Familie Schrennen auf dem Hofgut Kippekausen in den 1930er-Jahren

Vor 60 Jahren entstand die Parksiedlung Kippekausen als Demonstrativ-Bauvorhaben der Bundesregierung. Konrad Adenauer kam 1961 persönlich zum Richtfest nach Refrath. Wo seither 950 Wohnungen stehen, befand sich erst eine Fluchtburg und dann lange Jahre ein Hofgut.

Als auf dem Gelände des alten Hofgutes Kippekausen die heutige Parksiedlung Kippekausen geplant wurde, bemühte sich der Bürger- und Heimatverein unter seinem Vorsitzenden Peter Bürling darum, dass die „Motte“ ausgegraben wurde. Das geschah 1959. Anhand von  Keramik- und Metallfunden konnte die Gründung dieser Fluchtburg ins 10. Jahrhundert datiert werden. Im 16. Jh. war sie aufgegeben worden, ohne zerstört worden zu sein.

Die Motte wird seit einem Jahr wieder angestrahlt. Foto: schopps-fotografie.de

Die dazu gehörige erste Ansiedlung hatte im Bereich des heutigen „Burgplatzes“ gelegen.

In der Nachbarschaft entstand die Hofanlage Kippekausen, deren freiadlige Eigentümer sich bis ins 15. Jahrhundert nachweisen lassen. Zunächst das Haus Schönrath, dann ab 1670 die von Bernsau und ab 1740 die von Steinen. 1804 erwarben die Steinbrecher Juffern von ihnen das Gut und vererbten es an ihren Neffen Bernard Eyberg. Nach seinem Tod 1846 ersteigerte Justizrat Johann Anton Lautz das Anwesen.

Der Hof Kippekausen in den 1950er-Jahren

Der Hof wurde bis zum Bau der Parksiedlung Kippekausen als landwirtschaftliches Gut betrieben. Seit 1560 sind Pächter nachzuweisen. Als letzte verließ die Familie Schrennen 1965 den Hof. Er war zwar zunächst restauriert und auf Hühner- und Schweinezucht reduziert worden, wurde aber dann doch abgerissen, um noch zwei Zeilen Reihenhäuser zu bauen.

Schrennens Hof nach Sanierung 1961

Die auf dem Bild im Bau befindliche Häuserzeile war der Standort der alten Hofanlage, und die beiden Fichten zeigten noch lange die ehemalige Hofeinfahrt an. Die Tankstelle stand vor den noch bestehenden Garagen.

Dort, wo einst die Wiesen und Felder des Gutes Kippekausen gelegen hatten, entstand die Parksiedlung Kippekausen, mit deren Bau im Oktober 1959 begonnen wurde. Sie war ein Demonstrativ-Bauvorhaben der damaligen Bundesregierung unter Konrad Adenauer, der 1961 zum Richtfest nach Refrath kam und die sechsmillionste neue Wohnung seit Gründung der Bundesrepublik ihrer Bestimmung übergab.

Auf einer Fläche von 430.000 m² baute die „Westaufbau GmbH“ in drei Bauabschnitten 950 Wohnungen. Refraths Bevölkerung wuchs in kurzer Zeit um über 3.000 Personen an.

Die Siedlung besteht aus einer Mischung von Hochhäusern und Eigenheimen für Familien in Form von Reihenhäusern oder Bungalows. Die Eigenheime erhielten relativ große Gärten, wobei damals noch an Eigenversorgung mit Gemüse und Obst gedacht war.

Zum Weiterlesen:

  • Klaus Rieger, Die Parksiedlung Kippekausen 1959-2019
  • Helmut Höher u. Hans Peter Müller, Refrath gestern und heute Bd. 3/II (ausführliche Darstellung)
  • Kalender 2020, Alte und neue Ansichten aus Refrath

Alle Veröffentlichungen sind erhältlich in der St. Johannisapotheke bzw. bei „Dabbelju“ auf dem Siebenmorgen.

Hans Peter Müller

ist Lehrer im Ruhestand und war lange Jahre Vorsitzender des Bürger- und Heimatvereins Refrath. Als Heimatforscher und Autor arbeitet er die Geschichte des Ortsteils auf.

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