Bürgermeister Lutz Urbach. Foto: Joshua Murat (Archiv)

Bürgermeister Lutz Urbach weist die Aussagen zurück, die der Unternehmer Albert Stodko in einem Offenen Brief zur Gewerbeflächenstrategie der Stadt gemacht hat. Sowohl die Aussagen zum konkreten Bedarf an neuen Gewerbeflächen als auch zur Auslastung des neuen Gewerbegebiets Obereschbach seien falsch.

Stodko hatte mit Blick auf den neuen Flächennutzungsplan die Anfragen von Unternehmen nach Gewerbeflächen beim Stadtentwicklungsbetrieb ausgewertet. Ebenso wie Urbach beziffert er die Gesamtzahl in den vergangenen fünfeinhalb Jahren auf 108. Davon lässt Stodko aber nur 38 als „konkrete” Anfragen gelten, mit einer angefragten Fläche von 334.00 qm.

Hintergrund: Was ist relevant?
Stodko hat bei seiner Analyse alle Anfragen als „nicht-relevant” eingestuft und nicht berücksichtigt, die keine Vorgabe des Bereitstellungsjahres, keine Vorgabe des gewünschten Flächenbedarfs und keine Vorgabe der möglichen Arbeitsplätze enthielten.

Urbach ignoriere wirtschaftliche Trends, informiere die Bürgerschaft und die Kommunalpolitiker „bewusst falsch”, so Stodkos harte Kritik.

Offener Brief übt Kritik an Urbachs Gewerbepolitik

Dem widerspricht Urbach auf zwei Ebenen: Selbst ein Wert von 334.000 qm würde einen großen Bedarf belegen, denn der geplante Flächennutzungsplan soll ja bis 2035 gelten. Tatsächlich seien aber 675.000 qm angefragt worden; dabei habe die Stadt unkonkrete Absichten nicht mitgezählt. 

Im Gegensatz zu den Aussagen von Stodko, so Urbach weiter, sei das Gewerbegebiet Obereschbach kein Ladenhüter. Über die letzten drei Grundstück werde gerade verhandelt, danach sei das Gebiet komplett vermarktet. 

Urbach räumt ein, dass es sich in Obereschbach zum Teil um stadtinterne Umzüge und nicht um Neuansiedlungen mit komplett neuen Arbeitsplätzen handelt. Insgesamt werde es dort aber mehr als 400 Arbeitsplätze geben. Mit Mika Timing stehe ein weiterer Umzug an. 

Grundsätzlich stellt Urbach in Frage, dass „ein Privatmann” den Bedarf an Gewerbeflächen besser beurteilen könne als die Stadtverwaltung; auf Stodkos ausführliche Kritik an der fehlenden Zukunftsorientierung der städtischen Gewerbepolitik geht der Bürgermeister nicht ein.

Wir dokumentieren die Stellungnahme von Bürgermeister Lutz Urbach im Wortlaut:

„Ich besuche gemeinsam mit dem Leiter der Wirtschaftsförderung, Martin Westermann, seit nunmehr acht Jahren regelmäßig Unternehmen in Bergisch Gladbach. Ziel dieser Gespräche ist es unter anderem, frühestmöglich Kenntnis zu haben, wenn sich für ein Unternehmen Veränderungsnotwendigkeiten ergeben.

Häufig erfahren wir in den Gesprächen, dass die Unternehmer ihren Betrieb am bisherigen Standort nicht mehr weiterführen können, weil dieser für die Entwicklung des Unternehmens nicht mehr ausreicht.

Hierbei wird regelmäßig ein Verbleib in Bergisch Gladbach als beste Möglichkeit angesehen, weil dann keine Schwierigkeiten für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter entstehen. Notfalls müsse man aber auch anderswo einen neuen Standort suchen.

Die Unternehmer hatten allesamt sehr konkrete Vorstellungen, oft genug machten sie mir klar, dass der Fortbestand ihres Betriebes am Standort Bergisch Gladbach von Erweiterungsmöglichkeiten abhängt.

Ich lasse mir nur ungern eine Lüge unterstellen, aber ich greife das Argument von Herrn Stodko gerne auf: Selbst wenn es „nur” 334.000 m² wären, die konkret angefragt sind, ist wäre das doch ein eindeutiges Signal, dass wir handeln müssen. Denn der neue Flächennutzungsplan gilt ja nicht für 2017, sondern soll Zukunftssicherheit bis ins Jahr 2035 bieten.

Die Anfragen nehmen auch nicht ab. Das geht schon aus der erwähnten Liste der Wirtschaftsförderung hervor: Im Mai 2017 wies diese Aufstellung 108 Anfragen über eine Gesamtfläche von mindestens 675.000 m² auf, nur zwei Monate später sind es bereits 117 Anfragen und rund 60.000 m² mehr.

Darin sind die „im Gespräch mal beiläufig angedeuteten Erweiterungsabsichten“ selbstverständlich nicht enthalten. Auch die durchaus ernste Anfrage aus Köln (Suche nach einem neuen Standort für den Großmarkt) mit 150.000 bis 200.000 Quadratmetern ist nicht aufgenommen worden.

Nun noch zur Behauptung, dass unser Gewerbegebiet Obereschbach in seiner Entwicklung hinter den Erwartungen zurückbleibt: Dies ist nicht nachvollziehbar. Im Gegenteil: Von den elf Grundstücken sind fünf bereits bebaut oder im Bau, ein weiterer Bau im Genehmigungsverfahren, zwei in der Planung (die Beschlüsse des SEB-Verwaltungsrates liegen vor), und für drei laufen sehr konkrete Kaufverhandlungen.

Damit hätten wir dann kein einziges Gewerbegrundstück mehr als Stadt anzubieten.

Deswegen lehnen wir schon seit geraumer Zeit Unternehmensanfragen ab, bei denen es zum Beispiel um große Flächenbedarfe, aber wenige Arbeitsplätze geht.

Die Firma Geiger in Obereschbach

Von den vier Unternehmen, die bereits in Obereschbach aktiv sind, sind drei innerhalb Bergisch Gladbachs dorthin umgezogen (Böhnke und Partner, Botzian und Kirch und Geiger BDT), ein Unternehmen (Brüssel Steel/EigenART) kam aus Köln; der Unternehmer ist seit vielen Jahren Bergisch Gladbacher Bürger.

Das nächste Unternehmen, das nach Obereschbach ziehen wird, ist wieder ein „stadt-interner“ Umzug (Mika Timing).

Auch das erlaube ich mir jetzt einmal zu schreiben: Bei allem Respekt finde ich es schon vermessen, wenn ein Privatmann behauptet, den Bedarf an Gewerbeflächen besser beurteilen zu können, als die Stadtverwaltung/Wirtschaftsförderung, bei der die Anfragen de facto eingehen.

Aus den Angaben der Erwerber und den prognostizierten Beschäftigungszahlen gehen wir im Gewerbegebiet Obereschbach von einer künftigen Mitarbeiterzahl von mindestens 400 aus. Von solchen Zukunftschancen braucht Bergisch Gladbach eindeutig mehr, denn kurze Wege zur Arbeit bedeuten weniger Verkehr, weniger Umweltbelastung und mehr Lebensqualität.“

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Redaktion

des Bürgerportals. Kontakt: info@in-gl.de

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5 Kommentare

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  1. Lothar Eschbach: “Ja, es gibt kein Recht des Einzelnen auf die Erhaltung eines bestimmten Blickfensters.”

    Mann hätte es auch “Rettet die Nußbaumer Kaltluftschneise” nennen können oder besser sollen. Dann wäre der emotionale Aspekt reduzierter und der Umweltgedanke wäre hervorgehoben. Vor allem daran ist doch dem Bürger gelegen!

    Ich kann nicht verstehen warum der Bürgermeister auf engagierte Bürger losgeht.
    Kaum meldet sich ein nichtoffzieller(!) sachkundiger Bürger wird dessen Arbeit niedergemacht.
    Ein Dank hätte hier ja auch gereicht. Ein Planungsbüro hätte für diese Ausarbeitung sicherlich ein paar Tausend Euro verlangt. Warum wird das Bergisch Gladbacher Potential nicht genutzt und stattdessen ortsunkundiges Wissen eingekauft?

  2. Bildung, Ausbildung, Weiterbildung, lebenslanges Lernen in einer globalen digitalisierten Welt als Voraussetzung für Zukunftssicherheit und Mut zur Veränderung. Sicherheit im Handeln resultiert aus dem erworbenen Wissen und nicht aus der Zugehörigkeit zu einer Organisation oder Gruppe von Menschen. Insofern ist eine Aussage wie: “Bei allem Respekt finde ich es schon vermessen, wenn ein Privatmann behauptet, den Bedarf an Gewerbeflächen besser beurteilen zu können, als die Stadtverwaltung/Wirtschaftsförderung, bei der die Anfragen de facto eingehen.“ rechthaberisch und aus meiner Sicht für die Zukunft obsolet. Kann es vielleicht auch sein, dass Fehler gemacht wurden? Kann es vielleicht auch sein, dass man eine bessere Lösung nicht kannte? Kann es vielleicht auch sein, dass ein Privatmann eine gute Idee beisteuert? Trauen Sie Ihren Bürgern etwas zu, Sie haben keine anderen und werden hier auch keine anderen finden. Genauso kann man der Aussage: “Meine Meinung ist die, dass es klug ist, wenn eine Stadt ein Angebot an Gewerbeflächen vorhält” nur zustimmen, wer sähe das nicht ein. Entscheidend ist allerdings die Frage des Vorgehens und der Größenordnung. Definiere ich in der heutigen Zeit bei dem Wissen um Veränderung aus Globalisierung und Digitalisierung, Klima, Umwelt, Nachhaltigkeit, völlig abgesehen von den Verkehrsverhältnissen, der Topographie unserer Region und dem vielfältigen unterschiedlichen Charakter der Stadtteile einen “Möglichkeitsmacher” als FNP-E, aus meiner Sicht ein 70iger Jahre approach oder orientiere ich mich an einem Leitbild für die Stadt, wie wollen wir Leben und Arbeiten in Bergisch Gladbach und begebe mich damit auf eine “gemeinschaftliche Reise” mit den Bürgern mit einem im Ergebnis offenen Ausgang. Die Bürger möchte ich gerne kennen lernen, die sich dann gegen die Interessen des Gemeinwohl stellen. Ja, es gibt kein Recht des Einzelnen auf die Erhaltung eines bestimmten Blickfensters. Genauso sollte aber auch erst nach gewissenhafter Prüfung aller Fakten unter Einbeziehung der Bürger das Gemeinwohl als Grund herangezogen werden. Bei einem transparenten Verfahren ist das mit den Bürgern am Ende einfacher umzusetzen. Nun gibt es aber zunächst erst einmal den “Möglichkeitsmacher”, mit maximaler Sorge für die Bürger, den es auf ein “erträgliches Maß” einzudampfen gilt. Der Weg ist schwieriger, weil das, “was vermeintlich möglich ist”, das ist schon mal “in der Welt” als Meinung des BM und der Verwaltung, der Bürger fühlt sich nur bedingt gehört und kaum berücksichtigt und die Protagonisten fühlen sich als Verlierer, wenn etwas gestrichen wird. Dabei ist die Ausgangslage mit einer belastbaren Zahlenbasis ebenso umstritten, wie die Entwicklungsprognose. Gerne lasse ich mich in meinen Aussagen eines besseren belehren.

  3. Solange es bei der Bürgerschaft den berechtigten Eindruck gibt, dass es seitens der Verwaltung nicht mit rechten Dingen zugeht, insbesondere nicht transparent oder aber auch nicht inhaltlich richtig, bleibt Misstrauen bestehen und ist angebracht.

    Solange öffentlich seitens der Verwaltung von eigener Unfehlbarkeit ausgegangen wird und dem Bürger verbal die Kompetenz entzogen wird, solange muss erst recht kritisch hingeschaut werden.

    Wenn, wie in vielen Fällen vorher (vergleiche auch offenen Brief aus Katterbach an Baurat Flügge in der In-GL http://bit.ly/2iae4Eg), die Verwaltung eine Totschlagargentation (“alles richtig und gut”) gegenüber dem mündigen Bürger verwendet, und es sich herausstellt, dass diese Unfehlbarkeit nicht zutrifft, dann ist offene und begründete Kritik nötig und richtig.

    Die Verwaltung überschätzt sich hier, der FNP ist voller nachgewiesener Fehler, unvollständig und wenig zukunftsorientiert. Eine andere Art der Fehlerkultur wäre gut und ein anderer Umgang mit der Bürgerschaft erst recht.

  4. Ich hatte oben bereits auf das Manko hingewiesen, dass man sich im bisherigen FNP-Verfahren nicht mit vorhandenen Studien zur zukünftigen wirtschaftlichen Entwicklung auseinandergesetzt hat. Wenn Herr Lutz Urbach auf den offenen Brief des Herrn Stodko reagiert, indem er schreibt „Bei allem Respekt finde ich es schon vermessen, wenn ein Privatmann behauptet, den Bedarf an Gewerbeflächen besser beurteilen zu können, als die Stadtverwaltung/Wirtschaftsförderung, bei der die Anfragen de facto eingehen.“, dann wird hierdurch deutlich, dass die (in meinen Augen) Kernbotschaft entweder nicht richtig rübergekommen ist oder man diese auf der Ebene der Verwaltung (aber wohl auch der Politik) weiterhin ignorieren möchte.

    Daher noch einmal der entscheidende Passus im offenen Brief des Herrn Albert Stodko:
    „In der Mitteilungsvorlage Drucksachen-Nr. 0061/2017 für die Gemeinsame Sitzung des Flächennutzungsplanausschusses und des Stadtentwicklungs- und Planungsausschusses sind die Schlagwörter „Digitalisierung, Industrie 4.0, Internet-Handel“ nicht aufzufinden. Damit finden „Digitalisierung, Industrie 4.0, Internet-Handel“ wie im Einzelhandels- und Nahversorgungskonzept, so auch im FNP-2035 für die in die Zukunft gerichtete Flächennutzungsplanung nicht statt.“

    Diese Feststellung kann ich nur bestätigen und ich frage mich, wie dann der derzeit diskutierte Flächennutzungsplan2035 die von Herrn Urbach in seinem Beitrag noch einmal herausgestellte Zukunftssicherheit gewährleisten soll.

    Der Bürger wie aber im Übrigen auch ein Ausschuss- oder Stadtratsmitglied wird im Regelfall nie in der Lage sein, vertieft in die Materie einzusteigen und damit auf einer Ebene mit der Fachabteilung oder dem hier eingeschalteten Planungsbüro stehen. Allerdings stellen die heutigen Möglichkeiten der Informationsbeschaffung im Netz eine große Hilfe bei der Plausibilisierung eines Vorhabens dar. Es ist leider immer noch so, dass sich viele in Verwaltung und Politik mit dieser Tatsache noch nicht angefreundet haben. Dabei sind die Zeiten des „Herrschaftswissens zwischen den Aktendeckeln“ doch längst vorbei. Fehlt aber eine solche Einsicht, so wird der hinterfragende Bürger schnell als Querulant in die Ecke gestellt und letztlich nicht ernst genommen. Bürgernähe sieht anders aus!

    Aber zurück zur Plausibilitätsprüfung.
    Nachfolgend ein Zitat aus dem Bericht „Integriertes Handlungskonzept Bergisch Gladbach – ISEK 2030“, Seite 124 ff (aus dem Jahr 2012):
    „7.4.2 Handlungsansätze mit hoher Priorität
    Bergisch Gladbach bedarf einer Neuausrichtung des Wirtschaftsstandorts und bestehender Gewerbestandorte. Die Globalisierung wird weiterhin zur Verlagerung von industrieller Massenproduktion in kostengünstige Regionen beitragen. Gegenwärtig ist die (Teil-)Schließung von M-real in der Diskussion. Damit würde nicht nur ein Teil der Bergisch Gladbacher Geschichte verloren gehen, sondern auch das letzte papierproduzierende Gewerbe die Stadt verlassen. Diese Umbruchprozesse sind auf mehreren Altstandorten erlebbar.
    Es bedarf eines kritischen Umgangs mit den bestehenden Standorten und die gezielte Aktivierung sehr guter neuer Standorte. Aufgrund der Konkurrenzsituation in der Region muss die Qualität des Standorts stimmen. Sind die vorhandenen Potenziale als Unternehmensstandorte überhaupt zukunftsfähig und wenn ja, für welche?“

    Und ferner ein Zitat aus der Begründung des Vorentwurfs zum Flächennutzungsplan2035, Seite 12:
    „Beim Planungsprozess sind eine Reihe von Herausforderungen zu berücksichtigen: Wie derzeit alle Kommunen erfährt auch Bergisch Gladbach erhebliche ökonomische, ökologische und soziale Veränderungsprozesse. Beispielhaft zu nennen sind hierbei der demografische Wandel, die Individualisierung und Vielfalt der Lebensstile, eine zunehmende Polarisierung der Gesellschaft, Privatisierung, Globalisierung und Konzentration der Wirtschaft, die Zuwanderung nach Deutschland sowie der Klimawandel.“

    Indes ist festzustellen: Schon die Auseinandersetzung mit den Folgen der Globalisierung für die Entwicklung unseres Stadtbildes in den nächsten Jahren fehlt – außerhalb der reinen Schlagwortnennung – gänzlich. Selbst der Aufforderung aus dem ISEK2030-Bericht „Sind die vorhandenen Potenziale als Unternehmensstandorte überhaupt zukunftsfähig und wenn ja, für welche?“ wird im FNP-Verfahren keine weitere Beachtung geschenkt Gleiches gilt für die Themen der jüngeren Zeit „Industrie 4.0“ oder „Internet-Handel“ und die sich hieraus ergebenden Fragen.

    Durch das Fehlen dieser in meinen Augen wichtigen Aspekte wirkt der Entwurf auf mich nicht schlüssig. Und es ist für mich auch nicht klar, warum die Verwaltung nicht in der Lage sein sollte, einzugestehen, dass hier noch Nachbesserungsbedarf besteht.

    Ich lasse mich aber gerne eines Besseren belehren.

  5. Es lässt sich drüber streiten, ob ein Unternehmer die nötigen Gewerbegebiet-Vorhaltungen besser bestimmen oder die Nachfrage beurteilen kann als die Verwaltung. Wenn man uns, der Bevölkerung, nicht ständig postfaktische Argumente um die Ohren schlagen würde, käme man sogar auf die Idee, die Verwaltung müsse das besser wissen. Aber was ist die Sachlage:

    Es gibt keinen Plan für die Zukunft Bergisch Gladbachs. Soll es eine Gewerbe-Ansiedlung werden oder weitergrüne Stadtbleiben? Es gibt keinen Plan, wohin der zusätzliche motorisierte Individualverkehr fahren soll! Es gibt keine Aussagen zu momentanen und zukünftigen Schadstoffemissionen (und das seit 2008)! Unter völliger Missachtung der Anwohner werden Gewerbegebiete platziert (besonders in Frankenforst)! Die Wohnflächen-Vorhaltung wurde im 1. Entwurf in astronomische Höhen gesetzt, um jetzt stolz nach angeblicher, intensiver Betrachtung die Halbierung vorzeigen zu können!

    Und dann soll die Bevölkerung noch Vertrauen in die Verwaltung oder die Aussagen des Bürgermeisters haben? Wenn nicht die Bürgerinitiativen und deren unterstützende Bürgerschaft die Finger in all die Wunden gelegt hätte – obwohl sie nicht beteiligt sondern lediglich informiert wurde – wäre Bergisch Gladbach mit einem unwidersprochenen ersten FNP-E. in ein tiefes Loch gefallen. Der Bügermeister sagt, “Wir schaffen das”. Mit “wir” kann er nicht die Bevölkerung meinen.