Ernest Hemingways A Moveable Feast zeigte ein Gespräch zwischen Gertrude Stein und Ernest Hemingway über die sogenannte „Lost Generation“. Auch Gedichte wie Jakob van Hoddis’ „Weltende“ und Dorothy Parkers „Résumé“ wurden vorgetragen. Sie rückten die Spannungen und Unsicherheiten der Epoche in den Blick.


Mehrfach wirkten Lehrkräfte am Programm mit. Interpretationen von George Gershwins „The Man I Love“ sowie zwei Stücke aus Brechts und Weills Dreigroschenoper verbanden musikalische Nostalgie mit gesellschaftskritischen Tönen. Kurz vor dem Finale führte ein französisches Chanson noch einmal musikalisch mit Joe Dassins „Champs-Élysées“ nach Paris, diesmal allerdings in die zügellosen 60er-Jahre.

Durch den Abend führten zwei Moderatoren-Duos aus der Schülerschaft, die die einzelnen Programmpunkte mit Charme verbanden. Die musikalische Begleitung besorgte ein Lehrer-Ensemble, das auch die Pausen musikalisch im Klang der Zeit gestaltete.

Mit seinem Varieté präsentierte der Projektkurs eine abwechslungsreiche Mischung aus Musik, Tanz und Literatur. Die Aufführung machte die kulturelle Vielfalt der Jahre zwischen Aufbruch, Glanz, Krise und großstädtischem Taumel erlebbar und wurde vom Publikum mit lang anhaltendem Applaus gewürdigt.

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