Das EVK ging neue Wege und erlaubte Mitarbeitern des Seniorenheims Quirlsberg erstmals, eigene Kinder eine Woche lang mit zur Arbeit zu bringen. Kinder und Senioren bauten in wertschätzender Atmosphäre tragfähige Beziehungen auf.

Wohin nur mit den Kindern? Das ist oft die Frage, die sich so manches Elternteil stellt, wenn die großen Ferien kommen. Für so manchen Bewohner einer Senioreneinrichtung hingegen sind die Besuche und Kontakte zu Enkeln oder auch Urenkeln ebenso selten wie erwünscht. Oftmals wohnt die Familie weiter weg, hat wenig Zeit und so fehlen dem älteren Menschen die gewünschten sozialen Kontakte. Auf der anderen Seite haben Kinder, aus den vorgenannten Gründen, oft keinen oder wenig Kontakt zu Senioren.

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Im Rahmen der nun erstmalig durchgeführten, einwöchigen Ferienfreizeit im Haus Quirlsberg konnten Mitarbeitende der Evangelischen Altenpflege Bergisch Gladbach ihre Kinder eine Woche lang mit zur Arbeit bringen. Die Kinder wurden durch qualifizierte Fachkräfte betreut und behutsam an die Lebenswelt Seniorenheim herangeführt.

So konnte „Mutter“ beruhigt ihrer Arbeit nachgehen, während der Nachwuchs lernte, wie man einen Rollstuhl schiebt oder was ein Rollator ist. „Wir sehen für alle Beteiligten eine Win-win-Situation“, so Zsusanna Garstka und M. Dominick, Mitarbeiterinnen des sozialen Dienstes, die das Projekt ins Leben gerufen haben.

„Durch das Miteinander von Kindern und Senioren können alle voneinander profitieren und lernen“, fassen Zsusanna Garstka und M. Dominick die positiven Erfahrungen zusammen. Ob beim gemeinsamen Frühstück am Morgen, beim Basteln, Musizieren oder Kuchenbacken, ging es nicht nur um das Erlernen oder den Erhalt von Fähigkeiten, sondern vielmehr darum, sich auf eine spannende Reise in einer wertschätzenden Atmosphäre miteinander zu begeben.

Auf dieser Reise geht es um die respektvolle Begegnung mit der jeweils anderen Altersgruppe und die Entdeckung von Stärken, Potentialen, Ressourcen und Unterschieden.

„Den Kindern wird hierbei ein aktives Bild des Alterns vermittelt, sie lernen von den Erfahrungen und Wissensbeständen der älteren Generation“, beschreibt der Einrichtungsleiter des Hauses Quirlsberg, Peter Gauchel, das Ziel des Projekts.

Die Bewohner bewahren ihre Kompetenzen durch die erlebten Momente der Selbstwirksamkeit. Letztlich profitieren Jung und Alt voneinander und es kommt zu tragfähigen Beziehungen untereinander. „Als familienfreundlicher Arbeitgeber sieht die Evangelische Altenpflege Bergisch Gladbach hier auch einen Ansatz, um Kinderbetreuung und Berufstätigkeit in Einklang zu bringen“, so Peter Gauchel abschließend.

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  1. Diese Idee und deren Umsetzung finde ich genial.
    Ich selbst arbeite seit vielen Jahren als freiberuflich tätige Physiotherapeutin u.a. im Seniorenheim am Quirlsberg aber auch mit vielen anderen älteren Menschen. Diese Zusammenarbeit hat mein persönliches Wachstum meist sehr positiv beeinflusst. Von wessen Erfahrungsschatz könnten wir mehr lernen? Und für die arbeitenden Eltern ist diese Möglichkeit wünschenswert.