Eigentlich war der Vormittag in der Bergisch Gladbacher Fußgängerzone als eine Art „Frühjahrsputz“ geplant. Von Frühjahr war allerdings wenig zu spüren, als die Mitglieder und Unterstützer von „Wir für Bergisch Gladbach“ am Samstag sich um 10 Uhr vor der RheinBerg Galerie zur Kaugummi-Entfernungsaktion trafen.

Es wehte ein schneidender Ostwind, und die ausgeteilten Arbeitshandschuhe fanden erst einmal reißenden Absatz. Dann schnappten sich die knapp 30 Helferinnen und Helfer aber die bereitgestellten Werkzeuge, und es wurde gekratzt, was das Zeug hielt.

Die Organisatoren Bettina Wisniewski, Ferdinand Linzenich und Martin Rölen sorgten für Kaffee, Kaltgetränke und einen geregelten Ablauf, außerdem rückten sie natürlich auch selbst dem Dreck zu Leibe.

Zum Einsatz kamen vor allem wieder die selbstgebauten Kaugummientferner – Malerspachteln am Besenstiel – sowie Fugenauskratzer aus Dachlatte und Nagel, um die Zigarettenkippen zuverlässig an die Oberfläche zu befördern.

Die Aktiven waren wie schon in den Vorjahren dem Ruf von „Bergisch Gladbach putz(t)munter“ gefolgt und wurden an diesem gemeinsamen Putztag vieler Vereine und Gruppen vom städtischen Abfallwirtschaftsbetrieb unterstützt.

Klaus-Dieter Becker vom SV 09 Bergisch Gladbach hatte eine komplette Jugendmannschaft mitgebracht, die sich mit Feuereifer ans Pflasterkratzen begaben und knapp zwei Stunden eisern durchhielten, nur unterbrochen durch das Verzehren von gespendeten Waffeln.

Aus den Reihen der Ahmadiyya-Gemeinde packten auch mehrere junge Männer kräftig mit an.

Unterwegs stieß der Trupp nicht nur auf Zustimmung der Passanten, sondern auch auf Mitleid mit den Frierenden: So spendierte der Cappucinomann vorm Löwencenter eine Runde Heißgetränk, natürlich nur für die großen Helfer.

Landrat Stephan Santelmann bediente zunächst die Akku-Kehrmaschine, bevor er dann ebenfalls zum Spachtel griff.

Oliver Makulik, Gesellschafter der Fa. Orth Landtechnik, rückte mit einem „Gator“, einem kleinen Pickup, an und transportierte die Gerätschaften zu den jeweiligen Einsatzorten. Außerdem schwang er gekonnt das Blasgerät, damit die Kaugummifetzen nicht unter den Sitzmöbeln und vor den Schaufensterscheiben liegen blieben.

Ferdinand Linzenich und Martin Rölen widmeten sich zum guten Schluss noch einmal intensiv dem Schmutz auf und an den Abfallbehältern, der das Wasser in den Putzeimern sehr bald sehr schwarz färbte.

Liebe Kaugummikauer, ist es denn wirklich … 

Längst nicht alle klebrigen Hinterlassenschaften wurden Opfer der Wir-für-GL-Aktion. Zum einen zeigten sich die Kaugummirückstände durch die niedrigen Temperaturen oft resistent gegen mechanische Angriffe, zum anderen hatten sich im Laufe des vergangenen Jahres erschreckende Mengen angesammelt.

Liebe Kaugummikauer, ist es denn wirklich zu viel verlangt, den kurzen Umweg über einen der vielen Müllbehälter in der Fußgängerzone zu nehmen, anstatt die ausgelutschten Reste einfach auf den Boden zu spucken? Das Pflaster, die Passanten, die Optik unserer Einkaufsstraße und nicht zuletzt die Freiwilligen der Wir-für-GL-Putzaktion werden es Euch danken!

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Redaktion

des Bürgerportals. Kontakt: info@in-gl.de

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