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Erfahrungsbericht: Solaranlagen für die Schulen

Thomas Klein, Vorsitzender der Fraktion „Die Linke mit Bürgerparteil GL”

Eine Solaranlage auf dem Schuldach produziert umweltfreundlich Strom und wirft Gewinne ab. Dennoch musste die Linke mit Bürgerpartei GL dicke Bretter bohren, bis sich die Verwaltung bewegte. Ein Erfahrungsbericht.

Solaranlagen produzieren nicht nur umweltfreundlich Strom und werfen nach einigen Jahren ökonomische Gewinne ab. Sie konnen auch ein Anlass dafür sein, dass sich Schüler und Lehrer mit den ökologischen, ökonomischen und technischen Aspekten der erneuerbaren Energien befassen. Dafür musste die Fraktion die Linke mit Bürgerpartei GL im Stadtrat erheblich dicke Bretter bohren.

Im Zuge der Sanierung der Schuldächer bekommt nicht nur eine Schule in Bergisch Gladbach, sondern direkt mehrere Schulen eine Solaranlage für sauberen Strom. Zur Sanierung der NCG Schulen stellte die Fraktion bereits im 29.01.2018 den Antrag für die energieeffiziente Sanierung der Schuldächer Fördermittel abzurufen und gleichzeitig eine Solaranlage auf dem Schuldach zu installieren.

Hinweis der Redaktion: Bei diesem Artikel handelt es sich um einen Gastbeitrag der Ratsfraktion „Die Linke mit Bürgerpartei GL”

Der Antrag war auf der Tagesordnung des zuständigen AUKIV-Ausschusses jedoch nicht zu finden. Die Begründung war, dass die Verwaltung bislang noch keine Zeit finden konnte hierzu eine Stellungnahme abzugeben. Im Hintergrund war in der Stadtverwaltung offenbar ein Konflikt ausgebrochen.

Während die Belegschaft aus fachlicher und ökologischer Sicht den Antrag befürworten wollte stand dem jedoch offenbar die Stallorder des Bürgermeisterbüros entgegen.

Als geradezu kleinlich empfindet es die Fraktion, dass seitens des Bürgermeisters alle ihre Anträge abgelehnt würden – um sie dann teilweise später als eigene Ideen zu verkaufen. Besonders ärgerlich ist die augenscheinliche Stallorder an die jeweiligen Fachbereiche zu den Anträgen unserer Fraktion: „Bitte um ablehnende Stellungnahme“.

Doch eine ablehnende Stellungnahme zu erneuerbaren Energien fiel der Verwaltung natürlich sehr schwer. Nachdem unsere Fraktion eine Sondersitzung des AUKIV-Ausschusses beantragt hatte um über den monatelang verschwundenen Antrag entscheiden zu lassen lag trotzdem eine erkennbar widerwillig erstellte ablehnende Stellungnahme vor.

Begründung im Tenor: Die Solaranlagen ließen sich nicht wirtschaftlich betreiben, die Stadt hätte zur Pflege auch kein Personal und überhaupt würde das ja Arbeit machen.

Nicht nur unsere Fraktion, sondern auch die Fraktion der Grünen, war fassungslos, wie mit einem so wichtigen Umweltthema in den Schulen umgegangen werden sollte. Der Antrag wurde auf Intervention der Grünen vertragt.

Im Hintergrund musste man augenscheinlich mit dem Co Dezernenten und Leiter des Immobilienbetriebes, Herrn Bernd Martmann, welcher selbst das Parteibuch der Grünen in der Tasche hat, ein klärendes Gespräch führen. Die Verwaltungsstellungnahme müsste zuständigkeitshalber nämlich aus seinem Bereich gekommen sein.

So kam es schließlich, dass die Stadt zur Realisierung der Solaranlagen einen „anderen Ansatz“ fand und die Realisierung der Solaranlage befürwortete. Dieser Ansatz soll an mehreren Schulen nun angewendet werden.

Der Unterschied:

  1. Betreiber der Solaranlagen sollten Private bzw. Firmen sein, welche der Stadt auch einen Teil des Stromes verkaufen können. Und siehe da: Der Ausschuss stimmt dem Vorhaben einstimmig zu.
  2. Es soll verschleiert und vertuscht werden, dass sich ein Antrag von unserer Fraktion durchsetzt.

„Erneuerbare Energien sind ein hervorragendes Thema, um verschiedene Unterrichtsinhalte lebensnah zu veranschaulichen“, sagt Frank Samirae (Bürgerpartei GL).

Fraktionschef Thomas Klein (Die Linke) betont, dass sich anhand von Photovoltaikanlagen physikalische Gesetze erklären und praktisch anwenden lassen. Auch der Sozialkunde- und Politikunterricht bietet Raum zur Beschäftigung mit regenerativen Energiequellen. „Schließlich geht es darum, wichtige gesellschaftliche Aufgaben wie Klimawandel und Ressourcenknappheit zu erkennen und den verantwortungsvollen Umgang mit ihnen zu erlernen“, ergänzt Fraktionskollege Samirae. Entsprechende Unterrichtsmaterialien für die Grund- und Sekundarstufe stellt beispielsweise das Bundesumweltministerium zur Verfügung.

Wir setzten uns dafür ein die Bergisch Gladbacher Schulen in allen Bereichen zukunftssicher und ökologisch sauber ausbauen, damit Schülerinnen und Schüler optimale Lernbedingungen bei gleichzeitiger ressourcenarme und regenerative Energiebereitstellung erhalten.

3 Kommentare zu “Erfahrungsbericht: Solaranlagen für die Schulen”

  1. Ob das so was wird? Herr Schreiber fragt nach Wirtschaftlichkeitsberechnungen, die finden sich: https://mandatsinfo.bergischgladbach.de/bi/vo0050.asp?__kvonr=25298 hier.
    Damit zeigen sich auch die Probleme:
    1) Die Anlage ist viel zu klein, gemessen an dem zu vermutenden Strombedarf jenseits von 50.000 kWh. Die Anlage würde ca. 13.000 produzieren und die Schätzung, dass davon 40% im Gebäude direkt genutzt werden können ist bei dem Nutzungsprofil (keine Wochenenden, lange Sommerferien) vielleicht noch optimistisch
    2) Außer einem Hobbyisten wird sich kaum ein privater Investor finden, auch dafür ist die Anlage bei der knappen Wirtschaftlichkeit viel zu klein. Da müsste sie schon mindestens 3-mal so groß sein, die Stadt im Vertragswesen kooperativ (ist sie doch, oder?) und eine Abnahmemöglichkeit für den Strom am WE und in den Ferien gefunden werden. Das wäre echtes Engagement für die Sache aber ist es realistisch?

    Damit das Projekt nicht auf der Strecke bleibt, ganz klar, die Stadt muss selbst bauen. Die Kosten sind so am geringsten, das Vertragliche entfällt und auch schwierige Bauabstimmungen. All dies macht die Anlage durch einen Privatinvestor teurer, der damit ja auch wa verdienen müsste.

    In Zeiten unerfreulich heisser Sommer (woran lag das nochmal?) und der überfälligen Diskussion zum Kohleausstieg ist der Bau vieler und großer Solaranlagen (und anderer Aktivitäten) für eine zukunftsorientierte Kommune, die ihren Kindern verpflichtet ist eine Selbstverständlichkeit, keine Option. Nicht nur das neue Stadthaus muss ein Passivhaus werden auch jedes andere Gebäude der Stadt muss so energieeffizient wie möglich werden, das ist Daseinsvorsorge!

  2. Liebe Redaktion,

    gibt es zu diesen Dächern irgendwo eine Investitionsrechnung zu finden?

    Ich bin immer wieder erstaunt, dass sich die LINKE für diese Art der Energiegewinnung einsetzt, ist sie ingesamt doch nichts anderes als eine große Umverteilung von unten nach oben.

    Je mehr Stromkunden sich aus dem Markt ziehen und selbst produzieren, desto größer wird die Belastung derer, die sich keine Solarmodule auf dem Dach leisten kann, da die EEG Umlage gesamt wächst, die Anzahl derer, die sie bezahlt aber verringert.

    Daher wäre es schön zu wissen, mit welcher Einspeisevergütung man bei dieser Investition rechnet.

    Besten Dank im Voraus.

  3. Ich bin froh, dass Herr Klein nicht aufgegeben hat und der Rat ihn -letztendlich- unterstützt hat. Die Entscheidung für die Solaranlage ist ein kleiner, aber wichtiger Schritt in Richtung Umweltfreundlichkeit.

    Die Gründe, mit der die Stadt in der Sondersitzung des AUKIV im März 2018 den Antrag von Herrn Klein für eine Solaranlage auf dem NCG ablehnen wollte, machten auf mich als Zuhörer den Eindruck, als wäre die Stadtverwaltung noch ganz weit weg von einem so vielversprechenden Umweltthema. Vielleicht hat sich dies ja zwischenzeitlich ein wenig geändert.

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