Radschnellwege oder Radpendlerrouten werden kommen, und zwar relativ schnell: Der Kreis RheinBerg hat die Federführung übernommen und plant gemeinsam mit Bergisch Gladbach, Leverkusen, Rösrath, Troisdorf und Köln. Mehr Infos gibt es bei einer Veranstaltung der  Initiative Radschnellweg.

Die Planung des Kreises sollte jetzt im Herbst fertig werden – dann geht es zügig an die Umsetzung. Definiert wurden sogenannte „Übergabepunkte” – das sind zunächst einmal das Finanzamt Bergisch Gladbach und die Querung der B8 in Köln. Die Strecke vom Stadtzentrum GL und die Zubringerrouten werden von der Stadt Bergisch Gladbach geplant, der Weg von der B8 ins Stadtzentrum Köln von der Stadt Köln. Die geplante Streckenführung wurde vom RBK am 17. Juli 2018 im Stadthaus Deutz vorgestellt.

Am Finanzamt könnte die Radpendlerroute nach Köln beginnen

Die Initiative Radschnellweg GL-K hat ebenfalls die Strecke Bergisch Gladbach nach Köln im Fokus. Auch sie hat eine Strecke ausgearbeitet, die in weiten Teilen der der RBK-Planer entspricht. Allerdings nicht ganz: Wichtig in diesem Zusammenhang ist die Auswirkungen auf die Natur – also keine Streckenführung durch das Naturschutzgebiet Thielenbruch und Thurner  Wald.

Das Planungsbüro des Kreises hatte zugesagt, diese alternative Streckenführung neu zu bewerten und zu berücksichtigen. Dazu gibt es bislang noch keine neuen Informationen.

… durch den Wald …

Um noch mehr Druck aufzubauen lädt die Initiative Radschnellweg GL-K jetzt zu einer Bürgerversammlung ein. 2.000 Flyer werden in den nächsten Tagen an die Haushalte verteilt.

Bürgerversammlung für die Stadtteile Gierath und Dellbrück
Mittwoch, 14. Nov. 2018, 19 Uhr
Pfarrsaal St. Josef, Köln-Dellbrück
Dellbrücker Hauptstraße 46

Bei der Bürgerversammlung wird auch die Streckenführung vorgestellt, im Gierather und Dellbrücker Gebiet. Weitere Bürgerversammlungen für die anderen (Kölner) Stadtgebiete sind in Planung.

… nach Köln hinein.

Man kann sicher sein, dass sich nur wenige Bürger vorstellen können, plötzlich vor ihrer Haustür einen Radschnellweg zu haben. Die Bürgerversammlung hat daher das Ziel, frühzeitig aufzuklären und den Weg zu bewerben.

Bei solchen Vorhaben ist rechtzeitige Bürgerbeteiligung oberstes Gebot. Auch für die Anwohner fallen eine Menge Vorteile an, z. B. geringerer Durchgangsverkehr und somit weniger Lärm und geringere Schadstoffbelastung. Natürlich gibt es auch Nachteile, welche aufgezeigt werden müssen.

Der erste Teil soll die allgemeinen Informationen zum Radschnellweg vermitteln. Im zweiten Teil werden Gruppen gebildet, um die Änderungen in den einzelnen Straßen aufzuzeigen.

Wir dokumentieren den Wortlaut der Einladung:

„Liebe Mitbewohner, liebe Mitbewohnerinnen,

der stark zunehmende Autoverkehr trägt wesentlich zum immer spürbarer werdenden Klimawandel mit teilweise katastrophalen Auswirkungen bei. Die Gesundheit vieler Menschen, insbesondere Anlieger von Hauptverkehrsstraßen wie der Bergisch Gladbacher Straße, ist durch Lärm und Schadstoffe erheblich gefährdet.

Aus diesen Gründen haben engagierte Menschen aus Bergisch Gladbach und Köln vor einem Jahr die „Initiative Radschnellweg GL-K“ gegründet. Eine direkte, sichere und attraktive Radwegeverbindung auf einer der Hauptpendlerrouten nach Köln soll möglichst viele Autofahrer/innen zum Umsteigen auf das Rad bewegen.

Einige Mitglieder unserer Initiative fahren fast täglich mit dem Rad von Bergisch Gladbach nach Köln. So entstand die von uns ausgearbeitete Fahrroute, die beim Finanzamt in Bergisch Gladbach an der Refrather Straße beginnt, über die ehemalige Trasse der Straßenbahn, Am Rodemich, die Gierather-, Strundener-, Hatzfeld- und Dabringhauser Straße weiter nach Holweide führt.

Die Strecke soll gut asphaltiert als Fahrradstraße gekennzeichnet werden, durchgehend vorfahrtsberechtigt sein und möglichst eine Breite von 4 m erreichen. Anwohner-, Taxi, Bus und Lieferverkehr bleiben natürlich weiter möglich. Über die Auswirkungen des von uns vorgeschlagenen Radschnellweges wollen wir informieren,  uns mit Ihnen beraten und eine möglichst breite Unterstützung.

Dr. Helmut Röscheisen, In der Barken 3, 51069 Köln”

Weitere Beiträge zum Thema:

Radpendlerroute nach Köln – oder Radschnellwege?

Ein Traummorgen für Pendler – auf dem Rad nach Köln

Ein schneller Radschnellweg von GL nach Köln. Schnell

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Bernhard Werheid

Seit Gründung des ADFC Kreisverbandes RheinBerg-Oberberg e.V. in 2013 bin ich im Vorstand, seit Herbst 2015 Vorstandsvorsitzender.

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2 Kommentare

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  1. Ich fahre die Strecke mehrmals die Woche nach Köln Innenstadt und finde, dass u.a. folgende Punkte auch berücksichtigt werden sollten:
    – Ampelschaltung und Straßenüberquerungen in Bergisch Gladbach, im Speziellen das Viereck rund um dm/denn’s/Schuhcenter sowie vom Finanzamt bis Stadtmitte.
    – Deutz: im Speziellen die Überquerung des Rheins. Bis jetzt habe ich keinen besseren Weg ausfindig gemacht (ich muss an den Dom) als am Deutzer Bahnhof abzusteigen, das Rad in die Hand zu nehmen und die Unterführung zu nehmen. Gleiches gilt bei der Hohernzollernbrücke auf der Domseite.
    – Heidelbergerstraße stadteinwärst ab Haltestelle Frankfurter Straße: Teilweise sehr gefährlich weil Autos wild den Fahrradweg zuparken.

    Abschließend begrüße ich einen Radschnellweg sehr, wenngleich ich eine Teerung nicht für notwendig halte.

  2. Bergisch Gladbach sollte sich überlegen, wie der Beginn des Weges am Finanzamt an den Rest der Stadt angebunden werden kann. Solange die Situation rund um den Gronauer Kreisel im Berufsverkehr derartig besch…eiden ist, bringt ein dort beginnender Radweg nach Köln die allermeisten Gladbacher*innen genau gar nichts. Schon beim Gedanken an den Weg dorthin dürften Viele kapitulieren.

    Konkret gibt es zwei Möglichkeiten: Entweder über den alten Bahndamm zum S-Bahnhof, oder quer über das Zandersgelände zum neuen ‘Turbokreisel’. Oder soll es wieder einer dieser Radwege werden, die im Nirgendwo beginnen bzw. enden?