Walter Hanel Oster 2020 in seiner Wohnung in Frankenforst. Foto: privat

Auf die Petition „In Sorge um Walter Hanel“ haben Hanels Tochter Valeska und Mitglieder sowie Freunde der Familie mit einem Offenen Brief geantwortet. Wir dokumentieren diese Replik unter dem Titel „Demaskierungen“ im Wortlaut.

„Es ist die große Sorge um meinen Vater, unseren Freund Walter Hanel, die uns umtreibt und bewegt, gegen eine letzte Woche hier veröffentlichte Petition Stellung zu beziehen. Um meinen Vater zu schützen, können Hintergründe nicht bekannt gegeben werden, jedoch sehen wir uns zu einer Replik gezwungen.

Eine Petition, die sich voll Großmut um nichts Geringeres als die Würde eines Menschen sorgt, sollte kompromisslos zuallererst eines erfüllen: Die Würde dieses Menschen zu wahren.  Zur Wahrung der Würde gehört sicherlich der unbedingte Schutz der Privatsphäre, hingegen ist es zur Wahrung der Würde nicht zwingend erforderlich, intime Details einer prominenten Persönlichkeit ohne weitere Recherche und quer durch Deutschland per Mail zu verbreiten und sogar zur Presseveröffentlichung zu bringen – zumal wenn das Bild, das hier vermittelt wird, unwahr ist.

Wir sind fassungslos darüber, wie mein Vater und unser Freund Walter Hanel durch vermeintlich freundschaftliche Sorge öffentlich für ein Unterfangen instrumentalisiert wird, das uns keineswegs zu seinem Wohl dienlich erscheint. Sicherlich sind die meisten Unterzeichnenden wohlmeinend, doch befremdet uns, dass diese gutgläubig unterschreiben, ohne weitreichende Zusammenhänge zu kennen oder zu versuchen, diese in Erfahrung zu bringen. 

Unverständnis empfinden wir auch den veröffentlichenden Medien gegenüber. Besonders vom Kölner Stadtanzeiger, für den mein Vater fast 50 Jahre lang tätig war, hätten wir diesbezüglich Diskretion erwartet, zumindest aber gründliche Recherche und differenzierte Darstellung. Diese ist leider auch hier unterblieben. Sind nach alter Journalistenregel nicht immer alle Seiten zu hören und zu berücksichtigen? 

Tatsächlich beschädigt diese Aktion nicht nur den Ruf Walter Hanels, sondern auch den seines gerichtlich bestellten Betreuers. Die gegenstandslose und öffentliche Diffamierung, die ihn trifft, und derer er sich wegen seiner Verschwiegenheitsverpflichtung nicht erwehren kann, grenzt an Rufmord.

Darüberhinaus ist die mit der Petition beabsichtigte Beeinflussung der freien Justiz bestürzend.

Entspricht dieser rücksichtslose Umgang mit seinen Mitmenschen tatsächlich der Natur meines Vaters, des feinsinnigen Zeichners, der sowohl menschlich als auch künstlerisch immer auf leise Zwischentöne setzte und selbst ungeliebte Politiker niemals ganz der Lächerlichkeit preisgab? Oder ist ein anderes Szenario denkbar? Cui bono?

Diese Petition demaskiert sich selbst, und zum Vorschein kommt das gesamte Hanelsche Bestiarium, aber anders als in den Zeichnungen meines Vaters, unseres Freundes Walter Hanel, bleibt die Suche nach einem Funken menschlicher Wärme – trotz aller Beteuerungen – erfolglos.

Valeska Hanel mit Yuki Elin Hanel, Vilmos Hanel und Korla Hanel

Frank Ruprecht, 40 Jahre
Gisela Burkamp, 37 Jahre
Karin Bartelt, 49 Jahre
Jürgen Bartelt, 49 Jahre
Dr. Rikarda Henning, 49 Jahre
Dr. Hinrich Henning, 49 Jahre 
Dr. Jutta Rönsberg, 28 Jahre
Dr. Dietmar Rönsberg, 28 Jahre
Ingrid Schaeffer-Rahtgens, 42 Jahre
Sylvia Zanders, 20 Jahre
Wolfgang Zanders, 20 Jahre
Helga Heubel, 60 Jahre
Beatrix Becker, 30 Jahre 
Ingrid Koshofer, 35 Jahre
Ass. iur. Gert Koshofer, 35 Jahre
Marlis Sauer, 25 Jahre
Marita Didier-Weiss, 24 Jahre
Volkmar Däberitz, 30 Jahre
Christin Wirtler, 25 Jahre
Dr. Harald Wirtler, 25 Jahre
Nicole Kaufmann, 35 Jahre
Sandra Ludwig, 49 Jahre
Sandra Ehlermann, 30 Jahre
Monika Ehlermann, 30 Jahre
Barbara Sommer, 8 Jahre
Steven Sommer, 1 Jahr

Die Zahl hinter dem Namen gibt an, seit wann die Freundschaft besteht.  Wir wollten damit betonen, dass es sich hier um WegbegleiterInnen Walter Hanels handelt, die den Namen auch verdienen. “

Redaktion

des Bürgerportals. Kontakt: info@in-gl.de

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5 Kommentare

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  1. Aus den verschiedenen Kommentaren kann man m.E. ablesen, dass sich Herr Hanel nicht eindeutig zu seinen Wünschen äußern kann – sonst hätte er ja auch keinen Betreuer.

    Welche Seite nun in wieweit den besseren Blick auf die Lage hat, lässt sich als Außenstehender nicht beurteilen. Wer die wirklichen Freunde sind, wer nur Mitläufer ist und wer diese Situation egomanisch ausnutzt, ist für mich auch nicht erkennbar. Allerdings erstaunt bin ich über die öffentliche Schlacht um einen Mann, dessen Werk all diese Scharmützel überleben wird, leider mit einem gewissen Beigeschmack, den er nicht zu verantworten hat. Dieser Schlagabtausch “ich kennen ihn länger”, “nein, ich kenne ihn länger”, ich habe mit ihm gesoffen”, “aber ich bin ihm künstlerisch verbunden” etc. ist widerlich. Es scheint fast wie bei dem Lotto-Gewinner, der plötzlich als Millionär so viele Freunde hat wie nie. Im Falle Hanel scheint es darum zu gehen, sich in der Öffentlichkeit als äußerst sozial eingestellter Mensch zu geben, was aber ins Gegenteil rutschte.

  2. Sehr geehrte Herren Hansen, Sütterlin, Otten, noch ein letztes Mal: Das, was Sie für die Hintergründe halten, sind nicht die (vollständigen) Hintergründe. Auch wenn diese Ihnen offensichtlich überzeugend dargelegt wurden.

  3. Unsere Petition zugunsten Walter Hanels richtet sich gegen die unseres Erachtens ungewöhnliche Entscheidung eines Gerichts, den mehrfach geäußerten Wunsch eines Betreuten nach Wechsel des Betreuers nicht zu berücksichtigen. Zur Wahrung der Würde gehört auch der Respekt gegenüber dem Willen des Betreuten, sein Leben nach seinen Wünschen einzurichten.

    Den Hintergrund haben wir bewußt nicht in die Öffentlichkeit getragen und wir beteiligen uns auch nicht an der aus den Fugen geratenden öffentlichen Diskussion. Wir hoffen auf eine Überprüfung der Entscheidungen im laufenden Gerichtsverfahren.

    Für die Erstunterzeichner
    Klaus Hansen, Günter Otten, Dr. Lothar Sütterlin

  4. Lieber Walter Hanel, Du hast es wahrlich nicht verdient, dass Du von Weggefährten vom KStA so demontiert wirst. Dieses Replik wird hoffentlich die Klarheit bringen und die Unterstützer der Petition in Schutt und Asche verbringen.
    Wir, Deine echten Freunde werden immer zu Dir stehen.