Aus dem Archiv: Im Januar 2016 begann der Aufbau der Containerunterkunft. Aus baurechtlichen Gründen musste sie schon nach drei Jahren dicht gemacht werden. 

Die Flüchtlingsunterkunft hinter der IGP ist geschlossen, doch auch nach dem Auszug bleibt vor Ort einiges zu tun. Für die Integration werden jetzt sogar noch mehr Helfer gesucht. 

Nach rund drei Jahren ist die Flüchtlingsunterkunft der Stadt Bergisch Gladbach auf dem ehemaligen Sportplatz hinter der Integrierten Gesamtschule Paffrath Geschichte. Die letzten Bewohner sind im Mai zur Flüchtlingsunterkunft (FUK) nach Lückerath bzw. teilweise auch in privaten Wohnraum auf Bergisch Gladbacher Stadtgebiet umgesiedelt worden.

Aktuell leben noch einige Personen auf dem Gelände, bis die Obdachlosenunterkunft in Schildgen nach den Sanierungsarbeiten im Juni fertiggestellt ist.

Ehrenamtler arbeiten weiter

Viele Ehrenamtlerinnen und Ehrenamtler werden sich auch nach der Schließung der Unterkunft weiterhin aktiv in der Flüchtlingsarbeit engagieren. So wird der Sprachunterricht an anderen Standorten in Bergisch Gladbach fortgesetzt. Die Kurse finden zukünftig im Clemenshaus, in der DRK-Unterkunft in Lückerath sowie in der DRK-Kindertagesstätte in der Franz-Heider-Straße statt.

Die Gruppe, die zweimal wöchentlich den Treffpunkt der Kulturen auf dem Gelände der nun geschlossenen Unterkunft organisiert hat, wird ebenfalls fortbestehen und den Treffpunkt zukünftig in der DRK-Unterkunft in der Senefelderstraße anbieten. Ein erstes Treffen hat dort bereits stattgefunden.

Servicesstation der Mobilen Nachbarn

Die Fahrradwerkstatt (Mitglied im Verbund der Mobilen Nachbarn in Bergisch Gladbach), die zurzeit ebenfalls noch auf dem Gelände der Unterkunft betrieben wird, soll nach Möglichkeit und auf Wunsch der Stadt bestehen bleiben. Die Techniker (auch “Schrauber” genannt) möchten ihre wertvolle und integrationsfördernde Arbeit fortsetzen, allerdings ist noch unklar, an welchem Standort dies möglich sein wird.

Da die Hilfe zukünftig nicht mehr an einem zentralen Ort, sondern dezentral geleistet werden muss, erhöht sich der Aufwand. Daher sucht die Initiative noch ehrenamtliche Helfer für die genannten Aufgabenbereiche. Wer sich hier engagieren möchte, kann sich bei der Initiative unter info@willkommen-in-paffrath-hand.de melden.

Abschiedsfest mit allen Beteiligten

Am Dienstag, den 28. Mai 2019, feierten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Deutschen Roten Kreuzes als Betreiber, die Kolleginnen und Kollegen der Stadtverwaltung, die Mitglieder der Flüchtlingsinitiative, die Angestellten des Sicherheitsdienstes sowie zahlreiche weitere Gäste Abschied von der Containerunterkunft.

Am 30. Mai 2016 waren die ersten Bewohner in die Anlage eingezogen. Die meisten Menschen mit Fluchthintergrund hatten bis dahin in der Turnhalle in Refrath gelebt.

Flüchtlingscamp Paffrath schließt: So reagieren die Helfer

Die Unterkunft wurde als Container-Modulgebäude in L-Form angelegt und bot für maximal 153 Menschen Unterbringungsplätze. Ein ehemaliger Bürokomplex der Universität Köln wurde dreistöckig errichtet; hier hatten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des DRK ihre Räume, die für Verwaltungstätigkeiten, aber auch als Gesundheitszentrum, für Deutschkurse und zur Kinderbetreuung genutzt wurden.

Pläne im Herbst 2015

Bereits im September 2015 hatte die Stadtverwaltung zum ersten Mal über die Pläne zur Einrichtung der Wohnanlage hinter der IGP informiert. Die städtischen Sozialarbeiterinnen und –arbeiter waren ab dem ersten Bezugstag stets bemüht, eine Bewohnerstruktur zu schaffen, die ein friedfertiges Zusammenleben ermöglichte. Da es sich bei der Unterkunft in Paffrath um eine Regelunterkunft handelte, lag der Schwerpunkt der Arbeit in der Integration der Flüchtlinge.

Besonders wichtig war hierbei die Unterstützung im Kontakt mit Behörden, Schulen, Arbeitgebern und dem Stadtteil sowie die Förderung des gemeinschaftlichen Zusammenlebens vor Ort. Aber auch für alltägliche Fragen war tagsüber immer ein Ansprechpartner des DRK vor Ort und vermittelte beispielsweise externe Freizeit- und Bildungsangebote sowie Sprachkurse.

Auch die Flüchtlingsinitiative „Willkommen in Paffrath/Hand“ stand bereit, mit dem ehrenamtlichen Engagement interessierter Bürgerinnen und Bürger die Alltagsbewältigung der Flüchtlinge zu unterstützen und Hilfe bei der Integration zu leisten.

Rückbau wird geplant

Ab Juni ist es nun die Aufgabe der Stadtverwaltung, den geschlossenen Standort weiter zu betreuen. So wird das Gelände, wie die Abteilung Soziale Förderung des Fachbereiches Jugend und Soziales mitteilt, komplett geschlossen werden.

Das hat leider auch Nachteile für die heutigen Grundstücknutzer. Der beliebte Abkürzungsweg, der über das Gelände führt, ist dann nicht mehr nutzbar.

Um die Gebäude zu schützen, ist auch weiterhin ein Sicherheitsdienst beauftragt.

Das Angebot der Fahrradwerkstatt wird zunächst aufrechterhalten, der Zugang von der Seite des Schwimmbad-Parkplatzes bleibt erhalten. Die Fahrradwerkstatt ist weiterhin jeden Samstag geöffnet.

Für die Gebäude auf dem Gelände wird nach wie vor verwaltungsintern die Nachnutzung geprüft.

In Lückerath leben noch 200 Personen

Privatwohnungen werden weiterhin gesucht. Am Standort Lückerath, der im Mai 2020 leer gezogen werden muss suchen ca. 200 Bewohner*innen eine Wohnung. Diese haben bis heute noch keine Unterkunft auf dem privaten Wohnungsmarkt gefunden.

Unterstützung aus der Bevölkerung ist hier weiterhin herzlich willkommen: Wer eine geeignete und preislich angemessene Wohnung an Geflüchtete vermieten möchte, wird gebeten, sich an den Fachbereich Jugend und Soziales, Abteilung Soziale Förderung, Tel 02202 14-2471 oder per E-Mail an C.Tillmann@stadt-gl.de zu wenden.

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