Johann Wilhelm Lindlar, Wasserfall im Gebirge, 1880, Öl auf Leinwand, 138 x 111 cm, Schenkung Hans Alfred Keller. Foto: M. Wittassek

Johann Wilhelm Lindlar, Wasserfall im Gebirge, Schenkung Hans Alfred Keller. Foto: M. Wittassek

Aus dem reichen Oeuvre des Bergisch Gladbacher Malers Johann Wilhelm Lindlar zeigt das Kunstmuseum Villa Zanders  zu dessen 200. Geburtstag Werke aus unserer Sammlung.

Der am 9.12.1816 in Bergisch Gladbach geborene Johann Wilhelm Lindlar gehört zu den namhaften Vertretern der Düsseldorfer Malerschule. Er war zunächst als Lehrer tätig und wandte sich mit 28 Jahren der Malerei zu. Bis zu seinem Tod im Jahr 1896 unternahm er zahlreiche Reisen in die Alpen und wurde vor allem als „Alpenmaler“ bekannt.

Die heroische Natur der schweizerischen Alpen übertrug er im Atelier in idealisierte Landschaften, die noch ganz dem Geist der Spätromantik verpflichtet sind. Unerreichbar ferne Gipfel, dramatische Lichtverhältnisse, schäumende Wasserfälle und staffagenhaft kleine, den Elementen trotzende einsame Wanderer sind die geläufigen Ausdrucksmittel seiner Bildsprache.

Lindlar orientierte sich zeitlebens an seinem Lehrer Johann Wilhelm Schirmer. Gestützt auf zahlreiche Naturstudien steigerte er jedoch dessen realistischen Ausdruck.

Gemäß eigenen Angaben umfasst Lindlars Werk etwa 500 Gemälde. Sein vielfach in die Neue Welt exportiertes Gesamtwerk ist weitgehend verschollen. Zahlreiche Bildverkäufe tätigte er in den USA, Niederlande, Belgien, Frankreich, England und Deutschland. Da kein Verzeichnis der tatsächlichen Bildverkäufe vorliegt, ist es weitgehend unmöglich, ein Werkverzeichnis zu rekonstruieren.

Das Kunstmuseum Villa Zanders besitzt 18 Werke von Johann Wilhelm Lindlar, darunter auch Zeichnungen und Studien.

Vita Johann Wilhelm Lindlar

  • 09.12.1816 geboren in Kley, getauft in Paffrath in St. Clemens als eines von 8 Kindern
  • 1830 – 1834 Schulgehilfe an der Schule „Im Ross“, dann Aufnahme in das königliche Lehrerseminar in Brühl. Lehramt an der Domschule zu Köln und künstlerische Studien bei A. Wegelin
  • 1842 Berufung als Lehrer an die Rheinische Ritterakademie Bedburg
  • 1843 Lehre als Zeichenlehrer an höheren Schulen an der Königl. Kunstakademie Düsseldorf (Direktor Wilhelm von Schadow)
  • 1844 Einfluss J.W. Schirmers und Entschluss, Maler zu werden
  • 1845 Aufnahme an die Kunstakademie Düsseldorf in die Klasse von Johann Wilhelm Schirmer (Landschaftsmalerei)
  • 1847 – 1851 eigenes Meisteratelier an der Kunstakademie Düsseldorf
  • 1848 Mitbegründer des Künstlervereins „Malkasten“ in Düsseldorf
  • ab 1851 Freischaffender Maler, Reisen in die Schweiz, Gardasee, Lago Maggiore
  • 1852 Ehrung durch die Königliche Akademie der schönen Künste in Amsterdam
  • 1855 Verlegung des Wohnsitzes nach Düsseldorf, Heirat mit Othilie Dorothea Karoline Asteroth (5 Kinder aus der Ehe)
  • 1856 „Malkasten-Streit“: Der Kampf der freien Künstlerschaft gegen die einseitige Bevormundung durch Schadow hat den Austritt Schadows zur Folge; Lindlar-Porträt von der Hand des Malers Josef Schex
  • 1860 – 70 Teilnahme an zahlreichen Salonausstellungen u.a. in Frankreich
  • 1867 – 71 Geschäftsführer des Kunstverein für die Rheinlande und Westfalen in Düsseldorf
  •  23.04.1896 gestorben in Düsseldorf

Kunstmuseum Villa Zanders

Das städtische Museum wurde 1992 in der Gründerzeitvilla der Fabrikantenfamilie Zanders eröffnet und feiert 2017 sein 25jähriges Bestehen. Mit seiner einzigartigen Sammlung von „Kunst aus Papier“, der Kommunalen Galerie mit Malerei der Düsseldorfer Schule aus dem 19. Jhdt. sowie einem ambitionierten...

Reden Sie mit, geben Sie einen Kommentar ab

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.