Die Sanierung des Nicolaus-Cusanus-Gymnasium beginnt mit der Aufstellung von Containern und dem Teilabriss. Zuvor verabschiedet sich die Schulgemeinschaft mit etwas Nostalgie und Luftaufnahmen vom Nordflügel. Der galt in den 50er Jahren als „eindrucksvoll”, ist inzwischen aber Symbol für die Verwahrlosung von Schulbauten.

In der „Festschrift des Städtischen Gymnasiums Bergisch Gladbach“ aus dem Jahre 1958 beschreibt der Architekt unserer Schule Herr Dipl.-Ing. Maximilian Bahr den damaligen Neubau an der Reuterstraße wie folgt: „Die Hanglange gestattet eine ausgewogene und straffe Anordnung der Baukörper …“.

Dabei geht es um den ersten Bauabschnitt unserer Schule, der den Haupttrakt mit den Naturwissenschaften und der Verwaltung sowie den Nordtrakt mit den Klassenräumen umfasste.

Zur damaligen Zeit war das Gebäude mit seinen 29 Klassenräumen, 9 naturwissenschaftlichen und 4 hauswirtschaftlichen Räumen beeindruckend in Größe und Architektur. Der Düsseldorfer Architekt spricht in dem Zusammenhang von einem „eindrucksvollen Bauprogramm“. Doch ausgerechnet ein Teil dieses Gebäudes wird von vielen Schüler*innen der heutigen Generation als heruntergekommen und nicht mehr zeitgemäß wahrgenommen.

Die Rückseite des NCG: der Nordtrakt links verschwindet, der Querriegel wird saniert, der Südtrakt rechts verschwindet. Foto: Screenshot Video (siehe unten)
So soll die Zukunft aussehen. Foto: Screenshot Entwurf.

Insbesondere am Nordtrakt mit den langen Gängen und den einfachen Klassenräumen ließen sich in den letzten Jahren deutliche Zeichen des Sanierungsstaus feststellen: Neben den defekten Toiletten traten Risse im Boden auf, blätterte der Putz von den Wänden und Deckenplatten von der offenen Pausenhalle fielen herab.

Während im Haupttrakt wenigstens die naturwissenschaftlichen Räume und die Cafeteria im Jahr 2010 erneuert worden waren, blieb vieles beim Alten.

Häufig hörte man von Eltern, die ihre Kinder am NCG anmelden wollten und früher selbst Schüler an dieser Schule waren folgenden Satz: „Hier hat sich wirklich nichts verändert seit ich Abitur gemacht habe.“

Ob das Ganze nostalgisch positiv oder eher negativ gemeint war, ist unklar. Entscheidend ist, dass der Wunsch nach Verbesserung über die Jahre immer lauter wurde. Insbesondere nachdem man den Umzug in die Gebäude der Realschule am Kleefeld im Jahr 2013 verhindern konnte, ergaben sich große Hoffnungen auf eine angemessene Sanierung. 

Der Hintereingang zum Nordtrakt vor vier Jahren. Foto: Archiv

Und diese Hoffnung hat sich schließlich erfüllt. Nach statischen Prüfungen steht der Entschluss seit 2018 fest: Der Haupttrakt kann bestehen bleiben, aber erhält eine neue Fassade sowie teilweise neue Innenausstattung, die Aula wird umfassend saniert, der Nordtrakt wird abgerissen und stattdessen entsteht ein Neubau an gleicher Stelle.

Und die ersten Entwürfe lassen die Herzen höher schlagen: Der „neue Nordtrakt“ wird kompakter sein und neben Klassenräumen werden Differenzierungsbereiche zur Verfügung stehen. Außerdem werden die Tafeln durch digitale Bildschirme ersetzt.

Das ist geplant: Der Nordtrakt wird abgerissen und durch einen Neubau ersetzt. Der Südtrakt verschwindet ersatzlos. Anstelle des Nordtrakts entsteht ein viergeschossiger, kompakter Neubau mit barrierefreien Klassenräumen und Aufenthaltsräumen. Dafür hatte der Stadtrat 2018 knapp 25 Millionen Euro freigegeben. Mit der Fortschreibung der Planung sind Mehrkosten in Höhe von 1,75 Millionen Euro absehbar, u.a. für weitere Investitionen in die Ausstattung der Aula, in die Informatikräume und in Waschbecken. Mehr Infos

Mitglieder der Schulgemeinde, die bereits Blicke auf die Entwurfszeichnungen werfen konnten, sind begeistert. „Endlich wieder würdige Räume und die Möglichkeit zeitgemäß unterrichten zu können“ so ein Kollege nach der Infoveranstaltung in der Aula unserer Schule am 26.2.2020 zur bevorstehenden Sanierung.

Links der Nordtrakt wird abgerissen und neu gebaut

Insofern verabschieden wir uns auf diesem Wege von „unserem“ Nordtrakt, der für viele Schülergenerationen IHREN Klassenraum beherbergte. Wir hätten ihm gerne, im Rahmen der Projekttage, einen würdigen Abschied beschert, aber in Zeiten von Corona, konnten wir dies leider nicht ermöglichen.

Viel wichtiger ist jedoch die Vorfreude auf den Neubau, der mit Sicherheit für die gesamte Schulgemeinde und das Schulgelände eine Bereicherung darstellen wird.   

Wenn Sie als ehemaliger NCG´ler noch einen letzten nostalgischen Blick auf das Gebäude werfen wollen, müssen Sie sich beeilen. Die Baustellenzäune sind gezogen und die Abrissbagger fahren bereits durch die Klassenräume. Der eigentliche Abriss soll dann in den Sommerferien erfolgen. 

Falls Sie jedoch keine Zeit dafür finden, haben wir für Sie ein paar Bilder von kurz vor dem Abriss zusammengestellt – und ein Video erstellt.

Wer sich über den Baufortschritt am NCG informieren möchte, kann dies auf dieser Seite der Stadt Bergisch Gladbach tun. 

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NCG

ist das Nicolaus Cusanus Gymnasium an der Reuterstraße in Hebborn. Mehr Infos auf der Website: ncg-online.de

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