Der Forumpark ist bereits gepflastert; im Hintergrund ist die neue Baustelle an der Schnabelsmühle zu erkennen.

Zu Beginn der Adventszeit hatten Strundeverband und Stadtverwaltung ein Stück weit Entwarnung gegeben und die Innenstadt wieder für erreichbar erklärt; jetzt machen sie bei einem Pressegespräch weitere Angaben zu den Baufortschritten und den Schlussterminen des Megaprojektes „Strunde hoch vier”.

Soviel vorab: Nach Einschätzung von Martin Wagner, als Chef des Strundeverbands der hauptverantwortliche Bauherr, sind die Bauarbeiten nach ersten Startschwierigkeiten bei der Belkaw und der Entdeckung von Altlasten erstaunlich rasch und störungsfrei voran gekommen. Auch die Überschreitungen der Baukosten (siehe unten) seien undramatisch. Selbst die Beschwerden von Verkehrsteilnehmern, ergänzt der städtische Baustellenmanager Stefan Höller, hätten sich in einem niedrigen Rahmen gehalten. 

Für Autofahrer, Anwohner und Innenstadtbesucher sind folgende Schlussdaten wichtig:

  • Januar 2017: Abschluss der Arbeiten im Forumpark und (vorläufig) an der oberen Hauptstraße
  • Ende Dezember 2016: Fertigstellung der Baustelle Odenthaler Straße an der Ecke Broich; damit wird die Parkpalette von Norden erreichbar
  • Februar 2017: Fertigstellung der Odenthaler Straße, Entfall der Einbahnstraßenregelung, Entfall der Umleitung über den Mühlenberg
  • Februar 2017: Erneuter Umbau der Baustelle Schnabelsmühle / Gohrsmühle
  • April 2017: Fertigstellung des Kreisverkehrs Schnabelsmühle
  • Herbst 2017: Anschluss Buchmühle / Obere Hauptstraße
  • Ende 2017: alles fertig.

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Die Baustellen im Detail:

Forumpark und obere Hauptstraße

Die Fläche zwischen Stadtbücherei, obere Hauptstraße und dem Parkplatz am Pass ist weitgehend wieder hergestellt worden. Hier war zunächst ein massiver Hochwasserkanal verlegt worden, darüber soll schon in wenigen Tagen das Wasser im freigelegten Bett der Strunde fließen.

Ein großer Teil der Fläche wurde glatt gepflastert und an den Parkplatz vor dem Paas angeschlossen. Das Ufer der Strunde wird von großzügigen weißen Treppenstufen eingefasst. Auf der Seite zur Stadtbücherei hin wird gerade ein Spielplatz aufgebaut; hier fehlt nur noch der Kunststoffuntergrund, der erst bei warmen Wetter verlegt werden kann. 

Vor der Stadtbücherei sind die Geräte installiert, der Kunststoffboden fehlt noch.

Nur der schmale Teil zwischen Strunde und der Schnabelsmühle bleibt als Grünfläche erhalten; die meisten großen Bäume sind stehen geblieben.

Diese Gestaltung des Forumparks war bereits im Rahmen der Regionale festgelegt worden, aber inzwischen bei vielen wieder in Vergessenheit geraten. Wofür zum Beispiel die große gepflasterte Fläche dienen soll, ist offen. Vielleicht ein Skater-Paradies? Oder ein Pony-Karussel, … 

Noch in diesem Jahr sollen die Bauzäune ganz verschwinden, dann werden auch auf der Parkseite der Hauptstraße weitere Parkplätze markiert werden. 

Allerdings müssen sich die Anwohner im kommenden Jahr noch einmal auf eine Baustelle auf der oberen Hauptstraße einstellen. Erst ganz zum Schluss des Hochwasserschutzprojektes können die letzten Verbindungen hergestellt werden; dann muss ein Kanal in der engen Gasse zwischen Buchmühlenpark und Hauptstraße hinter dem Reisebüro Hebbel gezogen werden.

Dann ist auch der Eingang des neuen Café Laurentius (ehemals Centrale) dicht, es bekommt einen provisorischen Aufgang zur Buchmühlenstraße hin. Die Buchmühlenstraße wird in dieser Zeit noch einmal komplett gesperrt.

Die Leser, von Gustav Lübbe der Stadtbücherei gestiftet, suchen noch ein Plätzchen.

Schnabelsmühle

Entlang der Straße zwischen dem künftigen Kreisverkehr und der Rückseite der Stadtbücherei wird seit einigen Wochen der Hochwasserkanal verlegt; dafür ist eine von drei Fahrspuren gesperrt, die Einfahrt zum Parkhaus Bergischer Löwe bleibt immer frei.

Odenthaler Straße

Hier wird derzeit noch an zwei Stellen gebaut. Vor der Einfahrt zur Parkpalette wird ein Trennbauwerk eingelassen. Die Arbeiten sollen noch im Dezember abgeschlossen werden, im Januar ist die Parkpalette dann auch wieder aus Richtung Norden zu erreichen. 

Vor der früheren Einfahrt zur Buchmühle wird noch die Strunde unter der Straße durchgeführt, daher bleibt es hier noch eine Weile bei der Einbahnstraßenregelung und der Umleitung über den Mühlenberg. 

Unklar ist noch, ob und wann der Anschluss des Hebborner Bachs nördlich der Kreuzung Am Broich noch nachgeholt werden kann; hier finden laut Wagner im Januar Gespräch zwischen dem blockierenden Eigentümer und der Unteren Naturschutzbehörde statt. 

Kreisverkehr Schnabelsmühle

Bis Mitte oder Ende Januar bleibt es hier bei der aktuellen Verkehrsführung. Spätestens Ende Februar wird der Kreisverkehr geschlossen, alle Arbeiten sollen hier bis März abgeschlossen werden. Damit liegt die Baustelle (aufgrund der Altlasten) um etwa vier Monate hinter dem ursprünglichen Plan zurück. Probleme bei der Abrechnung der Fördermittel gibt es dennoch nicht (siehe unten).

Sobald die Verbindung zwischen dem neuen Kreisverkehr und der Maria-Zanders-Anlage (zwischen Villa Zanders und Stadthaus) fertig ist soll auch die Bushaltestelle Markt wieder angefahren werden; das wird aber erst im Frühjahr 2017 soweit sein.

Gohrsmühle

Im März beginnen die Kanalbauarbeiten an der Gohrsmühle zwischen Schnabelsmühle und Driescher Kreisel, zwischen Zanders-Gelände und der Tunnelwand. Daher wird der gesamte Verkehr dann auf der nördlichen Seite des Tunnels vor dem Stadthaus geleitet. Dort werden die Arbeiten an einem großen Regenrückhaltebecken gerade abgeschlossen. 

Die Arbeiten an der Gohrsmühle dauern bis weit in den Herbst 2017 hinein; denn nach dem Einbau des Hochwasserkanals wird hier der sogenannte Stadtboulevard gebaut, mit Bauminseln und einigem mehr.

Was bleibt: Die Kosten

Insgesamt waren für „Strunde hoch vier” 25 Millionen Euro veranschlagt worden, wovon ein niedriger Millionenbetrag aus dem Topf der Regionale 2010 refinanziert wird; ein großer Anteil kommt aus Landesmitteln.

Nach Angaben von Wagner gibt es bislang Mehrkosten in Höhe von drei Millionen Euro. Die werden aber zum großen Teil durch Faktoren bestimmt, auf die der Strundeverband keinen Einfluss hatte: Die Startprobleme bei der Belkaw, die für die Umlegung der Versorgungsleitungen sehr viel mehr Zeit brauchen (300.000 Euro) und der Altlastenfund an der Schnabelsmühle (eine Millionen Euro). 

Rechne man diese beiden Faktoren heraus gebe es eine Baukostensteigerung gegenüber dem Plan um 3,5 Prozent, erläutert Wagner – was ein gutes Ergebnis sei.

Bei den Fristen für die Fertigstellung gibt es keine Probleme mehr. Ursprünglich hätte der Kreisverkehr Schnabelsmühle, der auch aus Mitteln der Regionale finanziert wird, bis Mitte 2017 komplett abgerechnet werden müssen. Diese Auflage hat die Aufsichtsbehörde jedoch inzwischen gelockert. Bei der Förderung durch das Land gibt es keine zeitlichen Limits. 

Bessere Informationen

Insgesamt sind Strundeverband, Stadtverwaltung und die beauftrage PR Agentur Alpha & Omega mit ihrer Informationsarbeit zufrieden. Ab Januar soll es jedoch einen neuen städtischen Newsletter geben, der die Abonnenten einmal im Monat über kommende Baustellen und Verkehrsänderungen informiert. 

Bis dahin sind die Informationen aber auch auf der städtischen Internetseite abrufbar. 

Und im Bürgerportal. 

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G. Watzlawek

Journalist, Volkswirt und Gründer des Bürgerportals. Mail: gwatzlawek@in-gl.de.

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