Karte: Robert Ludes/Open Streetmap

Das Waldgebiet in der Refrather Lustheide ist den Anwohner wichtig, als grüne Lunge und Puffer zur Autobahn. Entsprechend sensibel reagieren sie auf Pläne, das Gewerbegebiet hinter dem Unternehmen Gahrens und Battermann zu erweitern oder womöglich im Zuge der Neuaufstellung des Flächennutzungsplans hier einzugreifen. 

Genau dort im Wald sind in den vergangenen Tagen Waldarbeiter unterwegs gewesen und haben zahlreiche Bäume markiert; in der kommenden Woche sollen zwei große „Erntemaschinen” anrücken und etwa 350 m³ (Festmeter) Holz auf einer Fläche von rund 6,5 Hektar (gut 13 Fußballfelder) fällen, berichtet die Stadtverwaltung jetzt.

Mehr Luft für Eiche und Hainbuchen

Dabei geht es aber nicht etwa um voreilige Rodungsaktionen für eine Bebauung, sondern um die ganz normale Pflege und Bewirtschaftung des Waldes, betont die Stadt.

Gewerbegebiete entlang der A4 beunruhigen uns Bürger

Der städtische Stadtentwicklungsbetrieb besitzt an der Lustheide rund 300 Hektar Wald. Die Pflege wurde jedoch an den Landesbetrieb „Wald und Holz NRW” übergeben, vor Ort kümmert sich Wolfgang Blass vom Regionalforstamt Bergisches Land um das Waldgebiet.

Der Landesbetrieb erläutert jetzt, dass der Wald durchgeforstet wird, um „die Eichen, Hainbuchen und Kiefern zu pflegen und die Artenvielfalt zu erhalten”. Betroffen seien vor allem rund 97-jährige Kiefern.

Gefälltes Holz wächst innerhalb von acht Jahren nach

Insgesamt bildeten die Bäume auf dem jetzt betroffenen, 6,5-Hektar großen Teilstück eine Masse von 1950 Festmeter. Davon würden nun etwa 350 Festmeter gefällt. Das entspreche einer Menge, die auf dem gleichen Waldstück innerhalb von acht Jahren nachwachse. Grundsätzlich entnehme der Landesbetrieb weniger Holz als nachwächst.

Das Holz aus der Lustheide eigne sich nicht als hochwertiges Möbelholz; daher werde es zu zwei Drittel als Bauholz verwendet; der Rest als Spanplatten oder Paletten.

Warnungen an Spaziergänger

Bei der anstehenden Aktion setzt der Landesbetrieb schweres Gerät ein: einen sogenannten Harvester und eine Rückemaschine. Während der Holzernte werden Wege gesperrt, es werden aber Umleitungen angegeben.

Der Landesbetrieb warnt ausdrücklich: „Wer die Sperrungen ignoriert, weil zum Beispiel gerade kein Maschinenlärm zu hören ist, begibt sich in Lebensgefahr!”

Die Abfuhr des geernteten Holzes werde voraussichtlich bis März dauern. Bis dahin müssten Wanderer und Spaziergänger mit teilweise stark verschmutzten Wegen rechnen. Nach der Holzabfuhr werden wir die Reit- und Wanderwege wieder herstellen.

Nach Angaben des Landesbetriebs sind die meisten Wanderwege ohnehin in erster Linie Wirtschaftswege für die Holzernte. Sie würden von Waldbesitzern angelegt und gepflegt, stünden den Wanderer und Erholungssuchende aber zur Verfügung – wenn nicht gerade Bäume gefällt werden.

Redaktion

des Bürgerportals. Kontakt: info@in-gl.de

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