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Ursula Nantke (Mitte) mit SPD-Stadtratsmitglied Ute Stauer und Bürgermeister Lutz Urbach

Ursula Nantke (Mitte) mit SPD-Stadtratsmitglied Ute Stauer und Bürgermeister Lutz Urbach

Seit über 40 Jahren engagiert sich Ursula Nantke in zwei Bereichen, die die Gesellschaft gerne ausblendet: Sterbehilfe und Menschen mit Behinderung. Dafür erhielt sie jetzt die Silberne Ehrennadel.

Ursula Nantke ist mit der Ehrennadel in Silber ausgezeichnet worden. Bürgermeister Lutz Urbach ehrte Ursula Nantke am 13. November im Hospizzentrum des ambulanten Hospizes „Die Brücke“ mit der Ehrennadel in Silber der Stadt Bergisch Gladbach.

Ursula Nantke ist es zu verdanken, dass es Sterbehelferinnen und Sterbehelfer in Bergisch Gladbach gibt. Vor rund 30 Jahren begann sie mit ihrer Tätigkeit als Sterbehelferin und überzeugte noch mehr Mitmenschen, sich für dieses Ehrenamt einzusetzen.

Gründung des „Clubs Behinderter und ihrer Freunde“

Die langjährige Vorsitzende des Hospizvereins „Die Brücke“ hat sich zudem stark für die Inklusion der Menschen mit Behinderung eingesetzt. 1976 gründete sie zusammen mit ihrem Mann Jürgen Nantke den „Club Behinderter und ihrer Freunde“ (CBE) und hilft damit seit 42 Jahren dabei, dass sich die Situation für Menschen mit Behinderung verbessert.

Zum Zeitpunkt der Gründung gab es in Deutschland bereits ca. 50  CBEs. Nantke, die selbst stark gehbehindert ist, stellte sich bis 1979 als Geschäftsführerin zur Verfügung. Auch dieses außerordentliche Engagement würdigte der Bürgermeister besonders in seiner Ansprache.

Bessere Teilhabe am öffentlichen Leben

Der CBE hat maßgeblich dazu beigetragen, dass das Problembewusstsein für Menschen mit Behinderungen in der Gesellschaft gewachsen ist und konkrete Verbesserungen für die Teilhabe am öffentlichen Leben erfolgt sind. Der Club kooperierte vor allem mit Vertretern der öffentlichen Verwaltungen und Dienstleistern in Bergisch Gladbach und gab zahlreiche Anregungen – etwa zum Zugang zu Ämtern, zu Bordsteinabsenkungen, Parkplätzen und vielem mehr.

Der CBE ist außerdem ein wichtiger Treffpunkt von Menschen mit und ohne Behinderung – er fördert das gegenseitige Verständnis, erweitert die gegenseitigen Sichtweisen und trägt stark dazu bei, dass Menschen mit Behinderungen in der Gesellschaft vollständig akzeptiert werden.

Im Jahr 1982 wurde Ursula Nantke die Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland für ihr großes Engagement im CBE verliehen.

Auch heute noch engagiert sich die rüstige Seniorin in einer Freizeitgruppe für Menschen mit und ohne Behinderung in Refrath.

„Omega“ – für die Würde bis zum Tod

Überdies hat sich die Bergisch Gladbacherin  bereits in den 1980er und 1990er Jahren  in der „OMEGA – Regionalgruppe Bergisch Gladbach“ im Rahmen einer Bürgerinitiative engagiert. OMEGA ist eine 1985 gegründete bundesweite Organisation mit 20 Regionalgruppen. Deren ehrenamtlich tätige Mitglieder tragen dazu bei, dass die Würde eines sterbenden Menschen unter allen Umständen bis hin zum Tod unangetastet bleibt.

Die OMEGA-Regionalgruppe Bergisch Gladbach ging 2002 in dem Verein „Evangelische Hospizinitiative Bergisch Gladbach e.V.“ auf. Auch hier war Ursula Nantke Gründungs- und Vorstandsmitglied. Sie hat sich unter anderem um die Öffentlichkeitsarbeit gekümmert.

Engagement beim „Hospiz – Die Brücke“

Der Verein verstand sich von Anfang an als konfessionell übergreifend, war aber beim Evangelischen Krankenhaus angebunden. Um die überkonfessionelle Arbeit noch stärker nach außen tragen zu können, kam es 2010 zur Namensänderung des Vereins. Er nannte sich fortan „Hospiz – Die Brücke. Ambulantes Hospiz Bergisch Gladbach im Diakonischen Werk e.V.“.

Von 2010 bis 2017 war Nantke im Vorstand dieses Vereins als stellvertretende Vorsitzende tätig. 2017 gab sie ihr Vorstandsamt bewusst in die Hände Jüngerer ab.

Allerdings setzt sie die Öffentlichkeitsarbeit fort. Hier organisiert sie nach wie vor viermal im Jahr öffentliche Vortragsabende in der Gnadenkirche. Sie sucht die passenden Themen und Dozenten oder Künstler aus. Mit diesem öffentlichkeitswirksamen Engagement leistet sie einen wichtigen Beitrag für sterbende und schwerkranke Menschen und deren Angehörige. Insbesondere trägt sie dazu bei, die Angehörigen zu unterstützen.

Sterben ist kein Tabuthema

Darüber hinaus rückt sie das Thema „Sterben“ und „Umgang mit dem Tod“ aus einer gesellschaftlichen Tabuzone. Sterbende und ihre Angehörigen erfahren auf diese Weise Sicherheit, Akzeptanz und Geborgenheit.

Daneben engagiert sie sich nach wie vor als Sterbebegleiterin – begleitet somit todkranke und sterbende Menschen, um ihnen den letzten schweren Lebensweg zu erleichtern. Ihre Arbeit erfolgt im Rahmen des palliativen Netzwerks im Rheinisch-Bergischen Kreis, und sie ermöglicht es Menschen, würdevoll in ihrer vertrauten Umgebung zu Hause zu sterben und dabei die nötige Aufmerksamkeit und  Zuwendung zu bekommen. Eine Aufgabe, die in einer zunehmend älter werdenden Gesellschaft immer wichtiger würde, betonte Bürgermeister Lutz Urbach anerkennend.

Pressestelle Stadt BGL

Hier werden offizielle Pressemitteilungen der Stadtverwaltung veröffentlicht. Sie geben nicht die Meinung des unabhängigen Bürgerportals iGL wieder.

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