Weihbischof Ansgar Puff segnet Martin Kramm und Jutta Menne

Im Bethanien Kinderdorf Bergisch Gladbach ist eine Ära zu Ende gegangen. Martin Kramm hat nach 15 Jahren als Kinderdorfleiter das Amt an seine Nachfolgerin Jutta Menne übergeben. Die Abschiedsfeier, die mit einer von Weihbischof Ansgar Puff zelebrierten Messe begann, hielt einige Überraschungen parat.

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„Aus Deinen Händen ein ganzes Kinderdorf zu empfangen, ist eine große Ehre“, kommentierte die neue Kinderdorfleiterin den symbolischen Akt, bei dem sie ein großes Luftbild des Refrather Kinderdorfes von ihrem Vorgänger überreicht bekam.

Zur Feier war nicht nur der Pfarrer von St. Johann Baptist, Winfried Kissel, Konzelebrant, gekommen. Auch Matthias Kramm, einer der Söhne des Neu-Ruheständlers, war an der Gestaltung der Messe beteiligt.

Ansgar Puff ging in seiner Predigt auf die „Neuen Wege“ ein, eine Gruppe, die Martin Kramm während des gemeinsamen Studiums gegründet hatte. Diese neuen Wege seien es gewesen, die den beruflichen wie privaten Lebensweg von Kramm gekennzeichnet hätten, so Puff. Er attestierte seinem Freund, dass diesen der Heilige Geist lebendig gehalten habe.

Nach der Messe wurde in der frisch renovierten Kinderdorfaula weiter gefeiert. Dr. Klaus Esser, Geschäftsführer der Bethanien Kinderdörfer, dankte Martin Kramm für 15 Jahre engagierte Arbeit und nannte ihn den „Bürgermeister des Kinderdorfes.“

Bergisch Gladbachs Bürgermeister Lutz Urbach, der trotz Termindrucks eine kurze Rede hielt, meinte „so von Kollege zu Kollege“, auch er habe manchmal das Gefühl, mit der Stadt Bergisch Gladbach ein Kinderdorf zu leiten.

Ehemalige Weggefährten, etwa die Teilnehmer der Kaminrunde, einer Gruppe von Einrichtungsleitern, die sich zum regelmäßigen Austausch treffen, sangen gar ein eigens komponiertes Lied. Und auch die Kinder hatten einen Text zum Abschied geschrieben, den sie als kleiner Chor darboten.

Jutta Menne wurde als neue Kollegin von den beiden Kinderdorfleitern aus Eltville, Thomas Kunz und Julia Bartkowski, herzlich willkommen geheißen und bekam ein „Notfallpaket“ mit jeder Menge Nervennahrung.

Am Nachmittag verabschiedete sich das Kinderdorf von seinem Leiter. Es gab Auftritte der kleinen Musiker, des Kinderdorfzirkus und Sketche.

Jutta Menne musste zu guter Letzt ihre Eignung als Kinderdorfleiterin unter Beweis stellen, in dem sie das in Bethanien gerne und häufig genutzte Gratulationslied „Viel Glück und viel Segen“ als vierstimmigen Kanon dirigierte. Sie bestand die Feuerprobe mit Bravour.

Zur Person:

Martin Kramm, 1965 geb. in Dortmund, wuchs in Köln auf. Nach dem Abitur, das er 1974 am altsprachlichen Friedrich-Wilhelm-Gymnasium ablegte, wollte er eigentlich Priester werden.
Es kam anders, letztlich studierte er an der Katholischen Hochschule in Köln soziale Arbeit und wollte an der Basis arbeiten. Dies tat er zunächst in einer Jugendhilfeeinrichtung in Mayen, später viele Jahre in der Stiftung „Die gute Hand“ in Kürten. Seit 2004 leitet er das Bethanien Kinder- und Jugenddorf Bergisch Gladbach.

Martin Kramm ist seit 1981 verheiratet mit Rani Kramm, die heute als Heilpädagogin in der „Guten Hand“ in Kürten tätig ist, und hat vier inzwischen erwachsene Kinder und einen Enkel. Martin Kramm lebt in Lindlar.

Seine Nachfolgerin: Jutta Menne, 1965 in Köln geboren und aufgewachsen, begann nach dem Abitur die Ausbildung zur Erzieherin. Später studierte sie Heilpädagogik und bildete sich als Systemische Supervisorin fort. Bevor sie als Kinderdorfleiterin ins Bethanien Kinderdorf nach Refrath wechselte, arbeitete sie zwölf Jahre bei der Lebenshilfe in Bonn. Dort war sie für den Bereich Ambulante Maßnahmenverantwortlich.

Über das Bethanien Kinderdorf

Im Bethanien Kinderdorf Bergisch Gladbach leben rund 120 Kinder und Jugendliche, die aus unterschiedlichen Gründen nicht bei ihrer Herkunftsfamilie aufwachsen können.

In den aktuell sechs Kinderdorffamilien, drei Wohngruppen und weiteren auch ambulanten Jugendhilfe-Angeboten haben aktuell rund 120 Kinder ein liebevolles und familienähnliches Zuhause. Zusätzlich bekommen sie fachkompetente, pädagogische Betreuung und Förderung. Die enge Bindung zu ihrer Kinderdorffamilie lässt viele, auch wenn sie längst erwachsen geworden sind, gerne zurückkehren, etwa zu den regelmäßig stattfindenden Ehemaligentreffen.

Seit der Gründung 1968 durch die Dominikanerinnen von Bethanien fanden über 800 Kinder und Jugendliche im Bethanien Kinderdorf ein neues Zuhause.

Neben dem Bethanien Kinderdorf in Bergisch Gladbach gibt es weitere Kinderdörfer in Schwalmtal und Eltville.

Weitere Informationen erhalten Sie auf der Website.

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1 Kommentar

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  1. Sehr geehrter Herr Kramm!. Leider aus dem Krankenhaus: Schade, dass ich Sie nicht verabschieden konnte! Sie haben mich immer sehr beeindruckt in vielerlei Hinsicht!
    Ganz viel Glück und Gottes reichen Segen für viele Ruhestandsjahre!!
    Für Ihre Nachfolgerin… tatsächlich gute Nerven und Freude an ihrer Arbeit!!
    Alles Gute
    Ihre
    Renate Dorfeld