Beim aktuellen Fall von Kinderpornografie in Bergisch Gladbach handelt es sich offenbar um einen sehr schweren Fall: vier Täter sollen mindestens sechs Kinder im Alter von 0 bis 10 Jahren schwer sexuell misshandelt haben. Die Kölner Kripo hat den Fall auf Weisung des NRW-Innenministeriums an sich gezogen.

Er sei „fassungslos und bestürzt angesichts der schrecklichen Taten“, sagte der Kölner Polizeipräsident Uwe Jakob. Neben dem Mann, der am Dienstag vor einer Woche in Bergisch Gladbach festgenommen worden war, befinden sich inzwischen drei weitere Männer aus Wesel, Langenfeld und Wiesbaden in Haft. Der Vorwurf lautet „schwerer sexueller Missbrauch von Kindern” sowie „Herstellung und Verbreitung von kinderpornografischen Inhalten”.

Die Zahl der bekannten Opfer beziffert die Kölner Kripo jetzt auf bislang sechs Davon lebt ein Kind in Bergisch Gladbach. Die Kinder seien zwischen „unter einem und zehn Jahren“; es handele sich in der Regel um eigene Kinder oder Stiefkinder der Täter, sagte Jacob.

+ Anzeige +

„Weiteren Tätern das Handwerk legen”

Die Kripo Köln und die Polizei Rhein-Berg werten jetzt unter Hochdruck die beschlagnahmten Datenträger aus – um mögliche weitere Täter und Opfer zu identifizieren. Es gebe zwar noch keine konkreten Hinweise, aber wenn es weitere Täter geben, wolle man denen so schnell wie möglich das Handwerk legen und die Opfer schützen.

Bei den Daten geht es um Fotos, Videos und Chatverläufe auf Handys, Speichersticks und Computern in einem Umfang von drei Terrabyte (oder drei Millionen Megabyte).

Gladbacher Täter war mit Frau und Kind im Urlaub

Bei dem Tatverdächtigen in Bergisch Gladbach handelt es sich um einen Familienvater, der bislang bei der Polizei nicht in Erscheinung getreten war. Auf seine Spur war die Polizei über einen Fall von Kinderpornografie Ende August in Kassel gekommen, bereits im September hatte die Staatsanwaltschaft Köln den Fall übernommen und die Polizei in Bergisch Gladbach mit den Ermittlungen beauftragt.

Der Mann sei sehr schnell identifiziert worden. Bis zur Festnahme musste die Polizei allerdings warten, bis der Mann mit Ehefrau und Tochter aus dem langen Urlaub zurückkehrte. Das war am 21. Oktober der Fall. Die Frau habe, davon geht die Polizei aus, nichts gewusst.

Bei einer ersten Auswertung des beschlagnahmten Materials stieß die Kreispolizei sehr schnell auf weitere Verdächtige, die schon am 24., 25. und 30. Oktober festgenommen wurden. Der Tatverdächtige in Wesel ist laut Staatsanwaltschaft Kleve ein 26-jähriger Bundeswehrsoldat.

Die Polizei Köln hat die Pressekonferenz live übertragen, hier können Sie sich die Aufzeichnung anschauen:

WhatsApp – und ein echtes Treffen

In welchem Verhältnis die Männer zueinander stehen, ist der Polizei bislang nicht bekannt. Sie hätten über WhatsApp und andere Messengerdienste miteinander kommuniziert und u.a. Bilder ausgetauscht.

Nach aktuellem Stand handele es sich dabei um Bekanntschaften aus dem Netz, sagte Staatsanwalt Ulrich Bremer. Offenbar haben die Männer das gleiche getan und sich darüber ausgetauscht. Allerdings habe sich der Verdächtige aus Bergisch Gladbach mindestens einmal mit einem der anderen Verdächtigen getroffen, sagte Bremer auf Nachfrage des Bürgerportals.

Riesige Sonderkommission

Wie komplex und umfangreich der Fall ist lässt sich daran ablesen, dass die Kölner Kripo eine Sonderermittlungseinheit mit mehr als 20 Beamten eingesetzt hat. Außerdem ist die Kreispolizei Rhein-Berg daran beteiligt, die das Material bislang alleine bearbeitet hatte.

Es gehe jetzt darum, weitere mögliche Täter zu finden und Opfer zu schützen, betonte Jakob. Daher werde mit großem Einsatz unter Hochdruck gearbeitet.

Großes Medieninteresse

Der scheidende Bergisch Gladbacher Polizei-Chef Gerhard Wallmeroth hatte bei einem Pressegespräch zu seiner Verabschiedung bereits am Dienstag von dem Fall erzählt, als Antwort auf die Frage des Bürgerportals nach den Herausforderungen für die Kreispolizei in der Zukunft.

Wir hatten zurückhaltend berichtet, um die laufenden Ermittlungen nicht zu beeinträchtigen. Der Kölner Stadt-Anzeiger hatte die Informationen auch an die Nachrichtenagenturen gegeben und damit sofort ein großes überregionales Medienecho ausgelöst. Entsprechend groß war der Andrang bei der Pressekonferenz im Kölner Polizeipräsidium.

Weitere Beiträge zum Thema:

Eine Frau rückt an die Spitze der Kreispolizei RheinBerg

.

G. Watzlawek

Journalist, Volkswirt und Gründer des Bürgerportals. Mail: gwatzlawek@in-gl.de.

Reden Sie mit, geben Sie einen Kommentar ab

1 Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

  1. Ich bin fassungslos,die armen Kinder und auch die armen Ehepartner wenn sie unwissend waren.Ein Spießrutenlauf ohne Ende,ich hoffe auf verständnisvolle Nachbarn die sich kümmern ohne neugierige Fragen zu stellen.Normaler Umgang wäre mehr als hilfreich und das so kurz vor Weihnachten dem Fest der Familie.Was ist bloß mit diesen Männern los,Väter sollten ihre Kinder beschützen und nicht benutzen.Für diese Fälle gibt es einfach keine Strafen die diesen Untaten angemessen wären.