Die Azubis erhielten zum Ausbildungsbeginn eine kleine Schultüte

Diese Zahlen sprechen für sich. 14 neue Auszubildende beginnen jetzt ihre Ausbildung zur examinierten Altenpflegefachkraft bei der Evangelischen Altenpflege Bergisch Gladbach. In früheren Jahren waren es im Herbst dagegen im Durchschnitt drei bis vier junge Leute.

„Wie haben wir das gemacht?‘“, fragte Einrichtungsleiter Peter Gauchel zum Auftakt eines Pressegesprächs und nannte zwei wichtige Erfolgsfaktoren der Ausbildungsinitiative: die Suche nach Kandidaten in den eigenen Reihen sowie die enge Zusammenarbeit mit wichtigen Partnern wie Altenpflegeschulen und dem Jobcenter.

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Zur Evangelischen Altenpflege Bergisch Gladbach gehören das Helmut-Hochstetter-Haus mit 110 Plätzen, das Haus Quirlsberg mit 82 Plätzen für dementiell veränderte Bewohner, die Kurzzeitpflege sowie die Tagespflege.

Die Diakoniestation kümmert sich um die ambulante Pflege vor Ort, der Hospizverein „Die Brücke“ sichert eine palliative Versorgung und das Evangelische Krankenhaus Bergisch Gladbach ist ebenfalls wie die Altenpflege auf dem Quirlsberg angesiedelt.

Es gibt also zahlreiche Einsatzmöglichkeiten für gut ausgebildete Pflegekräfte, die künftig in steigender Zahl benötigt werden. „Die Azubis von heute sind die Fachkräfte von morgen“, sagt Peter Gauchel und beschreibt, wie man den Bedarf an qualifizierten Mitarbeitenden decken will.

Zunächst wurden die eigenen Reihen durchforstet und nach Bewerbern oder Bewerberinnen geschaut, die zum Beispiel bereits als Altenpflegeassistentinnen tätig sind und für eine Ausbildung in Frage kämen.

Solche Gespräche führten und führen unter anderem Pflegedienstleiter Waldemar Janneck und seine Stellvertreterin Christa Wiese. Darüber hinaus hält Christa Wiese als Ausbildungskoordinatorin engen Kontakt zu Kooperationspartnern und Ausbildungsträgern und plant die praktische Ausbildung in den Einrichtungen.

Außerdem versucht man jeden Interessenten, der sich von außen meldet, so schnell wie möglich zu bedienen, „Bewerbungsgespräche to go“, nennt Peter Gauchel das.

Also: Sobald eine Anfrage eingeht, bekommt der Bewerber innerhalb kürzester Zeit einen Termin, „schnell und freundlich“ sind die beiden Stichworte. Damit sich Kandidaten einen konkreten Überblick über die Arbeit verschaffen können, besteht die Möglichkeit, zwei Tage im Haus zu hospitieren. Hier sind die Praxisanleiter gefordert, die beim Pressegespräch ebenfalls anwesend waren.

Ausbildung in Theorie und Praxis

Der praktische Teil der Ausbildung findet in den Einrichtungen der Evangelischen Altenpflege statt, die Theorie bei den Fachseminaren. Weil Pflege viel mehr sei als ein bisschen waschen, sondern eine große Verantwortung mit sich bringt, wird auf eine gründliche theoretische Ausbildung viel Wert gelegt, wie Stefanie Lambardt eindrucksvoll darlegte.

Die Leiterin der Akademie für Pflegeberufe und Management in Köln (apm gGmbH) skizzierte die Lehrinhalte, die neben der reinen Wissensvermittlung auch zur Herausbildung des beruflichen und persönlichen Selbstverständnisses beitragen sollen.

An einem Punkt konnte sie Entwarnung geben. Die häufig gehörte Frage: „Müssen wir viel Mathe machen?“, beantwortete Stefanie Lambardt mit einem klaren „Nein“. „Einen einfachen Dreisatz sollten die Azubis aber trotzdem berechnen können.“

Finanzielle Förderung durch die Arbeitsagentur

Um Zahlen dreht sich ein weiterer wichtiger Aspekt der Ausbildungsinitiative der Evangelischen Altenpflege Bergisch Gladbach. Konkret geht es um die finanzielle Förderung durch die Arbeitsagentur. Daniela Hudalla von der Agentur für Arbeit Bergisch Gladbach skizzierte das Programm „Weiterbildung Geringqualifizierter und beschäftigter (älterer) Arbeitnehmer in Unternehmen“, das unter dem Kürzel „WeGebAU“ firmiert. Kernpunkte: Die Ausbildung kostet für die Azubis nichts – und sie beziehen weiterhin ihr Pflegehelfergehalt, müssen also keine finanziellen Einbußen in der Zeit der Ausbildung hinnehmen.

Genau dieser Punkt war auch für die beiden Altenpflegeassistentinnen Barbara Ciepla und Rafika Boukammous wichtig, die bereits seit mehreren Jahren auf dem Quirlsberg arbeiten und jetzt ihre Ausbildung zur Fachkraft begonnen haben.

Neben dem finanziellen Aspekt ist für Barbara Ciepla wichtig, dass man eine enge Beziehung zu den älteren Menschen aufbauen kann: „Im Krankenhaus sind die Menschen nur zwei oder drei Wochen. Sie sind Patienten. Bei uns aber bleiben sie länger, wir haben Bewohner und für manche von ihnen sind wir wie eine Familie.“

Dass sich die Hartnäckigkeit der Verantwortlichen auszahlt, berichtet Rafika Boukammous. Immer wieder habe Christa Wiese oder Peter Gauchel sie auf eine Ausbildung angesprochen – bis sie jetzt zugesagt hat. Seit knapp sechs Jahren ist Rafika Boukammous als Pflegeassistentin tätig: „Ich mache meinen Beruf mit Herz und Seele.“

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