Selbsthilfegruppen sind auch im Lockdown aktiv; der persönliche Austausch weicht ins Internet aus. Die Bergisch Gladbacher Selbsthilfegruppe gegen Angsterkrankungen hat einen besonders hohen Zulauf. Sie unterstützt nun auch Hilfesuchende aus anderen Städten und will die Treffen im Netz nach der Pandemie fortsetzen. Inzwischen bilden sich erste Selbsthilfegruppen speziell zum Thema Corona.

„Ich leite seit fünf Jahren die Selbsthilfegruppe gegen Angsterkrankungen in Bergisch Gladbach“, berichtet Markus Winterscheidt. Auch in der Pandemie sei die Gruppe sehr aktiv. Sie treffe sich zweimal im Monat. „Natürlich nur online, per Zoom-Meeting.”

Und das funktioniere ziemlich gut. Seine Gruppe erfahre regen Zulauf. Wegen der Pandemie würden mehr Menschen als früher Hilfe benötigten. „Wir haben einen einen hohen Zuwachs an Neumitgliedern, die sich selbst aus München dazuschalten,“ sagt Winterscheidt. Online sei das problemlos machbar.

Selbsthilfegruppe gegen Angsterkrankungen Bergisch Gladbach
Kontakt: Markus Winterscheidt
Mail: m.winterscheidt@web.de
Mobil: 0173-8270353
Website

Pandemie verstärkt Krankheitssymptome

Warum die starke Nachfrage? Viele Teilnehmer:innen hätten mit der aktuellen Situation zu kämpfen, erklärt der erfahrene Ehrenamtler: „Natürlich hat das derzeit wohl so ziemlich jeder. Doch bei psychisch erkrankten Menschen erhöht die ganze Situation
zusehends die Krankeitssympthome.“ Entsprechend steige der Beratungsbedarf.

Die virtuellen Treffen hätten noch einen weiteren Vorteil: „Damit senken wir die Zugangsbarrieren deutlich”, macht Winterscheidt klar.

Über die Selbsthilfearbeit der Angstgruppe und weitere Angebote der Selbsthilfe im Bergischen Land informierte ein Video der Paritaetischen Selbsthilfe-Kontaktstelle Bergisches Land zum 20-jährigen Bestehen der Institution.

Vor der Pandemie seien in der Regel nur 20 Prozent derer, die im Vorgespräch ihr Interesse bekundet hatten, zu den Treffen gekommen. Nun, da man den Treffen innerhalb der eigenen vier Wände beiwohnen könne, sei eine Teilnahme für viele Erkrankte mit Angstsymptomen wesentlich einfacher.

Das greift Winterscheidt gerne auf: Er spiele mit dem Gedanken die Treffen per Zoom auch nach der Pandemie fortzuführen. Wenn dies den Betroffenen helfe, sei dies nur positiv.

Erste Corona-Selbsthilfegruppen

Die Selbsthilfe greift das Thema Corona inzwischen auch direkt auf. So befinden sich nach Angaben der Nationalen Kontaktstelle für Selbsthilfegruppen (NAKOS) erste Corona-Selbsthilfegruppen in Gründung. Im Internet listet die Informationsstelle erste Gruppengründungen auf. Auch in NRW sind Angebote im Aufbau.

Wer für seine Selbsthilfegruppe noch Tipps für Online-Meetings benötigt oder wissen will, wie Selbsthilfe in Zeiten der Pandemie funkionieren kann, findet gute Tipps im Internet beim Selbsthilfenetz sowie der NAKOS.

Holger Crump

ist freier Journalist und vielseitig interessierter fester Mitarbeiter des Bürgerportals.

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