Immer wieder kommt es zu Beinah-Unfälle, weil Radfahrer einen Zebrastreifen entgegen der Regeln benutzen. Am Driescher Kreisel kam es jetzt zu einem Unfall mit einem schwer verletzten Radler. 

Nach Angaben der Polizei fuhr der 27-jährige Radfahrer am Dienstagabend aus der unteren Hauptstraße in Richtung Fußgängerzone. Am Driescher Kreisel wollte er die Gohrsmühle überqueren – und bog unvermittelt auf den Zebrastreifen ein, ohne abzusteigen.

Dort stieß der mit einem VW zusammen, der gerade aus dem Kreisel in die Gohrsmühle abbog und dessen Fahrer nicht mehr schnell genug reagieren konnte. Es kam zur Kollision, der Radfahrer stürzte auf die Straße. Der Rettungsdienst brachte den Schwerverletzten zur Versorgung in eine Kölner Unfallklinik.


Die Polizei weist auf diesem Anlass noch einmal auf die Regeln bei einem reinen Fußgängerüberweg hin: Der besondere Schutz am Zebrastreifen gilt nur für Fußgänger. Andere Verkehrsteilnehmer – insbesondere Zweiradfahrer – genießen dort keinen Vorrang.

Um in den Genuss der besonderen Rechte zu kommen, muss geschoben werden. Ansonsten gelten die Regeln der Straßenverkehrsordnung zum Ein- und Anfahren in den fließenden Verkehr und damit muss eine Gefährdung der anderen Verkehrsteilnehmer auf der Straße ausgeschlossen sein.

Anders ist die Sachlage am Kreisverkehr Schnabelsmühle, dem sogenannten Turbokreisel: Dort sind neben den Zebrastreifen rote Fahrspuren für Radfahrer angebracht worden und entsprechende ausgeschildert worden. Hier haben die Radfahrer Vorfahrt gegenüber den Autofahrern.

Redaktion

des Bürgerportals. Kontakt: info@in-gl.de

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13 Kommentare

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  1. (1) 1An Fußgängerüberwegen haben Fahrzeuge mit Ausnahme von Schienenfahrzeugen den zu Fuß Gehenden sowie Fahrenden von Krankenfahrstühlen oder Rollstühlen, welche den Überweg erkennbar benutzen wollen, das Überqueren der Fahrbahn zu ermöglichen. Dann dürfen sie nur mit mäßiger Geschwindigkeit heranfahren; wenn nötig, müssen sie warten.

    Das ist er, Absatz 1 § 26 StVO.
    Wie ihr seht: Radfahrer werden gar nicht erwähnt, was wohl daran liegt, dass damals noch deutlich weniger davon unterwegs waren.
    Mittlerweile können wir Alle uns vorstellen, dass es erfeulicherweise zukünftig zu einer
    deutlichen Zunahme des Radverkehrs kommen wird, sodass der Paragraph schleunigst mal überarbeitet gehört. zumindest in Richtung > Klarheit, wie auch immer.

    Am Driescher Kreuz sind mittlerweile derartig viele Radfahrer “gezwungen” die 3 Zebrastreifen zu queren, dass es mich wundert 1. dass nicht mehr passiert, 2. nix passiert von Seiten der Verantwortlichen, 3. unsere autophilen Mitbürger immer noch glauben, Radfahrer seien “erziehbar” ;-)) DAS WIRD NIX !!

    Also mein Vorschlag: rote Farbe in die Hände nehmen und einen 100 cm Streifen als Radspur ausweisen (kostet kleine Euros !) und Beschilderung JA; aber für den Autoverkehr!

    versteht mich nicht falsch, ich möchte keinesfalls idiotische Kamikaze-Radler ohne Licht und Manieren in Schutz nehmen, nur bin ich sicher, dass wir auch die schützen sollten….

    Für alle Anderen gilt :
    ” Aus der Perspektive eines Radfahrers sieht man so gut wie alles” David Byrne

    wünsche euch eine schöne Zeit

  2. Da sich die meisten Radfahrer leider rücksichtslos verhalten (gegen die Fahrtrichtung Radwege nutzen, Radwege ignorieren, an Fußgängerüberwegen nicht absteigen) würde Unterricht für Kinder nichts bringen, da ihnen Fehlverhalten vorgelebt wird.

  3. Radfahrer an Zebrastreifen sind für Ihre eigene Gesundheit durch ihr Verkehrsverhalten eine Gefahr. Genauso geht es den Fußgängern die aus der Fußgängerzone zum Busbahnhof wollen.
    Und wenn etwas passiert soll immer der Autofahrer schuldig sein. Verkehrserziehung für Radfahrer und Fußgänger wäre schon im Sinne der Kinder, die das Verhalten älterer Menschen für “normal” halten, sehr wichtig !!

  4. Grundsätzlich besteht kein generelles Verbot den Fußgängerüberweg zu befahren…nur eben nicht mit der Inanspruchnahne der Vorfahrt. Kommt kein Kfz. ist ein Befahren gestattet.

  5. An gleicher Stelle ist mir kürzlich eine Fahrradfahrerin fast vors Auto gefahren. Ich fuhr langsam an den Zebrastreifen, um den Verkehr in Augenschein zu nehmen, und als ich gerade wieder anfahren wollte schoss eine Fahrradfahrerin rechts an mir vorbei um dann, ohne zu bremsen, vor meinem Auto auf den Zebrastreifen links abzubiegen. Ich hätte sie beim Anfahren beinahe angefahren und sie beschimpfte mich wüst, das wäre ein Zebrastreifen und ich hätte gefälligst aufzupassen.

    Die einfachsten Fahrradregeln sind einfach nicht klar- es gibt zu wenig Schulungen! Fahrradfahrer nehmen sich gerne die Rechte eines Fußgängers heraus (Zebrastreifen, Fahren auf dem Bürgersteig oder auf der falschen Fahradwegseite) und fühlen sich dem darüber hinaus, noch überlegen, weil sie schneller sind.

    Als Refratherin erlebe ich es beinahe täglich, dass man beim Fahren auf die Dolmanstrasse beschimpft wird, wenn man einen Fahrradfahrer übersieht, der aus der falschen Richtung kommt – denn dort gibt es beidseitige Fahrradwege!

    Ich würde mir Fahrradschulungen für Erwachsene und generell stärkere Fahrradkontrollen wünschen, die, die wie bei Verstössen von Kraftradfahrern im Strassenverkehr, mit Bussgeld belegt werden.

  6. Es ist traurig, was dort passiert ist. Hinweisschilder für Fahrradfahrer wären wahrscheinlich hilfreich, zumindest für diejenigen, die sich an die Regeln halten möchten. Man sollte aber nicht vergessen, dass es für Fahrradfahrer/innen keinen Führerschein gibt. Daher mag das Unwissen kommen. Dass an zwei Kreisverkehren (Driescher und Turbokreisel) unterschiedliche Regeln für Fahrräder gelten, ist sicher für das Verständnis nicht besonders förderlich.

  7. Die Verkehrsführung am Driescher Kreuz/Kreisel ist für Radfahrer m. E. in Ordnung und auch nicht “gefährlich”. Die Radfahrer haben allerdings keine Vorfahrt und müssen die Vorfahrt der KFZ beachten. Das hat der Radfahrer offenbar nicht, sondern hat auf seine vermeintliche Vorfahrt vertraut.
    Ich nutze den Kreisel oft sowohl mit dem KFZ als auch mit dem Rad.

  8. Ja, Fahrradfahrer machen Fehler, genauso wie Autofahrer eben auch. Leider zieht der Fahrradfahrer in einer Kollision mit einem Auto immer den Kürzeren, das liegt in der Natur der Sache. Ich wünsche dem Verletzten eine schnelle und vollständige Genesung!
    Dennoch siehe ich auch ein Problem in Verkehrsführung für Radfahrer in BGL. Nicht durchdacht, schlecht gekennzeichnet – sprich unnötig gefährlich. Und das stimmt, egal ob man absolut Regel-konform oder als Rowdy unterwegs ist. Wer mir hier widerspricht ist in BGL noch nicht viel Rad gefahren.

  9. Nun, Herr Philipp,
    das ist ein typischer Radfahrer-Kommentar, wie iin besser der ADFC nicht hätte schreiben können.

    Ich befahre täglich den Kreisverkehr an der Rheingalerie und den Turbokreisel zu fast allen Tageszeiten. Ihre Behauptung, wer einen Radfahrer übersieht, übersieht auch einen Fußgänger ist mehr als abenteuerlich. Der Autofahrer, der sich an diesen Stellen selten bewegt, kann eines schnellen Radlers wegen nicht immer reagieren, weil es nicht darauf eingestellt ist, Der Radfahrer hat abzusteigen, Punkt. Leider interessiert das die wenigsten Zweiradartisten. Im Gegenteil, sie kommen auch aus falschen Richtungen (ihrer linken Straßenseite, obwohl auch auf der anderen Seite ein Radweg vorhanden ist), behindern oft die Fußgänger, die sich regelkonform bewegen, beschimpfen Autofahrer, wenn die nicht anhalten und gefährden sich selbst und andere auf geradezu menschenverachtende Art.

    Ein ähnliches Thema, auf das kaum eingegangen wird, verbirgt sich hinter diesen Inseln auf breiteren Straßen, die den Fußgänger beim Überqueren behilflich sein sollen, die Straße nicht auf einen Rutsch zu passieren. Dort sind in der Regel weder Zebrastreifen noch stehen Schilder, die zur vorrangigen Überqueren berechtigen. Auch hier ist Aufklärungsarbeit der Polizei hoch Brot notwendig, weil sich Fußgänger im Bewusstsein, sich auf einem Fußgängerüberweg zu befinden in der Überzeugung auf die Straße stürzen, der Autofahrer wird schon stehen bleiben.

  10. Oft genug kommt man mit Radlern in ein Risiko weil sie ohne Rücksicht auf Verluste fahren.Wenn sich Radler auch an die Vorschriften halten, wäre schon die Hälfte der Unfälle nicht vorhanden.

  11. Von Radfahrern geht alleine schon aufgrund der höheren Geschwindigleit eine höhere Betriebsgefahr aus. Schiebend hätte er sicherlich reagieren können. Dass er als Fußgänger ebenfalls übersehen worden wäre ist unwahrscheinlich, allerdings hätte er in dem Fall reagieren können (z.B. stehen bleiben im Notfall).

  12. Es ist sicher formal richtig, dass Radfahrer an Fußgängerüberwegen mit Zebrastreifen keinen Vorrang haben. Allerdings ist der Driescher Kreisel so gestaltet, dass man als Radfahrer automatisch den Zebrastreifen nimmt. Die Benutzung der Fahrbahn ist durch die Vielzahl der Ein- und Ausfahrten und durch die 2-spurige Nutzung der Fahrbahn für Radfahrer viel zu gefährlich und nicht zumutbar. Insofern sollte dieser Unfall nicht Anlass zu einer Belehrung von Radfahrern sein (was im Einzelfall sicher nicht schadet), sondern Ansporn, diesen Kreisel so zu gestalten, dass auch Radfahrer ihn sicher passieren können. Davon mal abgesehen: absteigen und schieben hätte dem Radfahrer wahrscheinlich auch nichts genützt. Wer einen Radfahrer am Überweg übersieht, wird auch einen Fußgänger übersehen.

  13. Warum könnte man nicht auch rote Radspuren am Driescherkreutz wie an der schnabelsmühle anbringen ?
    Mann stößt ja leider bei der Stadt auf taube Ohren.
    Ich habe vor sechs Wochen ein Anliegen geschrieben bis heute keine Antwort