Foto: Helga Niekammer

Die CDU-Fraktion hält die vorgesehene Platzgestaltung des Bensberger „Emilienbrunnens“ für grundsätzlich gelungen, spricht sich allerdings für Nachbesserungen bei der Gestaltung der Stützwand aus. Dann könnte die historische Anlage zu einem Ort des Verweilens werden.

„Nach eingehenden fraktionsinternen Beratungen am vergangenen Montag sind wir einstimmig zu der Überzeugung gelangt, dass die Planungen des Büros „clubL 94“  vom Grundsatz her unterstützenswert sind, weil durch die Rückversetzung des Brunnens ein Vorplatz entsteht“, betont der Vorsitzende der CDU-Fraktion, Dr. Michael Metten.

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Zudem werde durch eine mit dem örtlichen Geschichtsverein abgestimmte Hinweistafel über die für Bensberg bedeutende Namensgeberin des Brunnens, Emilie Schmitz, informiert, „so dass sich alle Bürgerinnen und Bürger und auch Gäste das Wirken dieser außergewöhnlichen Frau vor Augen führen können“.  

Rückwand attraktiver machen

Die kulturpolitische Sprecherin der CDU-Fraktion, Birgit Bischoff, ist vom Standort des Brunnens mit der neuen Treppengestaltung hinauf zum Schlossweg ebenso überzeugt, wünscht sich aber von dem Planungsbüro „Vorschläge, wie die Rückwand attraktiver werden kann“.

Bischoff, die für den Wahlkreis Bensberg-Mitte zuständig ist, begrüßt zudem, dass inmitten des neu gewonnenen Platzes ein großer Solitärbaum mit Rundbank vorgesehen sei, „ein willkommener Ort zum Verweilen mit Blick auf die St. Nikolauskirche und auf das Schloss“. 

Fotorealistische Darstellungen erwünscht

Frau Bischoff hebt hervor, es sei richtig gewesen, dass sich die Bürgerinnen und Bürger für den Erhalt des Brunnens vehement eingesetzt hätten. Da sich die gesamte Neugestaltung der Schlossstraße an historischen Vorgaben orientiere, gebühre dem „Emilienbrunnen“ unbedingt ein angemessener Platz.

Für die nächste Sitzung des Stadtentwicklungs- und Planungsausschuss (SPLA) am 16. Juni sollte das Büro „clubL 94“, so die CDU-Kulturexpertin, Visualisierungen des Vorhabens in Form von fotorealistischen Darstellungen für die Entscheidungsfindung ermöglichen.

Dabei wären sowohl verschiedene Materialien-Darstellungen als auch Ansichten aus unterschiedlichen Perspektiven wünschenswert, zitiert Frau Bischoff aus einem entsprechenden Antrag der CDU-Fraktion an den Ausschuss für Umwelt, Klimaschutz, Infrastruktur und Verkehr (AUKIV).

Zur Person: Emilie Schmitz

Die Brunnenanlage erinnert an das großzügige Wirken der 1873 verstorbenen und zuvor verwitweten evangelischen Christin Emilie Schmitz, die sehr vermögend war. Auf Wunsch ihres verstorbenen katholischen Mannes Carl Thomas Schmitz hatte sie eine erhebliche Geldsumme zur Vollendung des Turms der neu erbauten Pfarrkirche St. Nikolaus gespendet.

Zudem sorgte sie mit weiteren Stiftungen dafür, dass eine Glocke und drei Chorfenster im Inneren des Gotteshauses sowie eine Kreuzigungsgruppe an der Ostseite der katholischen Kirche angeschafft werden konnten. Auch für die zivile Gemeinde Bensberg setzte sie private Geldmittel ein.

Eigens dafür gründete sie unter ihrem Vorsitz einen Verschönerungsverein. Nach ihrem Tod wurde das Restvermögen in eine „Emilien-Stiftung“ überführt und von „Armen-Kuratoren“ verwaltet.

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4 Kommentare

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  1. Da hilft nur eine Abwahl aller beteiligten Parteien. Alle seichteren Versuche Meldungen der betroffenen Bürger werden sie nicht wahrnehmen.

    Wenn diese Stadt Fördergelder wittert, kommt offenbar nur Murks dabei heraus. Siehe auch “Plattensee” statt Forumpark, brechende und seelenlose Metten-Steine dort und in der Fußgängerzone Gladbach und sinnbefreite Umgestaltung der Wiese vor dem VPH in Bensberg.

  2. Der Vollständigkeit halber, Bürgermeister,“ Lame Duck“ Urbach, hat sich geoutet: er unterstützt auf FB folgende Aussage von n.n.: „Ihr habt echt Probleme – Ein Brunnen, der offensichtlich seine besten Zeiten hinter sich hat. lebt doch mal mit Veränderungen und verschränkt euch nicht immer vor allem Neuen – so ist das Leben nun mal. Dinge kommen und gehen.“….wenigstens eine ehrliche, wenn auch sehr indirekte Stellungnahme.

  3. Ulrich Müller-Frank hat die Situation sehr gut geschildert….. Man hat Fehler gemacht aber keinen Arsch in der Hose dazu zu stehen und korrigiert einzugreifen, das ist Politik wie Sie hier in ganzen Land stattfindet: immer im Scheinwerferlicht zu stehen, wenn es aber drauf ankommt….. wie war doch der neu geprägte Begriff…”merkeln”.

  4. Wie ich es sehe:

    Wenn man die Entwicklung der Planung des Brunnenumfeldes von der Planungsvorgabe bis zur letzten AUKIV-Sitzung verfolgt, kommt man schnell zu der Erkenntnis, dass eine unselige Verkettung von Unklarheiten, Missverständnissen, Fehlern, Fahrlässigkeiten, Versäumnissen und Unaufmerksamkeiten zwischen den Beteiligten, also der Verwaltung, dem Planungsbüro und den zuständigen Lokalpolitikern für das Ergebnis ausschlaggebend war. Hierbei trägt das Planungsbüro noch die geringste Verantwortung: es hat im guten Glauben seine Hausphilosophie umgesetzt, die zwar nicht bei jedem Bürger Beifall findet, aber immerhin die Jury überzeugt hat.

    In der ersten Konzeptvorlage war die Schloßstraße im Kreuzungsbereich Brunnen zu einem „Emilienplätzchen mit Sichtachsen auf Schloß und St. Nikolaus als Entree zum „Boulevard der Begegnung“ aufgeweitet, allerdings war der Emilienbrunnen ersatzlos gestrichen, weil dem Club L 94 die historische Bedeutung nicht bewusst war. Abgelenkt durch den Durchwinkprozess der furchtbaren Vorlage des ersten Centerscapeentwurfes für die Schloßgalerie, dauert es eine Weile bis auch in der ortsbezogenen Bürgerschaft klar wurde, dass der Emilienbrunnen ersatzlos gestrichen war. Natürlich hatten die Verwaltung und die Lokalpolitik davon schon Kenntnis, haben jedoch nicht korrigierend eingegriffen, vielleicht aus Fahrlässigkeit, vielleicht aber auch, weil sie es schlicht nicht für nötig hielten. Das war der erste entscheidende Fehler!

    Dann kam der Aufschrei aus der Bürgerschaft: der Brunnen muss bleiben! 1300 Unterschriften, viele entsprechende Kommentare in den Medien und Korrespondenzen. Die Konsequenz war, dass nun Club L94 sein Plätzchen/ Sichtachsen-Konzept um den Erhalt des Brunnens erweitern musste. Das führte dann nach einigen krampfhaften Versuchen zwangsläufig zu dem Murks, den wir heute haben, da die örtlichen Gegebenheiten offensichtlich genau diese Kombination in der notwendigen Harmonie und Ästhetik nicht ermöglichen. Die also vorgelegte Plätzchen-/Sichtachsen-Kombination mit seitlich und zurück verlegter Brunnenwand wurde von der Bürgerschaft rundherum als Verunstaltung zum Nachteil Bensbergs unüberhörbar und klar abgelehnt und der Erhalt des Bestands gefordert. Alle Gegenargumente wurden auf den Tisch gelegt, sie brauchen hier nicht wiederholt zu werden. Das wurde zwar von den Lokalpolitikern zur Kenntnis genommen, aber weder kommentiert noch angemessen berücksichtigt. Dieser Faux Pas war der zweite entscheidende Fehler.

    Nun fragt man sich, aus welchem Grund ortsansässige Politiker diese Wünsche, Empfehlungen und Gründe einfach kommentarlos übergehen und eine sachbezogene und kluge Bürgerbeteiligung meiden wie der Teufel das Weihwasser und das auch noch mitten im Wahlkampf. Der Grund, sie seien als gewählte Mandatsträger der übergeordneten Sache, also dem Allgemeinwohl und nicht Einzelinteressen verpflichtet, lässt sich dafür ja wohl kaum strapazieren. Oder ist es nicht vielmehr, die Angst, Versäumnisse und Fehler eingestehen zu müssen? Diesen Murks also mitverschuldet zu haben?

    Eine gewisse Rückendeckung versprach man sich noch von einem Experten, der im Sold der Stadt steht und vorgibt, im Namen des Geschichtsvereins zu sprechen, ohne je eine belastbare Mehrheitsmeinung seiner Mitglieder eingeholt zu haben. Seine Meinung zählt nicht mehr und nicht weniger als alle anderen sorgfältig unterdrückten Einzelstimmen, also auch meiner. Dass das Brunnenbauwerk nicht als Denkmal geschützt ist, ist allgemein bekannt und tut der positiven Einstellung vor Ort keinen Abbruch und rechtfertigt nicht seine Beschädigung.

    Ich glaube, dass in diesem Bereich des schlechten Gewissens einiger Beteiligter der wahre Grund für das unmögliche Abstimmverhalten unserer Politstrategen liegt, sie wollen unter allen Umständen ihr Gesicht wahren und keine Fehler eingestehen, mögen sie auch noch so offensichtlich sein! Woran sie Herr Honecker ja auch noch einmal in der Sitzung nett erinnert hat.

    Hilfreich ist natürlich, wenn von backstage ohne Rücksicht auf die Konsequenzen der Zuruf ertönt, ein Emilien-Plätzchen sei doch schön. Dann soll er eben sein Plätzchen mit Brunnen bekommen, egal ob Murks oder nicht! Danke, dann muss ich so stimmen und bin den Schwarzen Peter los. So entstand der Mehrheitsbeschluss im AUKIV. Die Kombination im Prinzip: ok, zur Gestaltung: schauen wir mal. Dieses Ergebnis ist eine Schande!

    Nein! Wenn der Preis für die Kombination Plätzchen/ Sichtachse eine an den Rand verschobene hässliche Brunnenwand vor einem Trafohäuschen ist, dann ist der Erhalt und Einpflegung des Bestandes in angrenzenden Planungsbereiche die einzig sinnvolle Lösung, die man vor Ort begrüßen würde. Da hilft auch kein „Nachbessern“ oder weitere aufgehübschte Bildchen. Zum Erhalt des Bestandes müssten natürlich einige Herrschaften über ihren eigenen Schatten springen. Selbst, wenn das für den ein oder anderen mit einem verkraftbaren Gesichtsverlust verbunden sein sollte, ist das immer noch besser als die peinliche dauerhafte Verschandelung des Entrees für Schloß und Innenstadt…aber noch ist es nicht zu spät!

    Also bitte: bedienen Sie die Resettaste, bevor es endgültig nicht mehr geht. Vielleicht nimmt ja sogar mal ausnahmsweise jemand von den Angesprochenen Stellung, schließlich ist ja auch noch Wahlkampf.