Der Boxer und Polizeikommissar Cem Tunc (r.) schilderte, wie er Integration durch Sport erlebt

Sport begeistert die unterschiedlichsten Menschen und führt sie zusammen. Dies konnte man bei der öffentlichen Fraktionssitzung „Integration durch Sport“ der SPD Bergisch Gladbach im großen Ratssaal des Historischen Rathauses deutlich spüren.

Ob Bundestags- oder Landtagsabgeordnete, ob Korfballspielerin, Boxer oder Läufer. Der Spaß am Sport verbindet und bringt Menschen zusammen.

Michaela Engelmeier (SPD-Bundestagsabgeordnete für den Oberbergischen Kreis und sportpolitische Sprecherin der SPD-Bundestagsfraktion) berichtete u. a. von ihren Erfahrungen bei der Olympiade in Rio: „Die eigene Mannschaft der geflüchteten Sportler war eine tolle Idee des Internationalen Olympischen Komitees. Das hat mich beeindruckt. Das setzt ein Zeichen. Wir Sportler halten zusammen.“

Michaela Engelmeier gab den anwesenden Sportvereinen noch einen wichtigen Hinweis: Sportvereine dürfen auch ohne Mitgliedsbeiträge geflüchtete Menschen aufnehmen – ohne ihre Gemeinnützigkeit zu verlieren. Sie müssen nur ihre Satzungen anpassen und können dann vergünstigte oder beitragsfreie „Gastmitgliedschaften“ anbieten. Dies haben alle 16 Finanzminister/innen und -senatoren/innen der Länder in ihrer Konferenz am 12. November 2015 in Berlin festgestellt.

Unsere Landtagsabgeordnete Helene Hammelrath (stellvertretende Vorsitzende des Sportausschusses des Landtags NRW) machte deutlich, dass die Werte Fairness, Toleranz, Solidarität durch den Sport vermittelt werden. „Soziale Schranken werden im Sport aufgehoben. Wer mitmacht gehört dazu“, betont sie und machte auf das Sonderprogramm „Sport und Flüchtlinge“ aufmerksam.

Seit 2014 fördern die Landesregierung und der Landessportbund NRW mit diesem Sonderprogramm die Arbeit der Vereine. Um geflüchteten Menschen, ganz besonders Kindern und Jugendlichen, den Zugang zum organisierten Sport zu erleichtern, erhalten die Sportvereine eine Unterstützung von bis zu 500 Euro. Bislang haben mehr als 1.000 Vereine eine Förderung erhalten. Im Rheinisch Bergischen Kreis ist der KreisSportBund Rhein-Berg der richtige Ansprechpartner.

Ein ganz besonderes Highlight waren die persönlichen Geschichten der Sportlerinnen und Sportler, die durch ihren eigenen Lebensweg belegen konnten, dass Integration durch Sport funktioniert.

Die beiden eritreischen Sportler Andemariam Gebregerges und Ferej Bekit erzählten – mit Unterstützung von Thomas Kerckhoff – von ihrer Teilnahme beim Refrather Kirschblütenlauf

Die beiden jungen eritreischen Sportler Andemariam Gebregerges und Ferej Bekit erzählten – mit Unterstützung von Dr. Thomas Kerckhoff – beispielweise von ihrer Teilnahme beim Refrather Kirschblütenlauf.

Die Geschäftsführerin Eva Wieseler und die Sportlerin Vigneswarani Sathiakumaran von der SG Pegasus berichteten von dem lokalen Netzwerk „Orientierung durch Sport“, das zum Informations- und Erfahrungsaustausch der Sportvereine sowie der Ansprechpartner der Hilfe für geflüchtete Menschen in Bergisch Gladbach gegründet wurde.

Eva Wieseler und Vigneswarani Sathiakumaran von der SG Pegasus berichteten von dem lokalen Netzwerk „Orientierung durch Sport“.

Vom Boxclub Bergisch Gladbach 32/84 e.V. waren das Vorstandsmitglied Ender Tulgar sowie die drei Boxer Cem Tunc, Michael Lenges und Ziyakhan Waklizade zu Gast. Ender Tulgar nutzte die Öffentlichkeit, um auf ein dringendes Anliegen hinzuweisen. Der Boxclub möchte sich noch stärker in die Integrationsarbeit von Kindern und Jugendlichen einbringen und sucht deshalb händeringend nach Räumlichkeiten.

„Unsere Fraktion unterstützt die Sportvereine wo sie kann. Oft können wir unterschiedliche Menschen und Interessen zusammenbringen. Wir wissen genau, dass die Vereine eine wertvolle Arbeit bei der Integration von Migranten und geflüchteten Menschen leisten“, betonen Gerd Neu, Vorsitzender des städtischen Ausschusses Bildung, Kultur, Schule und Sport, und Klaus W. Waldschmidt, SPD-Fraktionsvorsitzender.

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