Die Behörden ziehen die Zügel beim zweiten Lockdown an. Schüler:innen des Berufskolleg Kaufmännische Schulen (BKS) in Heidkamp wurden heute in der Pause kontrolliert – und wegen Nichteinhaltung der Abstandsregeln sowie der Maskenpflicht verwarnt. Im Wiederholungsfall werden die Konseqzenuen drastischer sein.

„Seit Montag befindet sich eine Klasse in Quarantäne, weil Schüler:innen außerhalb des Schulgeländes eng beieinanderstehen und gar Trinkflaschen gemeinsam nutzen”, schildert Schulleiterin Nicole Schuffert die Lage vor Ort. Nachbarn hätten sich über die Situation beschwert, die Kommunalaufsicht des Kreises sandte ein Schreiben.

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Das Problem mit den AHA-Regeln an der Schule: „Wir weisen unsere Schüler:innen zwar auf diese Regelung hin, haben aber außerhalb des Schulgeländes keine Handhabe. Dies ist die Sache des Ordnungsamtes”, so Schuffert, und mahnte am Montag Unterstützung durch die zuständigen Behörden an.

Heute Verwarnung, morgen Bußgeld

Die kam am Dienstag: Das Ordnungsamt griff gemeinsam mit der Polizei durch und führte Kontrollen rund um die Schule durch. Laut Schulleitung waren sieben Mitarbeiter:innen des Ordnungsamtes sowie fünf Polizist:innen im Einsatz.

Dabei wurden heute nach Information der Einsatzkräfte lediglich Verwarnungen ausgesprochen. Ab morgen würden Bußgeleder verhängt: Das Nichteinhalten der Ordnungsregeln wird dann mit 200Euro sanktioniert, fehlende Masken schlagen mit 50 Euro zu Buche.

„Wir sind den Ordnungskräften sehr dankbar für die Durchsetzung der Regeln”, sagte Schuffert dem Bürgerportal. Sie sorge sich um den reibungslosen Ablauf von Unterricht und Prüfungen, der durch Quarantänemaßnahmen infolge des risikoreichen Verhaltens der Schüler:innen gefährdert ist.

So fänden in drei Wochen die Prüfungen für die Industriekaufleute statt. „Eine Quarantäne oder Infektion wäre für die Berufsschüler ein Desaster, auch finanziell”, verdeutlicht Schuffert die Folgen des Handelns.

Hinweise über Fehlverhalten an Schulen

Für die Ansprachen der Schüler:innen sei das Ordnungsamt zuständig, heißt es auf Anfrage bei der Stadt. Die Polizei sei per Landeserlass aber aufgefordert, in Amtshilfe zu unterstützen.

Strategie sei, dort zu kontrollieren, wo viele Menschenansammlungen zu erwarten sind. Die Fußgängerzone sei bereits deutlich leerer geworden, aber man erhalte zahlreiche Hinweise auf die Situationen vor den Schulen. Hier würden die Maskenpflicht und die Abstandsregeln verletzt, erklärt Stadtsprecherin Marion Linnenbrink.

Weitere Maßnahmen zur Durchsetzung bzw. Kontrolle der Kontaktbeschränkung würden folgen. Die Orte nennt die Stadt nicht im voraus. Seit Bekanntwerden der neuen Maßnahmen habe die Ordnungsbehörde keine Bußgelder verhängt, sondern in erster Linie Fragen beantwortet und beraten, wie die Umsetzung am besten gelinge, zieht die Stadt ein erstes Fazit.

„Bis Oktober haben wir rund 460 Verstöße dokumentiert und 20.000 Euro Bußgeld verhängt“, sagt Linnenbrink. Diese Statistik könne allerdings nicht laufend gepflegt werden. Dazu hat die Ordnugnsbehörde einfach zuviel zu tun.

Holger Crump

ist freier Journalist und vielseitig interessierter fester Mitarbeiter des Bürgerportals.

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4 Kommentare

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  1. Guten Tag Roland S.,

    wenn jemand bei der zuständigen Stelle einen Verstoß gegen eine Pandemiebekämpfungsregel, die zum Wohl jedes einzelnen und der Gesamtgesellschaft (Verhinderung von Todesfällen und schweren Gesundheitsschäden – auch: allzu großen wirtschaftlichen Schäden) aufgestellt wurde und von deren Einhaltung durch alle jede Einzelperson abhängig ist, meldet, hat das überhaupt nichts mit “Denunziation” / “petzen”, “anschwärzen” oder “anprangern” zu tun. Sie maßen sich an, das Motiv der diese Meldung machenden Personen zu kennen und unterstellen, dass es (in jedem Fall) ein niederes ist.

    Wenn Person A darauf hinwirken will, dass Person B eine Corona-Regel einhält, damit Person A nicht krank wird und vielleicht stirbt, dann ist das Verhalten von Person A selbstfürsorglich (= eigenverantwortlich) – und nicht egoistisch oder gar Schlimmeres. Wenn Person A darauf hinwirken will, dass Person B eine Corona-Regel einhält, damit Personen A, B, C, D, E, F, G etc. nicht krank werden und vielleicht sterben, dann ist das Verhalten von Person A selbstfürsorglich und sozial (= Verantwortung für andere übernehmend) – und nicht egoistisch.

    Es würde mich freuen, wenn Sie über dieses Thema noch einmal besser nachdenken. Als Anregung füge ich Ihnen unten einige Informationen zur Bestimmung des Verbs “denunzieren” an.

    ________________

    aus: DWDS – Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute – Projekt im Rahmen des „Digitalen Lexikalischen Systems“

    Bedeutung von “denunzieren”:
    abwertend
    jmdn. aus NIEDRIGEN, meist EGOISTISCHEN Beweggründen anzeigen;
    jmdn. aus aus NIEDRIGEN, meist EGOISTISCHEN Beweggründen verdächtigen

    (…)

    Quelle:
    http://www.dwds.de/wb/denunzieren

    ______________

    TELEPOLIS, 28.10.2005

    Denunziation vs. Anzeige erstatten

    (…)

    Artikel lesen:
    http://www.heise.de/tp/features/Denunziation-vs-Anzeige-erstatten-3403115.html

  2. In den Bussen muss man sich nicht festhalten, weil sie so voll sind und die Schüler nicht umkippen können. Mindestabstand: Fehlanzeige. Auf dem Schulhof wird dann auf den Mindestabstand geachtet. Irgendwie paradox. Ein Unding auch, dass man in den Klassen nicht trinken darf. In den Fluren nicht, da dort die Lüftung nicht gewährleistet ist. Durch den Durchzug in den Klassen (Fenster und Türen permanent offen) sind Erkältungskrankheiten vorprogrammiert.

  3. Einige Berufsgruppen haben im Lockdown keine Einnahmen. Die Ausgaben müssen aber geleistet werden. Almosen will keiner wirklich. Und die Familie möchte etwas zum “Beissen” haben, täglich!
    Unter Denunziation versteht man die Anzeige aus persönlichen, niederen Beweggründen, wie ein persönlicher Vorteil einer wäre.
    Es ist die Solidarität, die gelebt werden muss. Solidarität kann man aber nur mit anderen Personen oder mit anderen Gruppen haben. Ich bitte zu beachten, manchmal gibt man, manchmal bekommt man …

    Es ist nicht immer sehr leicht, zu sagen, dass man gerade was (ein Verhalten?) nicht will. Sich dazu aber im o. g. Sinne aufzuraffen verdient meine ganze Bewunderung.

  4. Der größte Schuft im ganzen Land, das ist und bleibt der Denunziant.

    Gott sieht alles … der Nachbar sieht mehr.