Die Initiative „Familien in der Krise“ hat das Geländer der Rathaustreppe zu einem „Wunschbaum“ umfunktioniert: Hier können Eltern und Kinder ihre Wünsche, Bedürfnisse und Forderungen äußern.

Hinweis der Redaktion: Die Aktion war nicht mit der Stadt Bergisch Gladbach abgestimmt, die Initiatoren dort nicht bekannt. Daher hat die Verwaltung den „Wunschbaum“ bereits wieder abgeräumt. Die Stadt begründet das wie folgt:

„Die Aktion wurde ohne Kontakt zur Stadtverwaltung ins Leben gerufen“, bedauert Bürgermeister Frank Stein. „Daher mussten wir die angehängten Zettel leider entfernen lassen.“ Er begründet das Vorgehen wie folgt: „Das Rathaus ist ein denkmalgeschäztes, öffentliches Gebäude. Wer hier etwas dokumentieren möchte, benötigt unser Einverständnis. Zudem möchten wir in der Corona-Pandemie gerade solche Treffpunkte vermeiden, wir möchten nicht, dass die Menschen in die Stadtmitte gelockt werden.“

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Der Bürgermeister bedauert, dass im Vorfeld niemand auf die Stadtverwaltung oder den für Entscheidungen in Zusammenhang mit der Corona-Pandemie zuständigen Stab für außergewöhnliche Ereignisse (SAE) zugegangen ist. „Wir haben nur über die Medien Kenntnis, dass es ein Bündnis ‚Familien in der Krise‘ geben soll, das diese Wunschbäume in den Kommunen initiiert.“

Da an den Plakaten keine Kontaktdaten erkennbar waren, bittet Frank Stein über die Medien, sich ggfs. bei ihm oder dem SAE zu melden, um die Aktion in einer für Bergisch Gladbach denkbaren Form zu besprechen. sae@stadt-gl.de 

„Familien in der Krise“ ist nach Angaben der lokalen Vertreterinnen Sina Mind und Patrycja Ungefug eine bundesweite Initiative mit zahlreichen Landesgruppen, die sich im Zuge der Corona-Krise gegründet hat. Ziel sei es, auf die Bedürfnisse von Familien, Kindern und Jugendlichen während der Corona-Krise und darüber hinaus aufmerksam zu machen und sie ins Zentrum politischer Entscheidungen zu rücken.

Die Aktion „Wunschbaum“ war zuerst auf der Wiese vor dem Landtag in Düsseldorf durchgeführt worden, jetzt soll es viele lokale Kopien geben, unter anderem in Bergisch Gladbach. Dazu haben die Initiatorinnen die Treppe des historischen Rathauses in Gladbach ausgewählt.

Eltern, Kinder und Familien sollen hier die Gelegenheit bekommen, den Stimmen der Jüngsten farbenfrohen Ausdruck zu verleihen.  „Kinder brauchen Interaktion, soziales Miteinander, den Austausch im Spiel mit Gleichaltrigen – für eine gesunde physische wie psychische Entwicklung“, sagt Nina Meseke, eine Sprecherin von „Familien in der Krise“. 

Die Aktion ist am Sonntag gestartet und läuft zunächst für sieben Tage. Die Initiatorinnen bitten ausdrücklich um die Wahrung der aktuell geltenden Bestimmungen hinsichtlich Abstand und Hygiene, wenn mehrere Familien zur gleichen Zeit am Ort der Kinderwünsche eintreffen.

Die Wünsche sollten möglichst gut sichtbar und farbenfroh sowie wetterbeständig laminiert oder in Schutzfolie und mit einem Band zur Befestigung gestaltet werden.

Kontakt: nrw@familieninderkrise.com

Redaktion

des Bürgerportals. Kontakt: info@in-gl.de

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5 Kommentare

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  1. Es ist natürlich richtig, wer fremdes Eigentum für Werbung benutzt muss erst um Erlaubnis fragen. Aber das eigentlich Bedenkliche ist nicht die unbedachte Aufmerksamkeitssuche, sondern, dass in unserem Staat wo die Millionen und Milliarden mit der Schaufel verteilt werden Familien und Kinder zu solchen Maßnahmen greifen müssen.

  2. Ja, die Aktion war nicht angemeldet. Aber man konnte erkennen um was es ging. Wahrscheinlich hatten die Zettel dem Denkmal geschadet. Auch Politiker sollten mal im Sinn der Menschen entscheiden.

  3. Mein Haus ist ja auch kein Rathaus, welches eigentlich als öffentliches Gebäude fungieren sollte.

  4. Herr Mann ist „lebensfremd“: Wenn ich eine Aktion in der Öffentlichkeit starte, muss ich einen Ansprechpartner benennen und fragen ob etwas dagegen spricht. Stellen Sie sich vor, ich würde eine Aktion an Ihrem Haus oder in Ihrem Vorgarten vornehmen, ohne Sie vorher zu fragen bzw. Ihr Einverständnis einzuholen.

    Jede Organisation (Verein, Partei, Karnevalszug etc.) muss ihre Aktion im öffentlichen Raum anmelden bzw. genehmigen lassen – das gilt auch für private Akteure. Herr Stein hat (zunächst) richtig gehandelt, in dem er den „Wunschbaum“ entfernen ließ!

  5. Endlich wird die „Regierung“ auf Missstände und Verbesserungen hingewiesen, da wird ganz schnell alles eleminiert und abgewiesen!
    Die alltagsferne Lebensweise aus Berlin ist auch hier angekommen. Kommunikation und Meinungsaustausch ein Fremdwort.