Straßenmusiker Sebastian Risse. Foto: Anni Faust

Sebastian Risse hat Mathe studiert – und sich ausgerechnet in dieser Zeit entschieden, hauptberuflicher Straßenmusiker zu werden. Oft sieht man ihn mit der Gitarre in der Bergisch Gladbacher Fußgängerzone, weder Maske noch Kälte können ihn davon abhalten, seiner Leidenschaft nachzugehen.

Der gebürtige Kölner Sebastian Risse hat Mathematik studiert und einen Bachelorabschluss. Trotzdem hat er sich mitten in der Corona-Zeit dafür entschieden, seiner Leidenschaft nachzugehen und in der Fußgängerzone zu singen.

Zweieinhalb Stunden täglich präsentiert er sein Repertoire. Er singt für die Passanten bekannte deutsche und englische Songs, die er mit Akkorden begleitet. Auch eigene Songs schreibt der Künstler – doch die eignen sich nicht so gut für Straßenmusik, da die Gitarrenbegleitung gezupft und somit zu leise sei.

Sebastian Risse ist darauf angewiesen, dass die Geschäfte in der Fußgängerzone geöffnet haben – schließlich macht Straßenmusik ohne Publikum wenig Sinn. Das kalte Wetter mache ihm allerdings nichts aus. ,,Ich zieh mich warm an,” lacht er.

Warum der Kölner lieber in Bergisch Gladbach singt

Eine halbe Stunde lang dürfe ein Straßenmusiker an einem Ort musizieren, berichtet der Sänger. Danach müsse er den Platz wechseln. Eine Genehmigung brauche man dafür nicht.

Obwohl er in Köln lebt, kommt Sebastian Risse für die Straßenmusik nach Bergisch Gladbach; in Köln dürfe man nur von der vollen bis zur halben Stunde Musik machen, die andere halbe Stunde sei Ruhepause. Außerdem seien die Bergisch Gladbacher großzügiger.

Viele Passanten gehen natürlich einfach vorbei. Doch von Einigen bekommt der Künstler positives Feedback, indem sie Geld in seinen Gitarrenkoffer werfen oder einen Daumen nach oben zeigen. Wenn er gerade nicht singt, bedankt er sich, sonst verbeugt er sich, um seinen Dank auszudrücken.

Ohne Corona würde das Ganze natürlich besser laufen, aber es geht auch so. ,,Das Blöde an Corona ist die Maskenpflicht”, sagt der Künstler. Die Maske verrutsche ständig beim Singen. Obwohl das lästig ist, ändert es zum Glück aber nicht viel an der Akustik.

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2 Kommentare

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  1. Ich habe auch einen Freund, der mit seiner Drehorgel trotz Corona ubd schlechtem Wetter jeden Tag in allen Stadtteilen Kölns für die Menschen mit seiner Musik für etwas gute Laune sorgt.
    Eine absolute Frechheit, dass er nach einer halben Stunde Zwangspause einlegen muss und bei der Kälte auf der Strasse steht.So muss er für 3 Stunden Arbeit 6 Stunden einplanen, in denen er auf der Strasse steht.
    Im Moment kann man sich ja noch nicht mal irgendwo bei einem Kaffee aufwärmen.
    Während der Corona Zeit muss dringend eine Änderung der Regel her, sonst geben auch die letzten treuen Straßenmusiker auf!