Auch im Juni ist die Arbeitslosigkeit im Rheinisch-Bergischen Kreis weiter gestiegen, noch mehr Unternehmen haben Kurzarbeit angemeldet. Zwar flacht auch hier die Kurve ab – aber noch längst nicht so stark wie bei den Corona-Infektionen, die diese Wirtschaftskrise ausgelöst hatten. Das zeigt sich auch auf dem Ausbildungsmarkt.

Im Juni haben weitere 67 Unternehmen in RheinBerg Kurzarbeit angemeldet, für bis zu 515 Beschäftigte. Das berichtete die Agentur für Arbeit Bergisch Gladbach am Mittwoch.

Insgesamt haben in den vier Monaten seit Ausbruch der Corona-Pandemie in RheinBerg 2727 Unternehmen Kurzarbeit gemeldet, mit 25.423 Mitarbeitern.

Damit ist fast jeder dritte sozialversicherungspflichtige Beschäftigte betroffen. In welchem Umfang die Unternehmen von der angemeldeten Kurzarbeit tatsächlich Gebrauch gemacht haben ist noch offen.

Arbeitslosigkeit deutlich höher als vor einem Jahr

Die Arbeitslosigkeit stieg im Juni leicht um 115 auf 9.679 Personen. Damit sind in RheinBerg 1.850 Personen und immerhin 23,6 Prozent mehr arbeitslos als vor einem Jahr.

Die Arbeitslosenquote kletterte weiter an, auf jetzt 6,4 Prozent nach 6,3 Prozent im Vormonat und 5,2 Prozent im Vorjahr. Das Angebot an freien Stellen lag bei 1.031, das sind 30 Prozent weniger als vor einem Jahr.

„Viele Unternehmen nutzen weiterhin das Kurzarbeitergeld, um Entlassungen zu vermeiden. Bei der Ausschreibung neuer Stellen halten sich die meisten noch zurück”, sagt Stephanie Lewejohann, Geschäftsführerin Operativ der Agentur für Arbeit Bergisch Gladbach. Die Unsicherheit sei auf allen Seiten groß – „und es bleibt dabei, dass der Arbeitsmarkt stark vom Verlauf der Pandemie abhängt.“ 

Unsicherheiten prägen Ausbildungsmarkt

Bislang haben die Unternehmen in RheinBerg nur 895 Ausbildungsstellen gemeldet, mit einem Minus von 20,6 Prozent deutlich weniger als im Vorjahr. Davon sind derzeit noch 351 unbesetzt.

Dem stehen 1.286 gemeldete Ausbildungssuchende gegenüber. Auch das sind weniger als im Vorjahr, aber nur um 8,7 Prozent. Als unversorgt gelten derzeit 565 Jugendliche, das sind fast exakt so viele wie im Vorjahr.

„Die allgemeine Unsicherheit zeigt sich auch auf dem Ausbildungsmarkt“, sagt Lewejohann. „Viele Bewerberinnen und Bewerber fragen sich, ob das mit einer Ausbildung in diesem Jahr noch klappt. Auch einige Unternehmen denken aufgrund der Unwägbarkeiten darüber nach, in 2020 vielleicht nicht aus-zubilden.”

Aber, so Lewejohann, „Fachkräfte werden auch nach Corona benötigt. Daher sollten sich Jugendliche unbedingt auf die noch offenen Stellen bewerben.”

Auf der Internetseite „Ausbilden in der Krise“ stehen alle Informationen zur Verfügung. Darüber kann man die Berufsberatung und den Arbeitgeber-Service der Agentur anrufen oder über ide Internetseite einen Beratungstermin vereinbaren.

 

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Redaktion

des Bürgerportals. Kontakt: info@in-gl.de

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