Rund 80 Gäste erlebten  im Kulturhaus Zanders einen abwechslungsreichen Abend und gemäß dem Motto „Vielfalt startet durch!“ wurde diskutiert und bei Häppchen konnte fleißig an neuen Netzwerken geknüpft werden.

„Wir wollen heute Abend über das Gelingen und den nötigen Einsatz für eine offene, vielfältige Gesellschaft sprechen. Wir wollen uns für die Akzeptanz und Wertschätzung von gesellschaftlicher Vielfalt starkmachen. Auf die bisherigen Aktionen von vielfalt.viel wert. zurückschauen, einen Ausblick wagen und uns vernetzen für künftige gemeinsame Veranstaltungen, Aktionstage, Ausstellungen.” begrüßte Dr. Lea Wohl von Haselberg, die Projektleiterin des Caritasverbandes, die zahlreichen Gäste.

Besonderes Highlight war die Eröffnung der Ausstellung „Heimaten“ – ein intergenerationelles Kunstprojekt des Caritasverbands für den Rheinisch-Bergischen Kreis e.V., dem Caritas-Projekt vielfalt. viel wert. und young caritas. Sie zeigt die Bilder, die im Malkurs „Heimat“, der von Angelika Szudarek-Renner, Odenthal, geleitet wurde, zwischen Oktober und Dezember 2016 entstanden sind und Porträtfotografien der Kursteilnehmerinnen, aufgenommen von Isabelle Hamm. Die Ausstellung „Heimaten“ soll mit Bildern und kurzen Texten einen Einstieg in das Thema ermöglichen, soll dazu einladen, sich berühren zu lassen von den vielfältigen Bedeutungen, die Heimat haben kann.

Bei einem kleinen Projektrückblick und dem Vielfalt-Film konnten sich die Gäste einen Eindruck von den Aktionen und Veranstaltungen von vielfalt. viel wert. verschaffen, das ganze untermalt von Till Heinzelmann am Saxophon. Außerdem konnten alle Gesicht zeigen für Vielfalt und Vielfalts-Botschafterin oder -Botschafter werden. Der Videograf Christian Mack nahm dazu kurze Videostatements auf, in denen Gäste sagen konnten, warum Sie sich für Vielfalt stark machen/ warum Sie Vielfalt wichtig finden..

Den Vielfalt-Film finden Sie im Internet unter: www.vielfalt.caritas-rheinberg.de

Warum engagiert sich die Caritas mit dem Projekt vielfalt. viel wert.? Die Gesellschaft ist heute vielfältiger denn je. Vielfalt bedeutet mehr Individualität und Freiheit. Gleichzeitig braucht Vielfalt mehr Austausch, Flexibilität und faires Aushandeln gemeinsamer Regeln. Der Umgang mit ethnischer, kultureller und religiöser Vielfalt fällt vielen noch schwer. Die Mehrheit der Erfolgreichen mit Migrationshintergrund wird kaum wertgeschätzt oder gar nicht wahrgenommen.

„So werden Chancen vertan, Zugehörigkeit verhindert, gemeinsames Wir-Gefühl erschwert. – Wechseln wir die Blickrichtung! Vielfalt akzeptieren, mit ihr umgehen, ihre Potenziale nutzen. Das motiviert uns als Caritas“, sagt Caritas-Vorstandssprecher George Koldewey anlässlich des ersten Vielfalt-Abends im Rheinisch-Bergischen Kreis.

Im Mai 2013 gab der Diözesan-Caritas-Verband Köln für das Erzbistum Köln den Startschuss für sein Vernetzungs- und Kulturprojekt “vielfalt.viel wert.” in fünf angeschlossenen regionalen Caritasverbänden. Seit diesem Frühjahr ist auch der Rheinisch-Bergische Kreis bei “vielfalt.viel wert.” dabei. Damit beteiligen sich inzwischen an acht Standorten regionale Caritasverbände im Erzbistum Köln im Rahmen Ihrer Integrations- und Migrationsarbeit an “vielfalt.viel wert.”.

Caritas geht neue Wege

„Die Kampagne “vielfalt.viel wert.” wirbt für ein positives Verständnis von Vielfalt in der Gesellschaft und will den Umgang mit Vielfalt erlernen helfen. Sie steht für Aktionen, Wettbewerbe, Fachtagungen, Kulturveranstaltungen und vieles mehr, das hilft, zu erkennen: “vielfalt.viel wert.”, macht Lea Wohl von Haselberg, neugierig.

Kommende Projekte werden z.B. Filmreihen, Vorleseprojekte, Kunstausstellungen, Workshops für Jugendliche und Installationen im gesamten rheinisch-Bergischen Kreis sein. Vielfalt soll dabei nicht nur Gegenstand der Kampagne sein, sondern auch im Projekt selbst gelebt werden. Darum wirbt Wohl von Haselberg von Rösrath bis Wermelskirchen bei Initiativen, Kulturschaffenden, Firmen und Einrichtungen mit Ideen und Kooperationsangeboten für Begegnung, Beteiligung und gemeinsames Handeln.

Zur Motivation der Caritas RheinBerg, die Kampagne im Rheinisch-Bergischen Kreis voran zu treiben, sagt George Koldewey: „Die Caritas RheinBerg engagiert sich seit mehr als 50 Jahren für alle Menschen ohne Ansehen der Nationalität, Herkunft oder Glaubensüberzeugung gemäß dem Grundsatz: Der Mensch zählt. Wir stellen fest, dass die verschiedenen Gesellschaftsgruppen, die sogenannten Milieus, sich bewusst oder auch unbewusst, abgrenzen. Diese Grenzziehung möchten wir mit der Kampagne aufweichen und freuen uns, dass der Diözesan-Caritasverband uns dabei finanziell unterstützt.“

„Sei mutig, sei Gutmensch!”

In diesem Zusammenhang fand auch eine weitere Aktion statt. Derzeit ist „Gutmensch“ in unserer Gesellschaft nahezu ein Schimpfwort geworden. Gutmenschen seien naiv, dumm und weltfremd.

In Wahrheit vereint ein Gutmensch viele positive Eigenschaften: Ihm ist nicht egal, wie es seinem Nächsten geht. Er begegnet ihm mit Solidarität und fühlt mit ihm, anstatt sich nur mit sich selbst und seinen Bedürfnissen zu beschäftigen. Er respektiert den Standpunkt des Anderen und seine Eigenarten, ohne dabei die eigenen Überzeugungen aufzugeben. Dabei ist ihm wichtig, das Gemeinwohl im Blick zu behalten – und das nicht nur national, sondern global. Er setzt sich für diejenigen ein, die seine Hilfe brauchen, wer auch immer sie sind und woher auch immer sie kommen.

Genau deshalb brauchen wir den Mut zu sagen: „Ja klar bin ich gut, Mensch!“. Selbstverständlich ist das nicht immer einfach und natürlich macht jeder Fehler. Auch das gehört zum Menschsein. Aber es zählt der Versuch. Unsere Gesellschaft braucht Gutmenschen, denn sie sind es, die die Gesellschaft zusammenhalten. Deshalb: Zusammen gut.

Die Kampagne „zusammen gut“ des Erzbistums Köln soll über ein Jahr lang gesellschaftliches Engagement stärken und Menschen ermutigen, sich für andere und für die Gemeinschaft einzusetzen. In aktuellen Zeiten des Misstrauens und der Angst wollen wir als Kirche Werte in die Gesellschaft einbringen. Unsere Gesellschaft braucht Gutmenschen, denn sie sind es, die die Gesellschaft zusammenhalten.

Der Start im Rheinisch-Bergischen Kreis erfolgte am 1. Dezember 2016 durch eine Sprayer-Aktion der beiden Caritasvorstände Zita Müller und George Koldewey mit dem Hashtag gutmensch vor dem Laurentiushaus und vor dem Kulturhaus Zanders.

Die Caritas RheinBerg dokumentiert damit öffentlich, dass sie jeden unterstützt, der sich als „guter Mensch“ für andere, unabhängig seiner Person oder Herkunft, und damit für unsere Gesellschaft insgesamt einsetzt.

Caritas RheinBerg

Unter dem Motto "Caritas RheinBerg – Der Mensch zählt" ist der Caritasverband für den Rheinisch-Bergischen Kreis e.V. heute wie vor 50 Jahren bestrebt, seinen Auftrag als Sozialdienst der katholischen Kirche, als Verband der freien Wohlfahrtspflege und als Mitgliederverband zu erfüllen.

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