Mit Blick auf Corona fällt die große feierliche Fronleichnamsprozession in Bensberg aus. Die Messe wird um 11:30 in der Kirche St. Nikolaus gefeiert und ins Netz übertragen. Um 13 Uhr wird Pfarrer Süß den Feierlichen Segen vom Kirchturm in alle vier Himmelsrichtungen für die Menschen der Stadt geben. 

„An Gottes Stärkung und Segen ist  gerade jetzt vielen Menschen gelegen“ erfährt Pfarrer Süß in vielen Seelsorgesprächen in der Kinder-, Jugend- und Erwachsenenarbeit.

Gerade in dieser Corona-Zeit leisten auch die Kirchen im Dienst an den Menschen in der Caritas, Kindergärten, Schulen, Bildungs-, Tagungs-, Krankenhäusern und Altenheimen einen unendlich wichtigen Dienst für die ganze Gesellschaft.

Sie geben damit Ausdruck für Gottes „JA“ zu uns Menschen, der im menschgewordenen Sohn Jesus Christus, näher erfahrbar geworden ist. Jesus Christus hat uns nicht verlassen, sondern seinen Jüngern den Auftrag gegeben mitten unter den Menschen das Brot und den Wein als seinen Leib und Sein Blut zu teilen, damit wir Gottes Kraft erfahren, auch und gerade in der Not. „Er ist da und bleibt bei uns!“ so Pfarrer Süß.

Was feiern wir an Fronleichnam?

Am 2. Donnerstag nach Pfingsten feiert die katholische Kirche Fronleichnam. Das Wort „Fronleichnam“ leitet sich vom mittelhochdeutschen „vrône lîcham“ für „des Herren Leib“ ab. 

Seit 1264 Fest für die gesamte Kirche

Fronleichnam geht auf eine Vision der heiligen Juliana von Lüttich im Jahr 1209 zurück. In ihrer Vision habe sie den Mond gesehen, der an einer Stelle verdunkelt war. Der Mond stehe für das Kirchenjahr, der dunkle Fleck für das Fehlen eines Festes des Altarsakraments. Papst Urban führte es 1264 als Fest für die gesamte Kirche ein. Bereits 1246 wurde Fronleichnam im Bistum Lüttich gefeiert. Die erste Prozession in Deutschland zog im Jahr 1279 durch Köln.

An Fronleichnam wird die gewandelte Hostie – der Leib Christi – in einer Monstranz durch die Straßen getragen. Der „Himmel“ genannte Stoffbaldachin schützt ihn. Auf dem Weg werden Statios an bis zu vier Außenaltären gehalten. Oft sind diese Außenaltäre mit Blumenteppichen geschmückt.

Bei jeder Statio wird ein Abschnitt aus dem Evangelium vorgetragen. Es werden Fürbitten gesprochen und der sakramentale Segen in alle Himmelsrichtungen und über die Stadt gespendet. Die Prozession schließt  in der Pfarrkirche mit dem „Tantum ergo“, einem Abschluss-Segen und dem „Großer Gott, wir loben dich“.

Die Monstranz (lateinisch „monstrare“=zeigen) ist ein liturgisches Gerät mit einem Fenster in der Mitte. Die gewandelte Hostie wird hineingestellt und zur Verehrung und Anbetung gezeigt.

Bei Prozessionen und beim eucharistischen Segen hält der Priester die Monstranz nicht mit bloßen Händen. Ein Tuch, das sogenannte Velum, bedeckt seine Hände. Es ist eine Geste der Ehrfurcht und schützt außerdem die kostbaren Geräte.

Blumenteppiche an Fronleichnam

Die Tradition des Blumenteppichs nimmt den Bibelvers „Bereitet den Weg des Herrn! Macht gerade seine Straßen!“ (Mt 3,3) auf. Über den Blumenteppich schreitet der Priester während er die Monstranz trägt. Gott selbst ist in der gewandelten Hostie gegenwärtig. So bereiten die Blumen Gott selbst den Weg.

„Im Mittelalter wurden die Stationsaltäre von Kaufmannsgilden oder reichen Familien gestiftet – und mitunter prächtig verziert. Der Theologe Manfred Becker-Huberti vermutet, dass der Brauch, Blumen auf den Prozessionsweg zu streuen, im 15. Jahrhundert aus der Mittelmeerregion nach Deutschland importiert wurde. In der Zeit des Barock wurde das Arrangieren von Blüten zu Bildern dann insbesondere von den Orden gefördert. Nördlich der Alpen, wo aufgrund der kälteren Temperaturen deutlich weniger bunte Blumen wuchsen als im warmen Süden, war das Blumenteppichlegen ein Zeichen besonderer Verehrung für die Eucharistie.“

St. Nikolaus

ist die katholische Kirchengemeinde für Bensberg und Moitzfeld

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