Roman Salyutov ist Leiter des Bergisch Gladbacher Sinfonieorchesters, Vorsitzender des lokalen Musikfestival-Vereins und immer aktiv. Mit dem Lockdown für die Kultur will sich der Pianist nicht abfinden, er protestiert auf eine für ihn ungewöhnliche Weise unter dem Slogan „SangUndKlanglos“ per Video.

Wer Roman Salyutov kennt, der weiß, dass der Pianist, Dirigent und unermüdliche Organisator nie sprachlos ist und ohne Musik nicht auskommt. Umso ungewöhnlicher ist die Form seines Protests, mit dem er ein Zeichen gegen das faktische Auftrittsverbot für Künstler in diesem Corona-Ausnahmemonat setzt.

+ Anzeige +

Die Kultur werde in den Corona-Zeiten „als nicht-systemrelevant, als Freizeit, abgeschrieben“, klagt der Musiker. Dies sei ein katastrophaler Umgang mit Kultur und eine „große Gefährdung einer facettenreichen und die geistige Existenz der Menschen entscheidend mitprägenden Kulturszene”.

Roman Salyutov sitzt in diesem am Montag produzierten Video, wie so oft, auf der Bühne des Bergischen Löwen am Flügel, begleitet wird er von seiner Ehefrau Felice Tavera auf der Violine. Die Zuschauerränge sind leer, und ebenso die weiteren Stühle des Orchesters. Felice Tavera stimmt ihre Geige, doch dann bleibt es zwei qualvolle Minuten lang totenstill. Bis Salyutov sang- und klanglos im Boden versinkt.

Allerdings, schon am Dienstag ist Salytov wieder unterwegs. Auf dem Weg nach Hildesheim, um eine Bilderauswahl aus der Reihe „Zeichnen gegen das Vergessen” des österreichischen Künstlers Manfred Bockelmann nach Bergisch Gladbach zu bringen. Hier soll sie zum Gedenktag an die Reichspogromnacht am 9.11 bis zum Tag der Befreiung von Auschwitz am 27.01 präsentiert werden. Zuerst als Bildungsprojekt an mehreren Schulen der Stadt und Umgebung und anschließend öffentlich.

Hinweis der Redaktion: Für den #KulturKurier des Bürgerportals ist Salyutov mit Mitgliedern des Bergisch Gladbacher Sinfonieorchsters und verbundenen Solisten mehrfach aufgetreten. Mit der Reihe wollen wir die Kunst in Corona-Zeiten frei Haus liefern – und die Künstler vor dem Vergessen bewahren.

Redaktion

des Bürgerportals. Kontakt: info@in-gl.de

Reden Sie mit, geben Sie einen Kommentar ab

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.