Blick in ein Gästezimmer

Das Hospiz am EVK Bergisch Gladbach blickt anlässlich des Welthospiztages am 10. Oktober auf die ersten neun Monate seit der Eröffnung zurück. Die Entwicklung von einer etwas chaotischen zu einer heimeligen Atmosphäre ist dem Team gelungen.

Die ersten zwei Wochen waren sehr wuselig, erinnert sich Monika Brecht: „Es waren noch überall Handwerker unterwegs, unser Team hat sich eingerichtet und an jeder Ecke gab es noch etwas zu tun.“

Brecht arbeitet im Sozialen Dienst des stationären Hospizes am EVK Bergisch Gladbach, welches am 8. Januar dieses Jahres eröffnet wurde und seitdem mit acht Gäste-Zimmern Menschen in der letzten Phase des Lebens die bestmögliche Lebensqualität bieten möchte.

Anlässlich des Welthospiztages am 10. Oktober zieht Einrichtungsleiter Thomas Stokowy ein sehr positives Zwischenfazit nach den ersten rund neun Monaten. „Das Hospiz ist schon jetzt eine Erfolgsgeschichte“, sagt Stokowy, der das Hospiz gemeinsam mit Pflegedienstleiterin Monika Meihack verantwortet.

„Der Bedarf an Hospiz-Plätzen in der Region ist hoch, deshalb leisten wir mit unserem neuen Angebot einen wichtigen Beitrag für die palliative Versorgung im Rheinisch-Bergischen Kreis“, so Stokowy.

Meihack berichtet: „Unser Team aus 20 hauptamtlichen Mitarbeitern hat sich schnell und gut eingespielt.“ Und auch die Zusammenarbeit mit den niedergelassenen Ärzten, die sich um die palliativmedizinische Versorgung der Hospiz-Gäste kümmern, funktioniere sehr gut.

Gleiches gilt laut Meihack auch für die Kooperationen mit der Kirchengemeinde im Bereich der Seelsorge, benachbarten Krankenhäusern und den ambulanten Hospizdiensten – unter anderem aus Bensberg und dem Palliativteam Köln Rechtsrheinisch.

Das Hospiz-Team

Sehr erfreulich sei auch die Resonanz von den Menschen, die sich ehrenamtlich für das Hospiz und seine Gäste engagieren, sagt Meihack: „Insgesamt haben wir gut 30 Ehrenamtler und davon 15 sehr aktive.“ Diese verbringen auf vielfältigste Arten Zeit mit den Gästen, kümmern sich um Angebote wie etwa das Trauercafé oder unterstützen auch bei kleineren Handgriffen.

Meihack sagt: „Es ist auch in der direkten Nachbarschaft zu unserem Hospiz ein sehr gutes Miteinander entstanden, etwa zum Seniorenzentrum Haus An der Jüch.“ Großen Wert legen Thomas Stokowy und Monika Meihack auch auf die Aus- und Weiterbildung, sowohl beim hauptamtlichen Personal als auch bei den Ehrenamtlern.

So wird es für die Ehrenamtlichen in Kürze eine Fortbildung zum Thema geben, wie man in der Sterbe- und Trauerbegleitung die richtigen Worte findet. Ein Ehrenamtler hingegen genießt vor allem viele Streicheleinheiten. Sam, der Hund von Monika Meihack, ist bei den Gästen besonders beliebt und freut sich über entsprechend zahlreiche Leckerli.

Die Verweildauer der Gäste im Hospiz variiert von wenigen Stunden bis zu mehreren Wochen oder gar einigen Monaten. Über 80 Gäste hat das Team bereits auf dem letzten Lebensweg begleitet.

Eingang des Hospiz am EVK

Getreu dem Motto „Leben bis zuletzt“ wird den Gästen nach Möglichkeit dabei eine Menge geboten – unter anderem eine Liveband anlässlich eines runden Geburtstages, eine Hochzeitsfeier und jüngst der Besuch eines Ponys im Rahmen eines Spendenritts zugunsten des Hospizes.

Das Hospiz kann sich bereits über eine große Spendenbereitschaft freuen, denn wie alle Hospize in Deutschland ist es auf finanzielle Unterstützung angewiesen, weil die Kranken- und Pflegekassen die Kosten nicht vollständig übernehmen.

Ebenfalls sind viele Sachspenden in den ersten Monaten eingegangen – beispielsweise Pflanzen, Dekoration und sogar ein Aquarium. Monika Brecht sagt: „Nach dem wuseligen Anfang haben wir inzwischen eine sehr heimelige Atmosphäre geschaffen.“ 

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