Ein Radschnellweg am Hambacher Forst. Foto: ADFC

Eine Machbarkeitsstudie zeigt, dass sich leistungsfähige Radpendlerrouten von Bergisch Gladbach und Rösrath nach Köln rechnen und täglich von Tausenden Radlern genutzt werden würden.

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Erste Ergebnisse zu leistungsfähigen RadPendlerRouten zwischen Köln und dem rechtsrheinischen Umland hat jetzt eine Machbarkeitsstudie geliefert. Zwei der vier untersuchten Korridore sollen dabei den Rheinisch-Bergischen Kreis mit Köln-Deutz verbinden, ausgehend vom S-Bahnhof in Bergisch Gladbach beziehungsweise vom Bahnhof in Rösrath.

Die erste Strecke hat dabei eine Länge von 14,2 Kilometern, die zweite beträgt rund 17,3 Kilometer. Ergänzt werden diese sogenannten Hauptachsen durch kleinere Zubringer, die weitere einwohnerstarke Stadtteile mit den RadPendlerRouten verbinden, beispielsweise von Bergisch Gladbach-Bensberg über Refrath nach Köln-Dellbrück.

Ziel ist es, durch ein neues attraktives Produkt den Radverkehr zwischen den Städten der Rheinschiene und dem rechtsrheinischen Umland zu beschleunigen, die Menschen noch mehr zum Umstieg auf das Fahrrad zu motivieren und dadurch die Straßen vom Auto-Verkehr zu entlasten sowie einen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten.

Die Machbarkeitsstudie bescheinigt allen vier Routen eine grundsätzliche Realisierbarkeit und Wirtschaftlichkeit sowie ein hohes Potenzial, um den Umstieg vom Auto auf das Fahrrad zu forcieren.

Die Studie geht davon aus, dass durch die RadPendlerRouten auf der Strecke Bergisch Gladbach-Köln täglich rund 2.200 und auf der Strecke Rösrath-Köln täglich rund 2.300 Fahrradfahrerinnen und -fahrer mehr unterwegs sein könnten, als bisher.

„Das positive Ergebnis der Machbarkeitsstudie bringt uns einen großen Schritt voran und verdeutlicht, dass wir mit diesem innovativen Projekt einen großen Gewinn für die ganze Region generieren können“, freut sich Gerhard Wölwer, zuständiger Dezernent beim Rheinisch-Bergischen Kreis.

Neben den beteiligten Städten und Gemeinden wurden daher auch bereits Vereine und Verbände, die sich für das Thema engagieren, in die Planung einbezogen. Ein wichtiges Kriterium für die Auswahl der Routen war dabei, dass sie einen hohen Qualitätsstandard ermöglichen, beispielsweise durch eine komfortable Breite und eine möglichst direkte, umwegfreie Routenführung.

Denn RadPendlerRouten sollen ein zügiges und klimafreundliches Vorankommen ermöglichen ohne viele Fahrtunterbrechungen an Kreuzungen oder Ampeln. Auch eine gute Anbindung an das vorhandene Schienennetz sowie Aspekte des Naturschutzes spielten bei der Planung eine Rolle. Daneben flossen auch Kriterien wie die Zahl der Einwohner, Arbeitsplätze oder aber weiterführende Schulen in der Nähe der Trassen in die Beurteilung mit ein.

Mit der Machbarkeitsstudie ist ein erster wichtiger Schritt auf dem Weg zur Umsetzung dieses neuen Angebotes für den Radverkehr in der Region geschafft. Die Ergebnisse der Machbarkeitsstudie werden jetzt von allen Projektpartnern der Politik vorgestellt. Sobald diese grünes Licht gibt, werden als weitere Schritte eine Kooperationsvereinbarung mit allen beteiligten Städten und Kreisen sowie die Weiterqualifizierung des Projektes für die Regionale 2025 Bergisches Rheinland angestrebt.

Hintergrund des Projektes

Die Entwicklung und Umsetzung leistungsfähiger RadPendlerRouten ist ein gemeinsames Projekt des Rheinisch-Bergischen Kreises und des Rhein-Sieg-Kreises sowie der Städte Bergisch Gladbach, Köln, Leverkusen, Niederkassel, Rösrath und Troisdorf.

Dabei geht es darum, attraktive und komfortable Fahrrad-Infrastruktur insbesondere für den Berufs- aber auch für den Freizeitverkehr zu entwickeln, die die rechtsrheinischen Nachbarn mit der Stadt Köln verbindet. „Für die Stadt Köln leistet diese vorliegende Machbarkeitsstudie mit den vier RadPendlerRouten von Köln in die rechtsrheinischen Nachbarstädte einen wichtigen Beitrag für die Erreichung der Ziele Köln mobil 2025.

Für die rechtsrheinischen Stadtbezirke wird durch die Ergebnisse ein wichtiger Grundstein für die Stärkung des Umweltverbundes gelegt. Darüber hinaus zeigt dieses Kooperationsprojekt, dass vor allem im Zusammenschluss der Regionen die Mobilitätswende erfolgreich umsetzbar ist“, so Andrea Blome, Verkehrsdezernentin der Stadt Köln.

Im Fokus stehen vier Hauptachsen mit einer Gesamtlänge von rund 80 Kilometern, die sternförmig nach Köln führen. Ausgangspunkte sind der S-Bahnhof in Bergisch Gladbach, der Bahnhof Leverkusen-Mitte, der Bahnhof in Rösrath sowie in Troisdorf und Niederkassel-Mondorf.

Ergänzt werden sollen diese Hauptachsen durch Zubringer, die von Bergisch Gladbach-Bensberg nach Köln-Dellbrück, von Niederkassel zur S-Bahn Station in Troisdorf-Spich und vom Bahnhof in Opladen bis nach Leverkusen-Mitte führen sollen. Hintergrund des Projektes ist die stark überlastete Verkehrssituation zwischen Köln und dem rechtsrheinischen Umland.

„Die RadPendlerRouten sind ein weiterer Baustein für die Förderung des Radverkehrs in Leverkusen und auch über die Stadtgrenze hinaus. Schnelle Radwegeverbindungen sind ein wichtiger Schritt für die Umsetzung des städtischen Mobilitätskonzeptes“, so Andrea Deppe, Baudezernentin der Stadt Leverkusen. Mit den RadPendlerRouten soll eine echte Alternative geschaffen sowie der wachsenden Rolle des Fahrrads als beliebtes Verkehrsmittel – auch für alltägliche Pendlerstrecken – Rechnung getragen werden.

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Rheinisch-Bergischer Kreis

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3 Kommentare

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  1. Die derzeitigen Macher und Bestimmer unserer Stadt wissen das garantiert auf viele Jahre noch zu verhindern. Ab S-Bahnhof… Man darf gespannt sein. Ansonsten ein schöner vernünftiger Vorstoß der lange Überfällig ist. Lasst endlich Taten folgen.

  2. Mit großer Genugtuung lese ich diesen Artikel- Es wäre zu schön, um wahr zu sein, dass sich auch in diesem Land die Erkenntnis durchsetzt, dass sich jeder in die Radinfrastruktur investierte Eure mehrfach bezahlt macht. In anderen Ländern weiß man das längst und investiert seit Jahren deutlich mehr pro Einwohner als hier in Deutschland. Es wäre wirklich schön, wenn ich nach ca 15 Jahren regelmäßigen Radfahrens von BG nach Köln derartige Radschnellwege noch erleben dürfte…

  3. Beginn am S-Bahnhof, wirklich?
    Das wäre ein großer Fortschritt gegenüber bisherigen Ideen, die einen Start am Finanzamt (Refrather Weg) vorsahen. Lieber nicht zu früh freuen, eine Skizze des Streckenverlaufs könnte mehr Klarheit schaffen.

    Ein Zubringer von Bensberg nach Dellbrück ist nur für Leute sinnvoll, die nach Holweide, Buchheim oder Mülheim müssen. Nach Deutz oder in die kölner Innenstadt ist es ein ziemlicher Umweg.