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„Sand im Getriebe”: Unter dieser Überschrift hat die IHK Köln ihre Herbstumfrage zur Konjunktur in der Region veröffentlicht – und bringt damit auf den Punkt, dass die Unternehmen auch im Rheinisch-Bergischen Kreis nicht mehr so zuversichtlich wie noch zuletzt in die Zukunft schauen.

Zwar seien die Firmen in Rhein-Berg weiterhin in guter Form, zeige die Umfrage, an der 78 Unternehmen aus dem Kreis teilgenommen hatten. Die Erwartungen der Unternehmen waren aber noch deutlich schlechter als bundesweit.

„Die momentan starke Binnenkonjunktur kann auf Dauer nicht die Unsicherheiten im internationalen Umfeld ausgleichen. Diese Risiken beeinflussen vor allem das Exportgeschäft und somit die Industrie“, sagt Eva Babatz, Leiterin der Geschäftsstelle Leverkusen/Rhein-Berg der IHK Köln.

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Die IHK freue sich zwar über eine starke Dynamik, die von der gestiegenen Binnennachfrage, der Zinspolitik und den Ölpreisen ausgehe. „Dies sollte uns allerdings nicht dazu verleiten, die Risiken aus den Augen zu verlieren und gedankenlos auf der Erfolgswelle mitzuschwimmen,“ warnt Babatz.

In der gesamten Region ist der IHK-Konjunkturklimaindikator, der Lage und Erwartungen zusammenfasst, gegenüber der Frühjahrsumfrage um 7,2 Punkte gefallen. Mit insgesamt 118,5 Punkten liegt er weiterhin klar über dem langjährigen Durchschnitt von 111,2 Punkten.

Bei der Geschäftsentwicklung in den kommenden zwölf Monaten überwiegt Skepsis. Vor allem die Auslandsnachfrage und der Fachkräftemangel rücken wieder in den Fokus der Unternehmen. Ohne nennenswerte Dynamik bleibt die Investitionsbereitschaft der Betriebe. Die Exporterwartungen sind gesunken, dazu trägt das BREXIT-Votum bei. Allerdings zeigen die Unternehmen eine höhere Bereitschaft, den Mitarbeiterstamm auszubauen.

Eva Babatz: „Die unsichere Lageeinschätzung der Unternehmen zeigt, dass wir trotz immer noch guter Aussichten momentan stark darauf achten sollten, beeinflussbare Faktoren wie die Qualität des Standortes und die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen zukunftsorientiert weiterzuentwickeln. So haben beispielsweise die Barrieren im Auslandsgeschäft in den letzten Jahren nicht abgenommen, sondern zugenommen. Als exportorientierte Wirtschaftsregion werden wir nicht müde, auf den notwendigen Abbau von Handelshemmnissen hinzuweisen. Eine zusätzliche Verunsicherung bei den äußeren Bedingungen kann die Stimmung schnell wieder umkippen lassen.“

Bei der Geschäftslage zeugen schnelle Stimmungsschwankungen von Unsicherheit. In Leverkusen und im Rheinisch-Bergischen Kreis ist der Lageindikator zum Herbst leicht gefallen, auch wenn die aktuellen bundesweiten Erhebungen einen Aufschwungtrend verzeichnen. Noch im August schätzten 44,3 Prozent der Unternehmen in Leverkusen ihre Lage als gut ein, nur 7,1 Prozent als schlecht.

Dabei sehen die Industriebetriebe und auch die Handelsunternehmen ihre Lage im Vergleich zum Vorjahr schlechter – die Dienstleistungsunternehmen melden eine leichte Verbesserung. Im Rheinisch-Bergischen Kreis sind im Herbst 29,3 Prozent der Unternehmen zufrieden, nicht zufrieden sind 6,1 Prozent mit ihrer derzeitigen Geschäftslage. Die Dienstleistungs- und Industrieunternehmen sind weniger zufrieden, beim Handel im Rheinisch-Bergischen Kreis zeigt sich eine deutlichere Verschlechterung.

Redaktion

des Bürgerportals. Kontakt: info@in-gl.de

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